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Naturerlebnis

Zwar kein Exot – aber wirklich selten

Wilfried Seitz entdeckt die Große Blaue Holzbiene in seiner Einfahrt

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ras
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Brühl. „So etwas habe ich noch nie gesehen – das muss was Exotisches sein“, mutmaßte unser Leser Wilfried Seitz, als er in seiner Hofeinfahrt in der Rohrhofer Wiesenstraße dieses Insekt entdeckte und sofort fotografierte. Dessen Größe und schillernden Farben von Schwarz über Violett und Blau faszinierten ihn sofort.

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Doch, anders als von ihm angenommen, handelt es sich um keine invasive Art, den Weg in die Kurpfalz gefunden hat, es ist ein heimisches, aber sehr seltenes und streng geschütztes Insekt: Die Große Blaue Holzbiene, auch Blauschwarze oder Violettflügelige Holzbiene genannt, kennen Biologen unter dem lateinischen Namen Xylocopa violacea.

Die Große Blaue Holzbiene brummt laut, ist aber friedfertig. Besonders auffällig sind die blauen Flügel und der metallisch-schwarz glänzende Panzer. © seitz

„Mit 20 bis 28 Millimeter Körperlänge zählen die Tiere zu den größten Vertretern der Bienen in Mitteleuropa. Ihr Körper ist tiefschwarz und hat eine hummelähnliche Erscheinung“, heißt zu dem großen Vetter von Maja in einer Artenbeschreibung. Sie ist für die Region am Oberrhein sogar sehr typisch. Die Blaue Holzbiene ist in Süd- und Mitteleuropa heimisch, in Deutschland war sie bis in die 1980er Jahre nur aus dieser Region bekannt, breitete sich seitdem und besonders seit 2003 in Deutschland aus – was nicht zuletzt den milden Temperaturen zuzuschreiben ist, die der Klimawandel mit sich bringt.

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Für die Blaue Holzbiene – und für viele andere Insekten – ist das Vorhandensein von Totholz wichtig. Mit kräftigem Beißwerkzeug ausgestattet, nagt sie nämlich Gänge für ihre Eiablage in trockenes und noch weitgehend festes Totholz.

Eine entscheidende Maßnahme zum Schutz solcher Wildbienen ist deshalb der Erhalt von Totholzvorkommen in