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Brühler Leichtathleten feiern Abteilungsfest mit vielen Gästen

Die Leichtathleten feiern auf dem Außengelände der Marion-Dönhoff-Realschule und erinnern dabei an die Helden von einst und ehren ihre Besten von heute.

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Zg
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Ansteckender Jubel der „Frechdachse“ und Talente von morgen und übermorgen: Die U12 erreicht im Finale der badischen Mannschaftsmeisterschaften mit 2377 Punkten einen hervorragenden sechsten Platz und feiert diesen ausgiebig in Eppelheim. © fvb

Brühl. Die Leichtathleten des FV 1918 Brühl sind in der Hufeisengemeinde eine feste Größe – seit inzwischen 90 Jahren (wir berichteten ausführlich). Nun veranstalteten sie auf dem Außengelände der Marion-Dönhoff-Realschule ihr Abteilungsfest. Es kamen viele Gästen, die das Leichtathletik-Geschehen präg(t)en. FV-Abteilungsleiter Stefan Hoffmann durfte unlängst Bürgermeister Dr. Ralf Göck, Gerhard Stratthaus, Finanzminister von Baden-Württemberg i.R. und ehemaliger Leichtathlet des FV Brühl in den 60er und Anfang der 70er Jahre, Christoph Sölter, Vereinsvorsitzender des LC Haßloch, Karlheinz Knoll, Vorsitzender des FV Brühl und Uwe Schmitt, Vorsitzender des TV Brühl, begrüßen.

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Hallo der ehemaligen Athleten

Ganz besonders groß war die Freude beim Hallo der ehemaligen Athleten: Albrecht Vogl, Claudia Stoll, geborene Steinborn, Uwe Bosecker, Willi Bill Deigner, Gerhard Stratthaus und Gerhard Zirnstein. Entschuldigt hatten sich für das Fest Werner Beck, Wolfgang Kinzel, Klaus Uhrig, Gabriel Chwalek, Bernhard Motzenbäcker, Monika Michl, geborene Motzenbäcker, Thomas Sennwitz und Thomas Herwerth.

In seiner Ansprache sagte Stefan Hoffmann, es sei ein besonderer Anlass. „Wir erinnern an das erste große Leichtathletik-Sportfest in Brühl – das Brühler Landsportfest vom 18. Juli 1932. Wir wollen uns Bedanken für das Engagement von Menschen in den letzten neun Jahrzehnten und wollen gemeinsam die Zukunft gestalten“, sagte Hoffmann empathisch und blickte auf das Jahr 1932 zurück. Der Sportkreis Mannheim habe seinerzeit die Sportart Leichtathletik raus aus Mannheim aufs „Land“ bringen wollen. Karl Weiß sowie vor allem aktive Fußballer hätten das 1. Brühler Landsportfest am 18. Juli 1932 dann durchgeführt.

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zg/ras
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Dieses wunderbare sportliche Ereignis war Anlass für die Abteilungsgründung, so Hans Motzenbäcker, der wiederum Karl Weiß als den „Vater“ der Brühler Leichtathletik bezeichnete. Karl Weiß selbst war eigentlich Fußballer und stammte noch aus der alten Generation, die Fußball und Leichtathletik betrieben. Karl Weiß war Leichtathletikwart von 1932 bis 1939, zusammen mit Kurt Wiedemann von 1939 bis 1946 und wieder in alleiniger Verantwortung nach dem Zweiten Weltkrieg von 1946 bis 1964. Will heißen: 32 Jahre Leichtathletikwart für den FV Brühl! Hans Motzenbäcker leitete die Abteilung von 1964 bis 1972. Motzenbäcker war Läufer und später auch ein erfolgreicher Sportfunktionär. Er war Vorsitzender des Badischen und Vorsitzender des Süddeutschen Leichtathletik-Verbandes. Er übernahm auch die Nachfolge 1980 von Hort Fröhlich als Vorsitzender des FV Brühl bis 1995.

Viele Erfolge erreichte Hans Motzenbäcker zusammen mit Heini Langlotz. Heini Langlotz war aktiver Athlet in den 60er Jahren und feierte Erfolge als 30-facher badischer Meister – und Siege mit der Mannschaft. 1970 wurde er badischer Mannschaftsmeister, Gruppe B, 1970. Seine Sportkameraden waren damals: Egon Knapp, Andreas Hock, Rudi Hertlein, Bodo Schmidbauer, Michael Sennwitz, Hans Motzenbäcker, Jürgen Kaufmann und Günter Hammer, Manfred Kamps, Gerhard Stratthaus, Helfrich Koch, Jürgen Koch, Wolfgang Kinzel, Willi Deigner und Otmar Gosdinski. Zudem war Heini Langlotz 17-facher deutscher Meister im Behindertensport.

1000 Kreistitel, 180 badische Titel

Heini Langlotz war Abteilungsleiter von 1976 bis zu seinem Tod 2006. In seiner knapp 30-jährigen Amtszeit wurde die Abteilung die mitgliederstärkste in ganz Baden. Wegen seines Engagements und seiner Erfolge wurde Heini Langlotz im Badischen Leichtathletik-Verband als „Mister Leichtathletik“ bekannt. In seiner Trainertätigkeit konnte er stolz auf über 1000 Kreistitel, über 180 badische Titel sowie Endkampfplatzierungen bei deutschen Meisterschaften zurückblicken. Des Weiteren führte er Florian Böhl als Trainer zur Silbermedaille bei den Paralympischen Spielen von Atlanta 1996.

1994 gelang es Heini Langlotz, die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Behinderten nach Schwetzingen zu holen. Zahlreiche Auszeichnungen wurden ihm zuteil, darunter auch das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Karl Weiß, Hans Motzenbäcker und Heini Langlotz haben in der Summe 70 Jahre lang die Leichtathletik des FV nachhaltig geprägt. Ex-Finanzminister Gerhard Stratthaus kam in den 60er Jahren zu den Leichtathleten, verstärkte die Abteilung in den Teamwettbewerben. Er selbst war ein guter Weit- und Hochspringer, wurde badischer Mannschaftsmeister 1961 und badischer Mannschaftsmeister Gruppe B 1970. Er erinnerte sich gerne an seine aktive Zeit und rückte die „Integration der Menschen durch den Sport“ in den Mittelpunkt seiner Rede. Integration werde nur durch den Sport und gemeinsame Werte gelingen. Somit komme den Vereinen an der Basis weiterhin eine große Bedeutung zu.

Bürgermeister Göck ehrt Staffel

Bürgermeister Dr. Ralf Göck ehrte die 3 x 800-m-Staffel der U18-Athletinnen für 2021. Der Kreismeistertitel, badische Bestenliste Platz eins und deutsche Bestenliste Platz 20 standen am Ende der letzten Saison als großer Erfolg fest. Ebenfalls geehrt wurde der Sprint/Sprung-Koordinator Uwe Bosecker als Trainer.

Durch die Abteilung wurde Tatjana Hoffmann ( U18) für Platz fünf im baden-württembergischen 100-m- Hürdenfinale in Langensteinbach 2021 und die erfolgreiche Teilnahme bei den süddeutschen Meisterschaften 2021 gewürdigt. Es folgten 2022 das baden-württembergische Hallenfinale in Sindelfingen im 60-m-Hürdensprint (Zeit: 9,94 Sekunden) mit Platz 25 und die süddeutschen Hallenmeisterschaften in Frankfurt-Kalbach mit Platz 17. Bronze beim badischen Finale mit einer persönlicher Bestweite von 11,02 m erreichte Tatjana im Kugelstoßen.

Katharina Ecker (U18) warf den Speer bei den baden-württemberischen Winterwurf-Meisterschaften 2022 auf 30,03 m und erreicht Platz sieben. Sie siegte über 3000 m in 12:24,34 Minuten und wurde Rhein-Neckar-Kreismeisterin der Langstreckenmeisterschaft 2022.

„Mister Leichtathletik“ in Baden: Heini Langlotz. © Archiv/FV

Die badischen Vize-Meisterschaft 2022 gelang Katharina Ecker mit einer persönlichen Bestweite von 35,47 m im Speerwurf. Simon Rhein in der Altersklasse U12 gewann den Rhein-Neckar-Kreismeistertitel 2022 über 1500-m-Cross in 6:04,78 Minuten. Veronique Becker, W40, lief den Berlin-Halbmarathon 2022 in der Zeit von 1:42:11 Stunden und erreichte den fünften Platz.

Nach dem letztjährigen Sieg in Ötigheim und der ersten Platzierung in der badischen Bestenliste 2021 wird auch 2022 die Staffeltradition in Brühl weitergepflegt. Die U18-Athletinnen Katharina Ecker, Tabea und Tatjana Hoffmann gingen Anfang Juli in Forst beim Kreisstaffelabend als 3x800-m-Staffel in der Altersklasse WU18 an den Start und siegten in der Zeit von 7:59 Minuten. Tabea und Tatjana Hoffmann, Katharina Ecker (alle WJU18) sowie die Hockenheimerinnen Emily Schulz, Lucy Osztfalk (beide WJU20) und Paulina Schultz (WJU18) gewannen die baden-württembergische Team-meisterschaft WJU20 mit einer Punktzahl von 4874. Hierzu wurden die Disziplinen 100 m Sprint, Weitsprung, 800-m-Lauf, Kugelstoßen, und die 4 x 100-m-Staffel erfolgreich absolviert.

Levi Werst, Carlos Teufel, Felix Jettinger, Christian Ecker, Simon Rhein, Leif Heimann und Damiano Orazio (U12) erreichten einen sechsten Platz mit 2377 Punkten im Finale der badischen Mannschaftsmeisterschaft 2021 in Eppelheim. In der Altersklasse U14 bestritten Damiano Orazio, Carlos Teufel und Carla Kögel ihren ersten Blockmehrkampf-Lauf in Seckenheim. Sie erzielten mit einem Podestplatz, Rang vier und fünf eine starke Leistung.

Tamara Hoffmann verabschiedet

Zum Schluss wurde Jugendleiterin Tamara Hoffmann verabschiedet. Tamara war eine talentierte Athletin und gewann das Brühler Landsportfest dreimal in Folge im Weitsprung, 50-m-Sprint und im Ballweitwurf in der Altersklasse U8/U10. Sie wechselte zum Damenfußball und machte über die Stationen FC Astoria Walldorf, MFC 08 Lindenhof und TSV Amititia Viernheim auf sich aufmerksam. Tamara beendete ihre aktive Fußball-Karriere im Jahr 2019. Parallel zu ihrer Berufsausbildung kam sie zur Leichtathletik zurück. Sie machte den Assistenz-Trainerschein und wurde Trainerin und Jugendleiterin in der FV-Leichtathletik-Abteilung. Im Corona-Jahr 2020 organisierte sie die legendäre Kinder-Oster Ralley und die Familien- Schnitzeljagd durch Brühl-Rohrhof.

Nun zieht es Tamara Hoffmann aus beruflichen und privaten Gründen nach München.

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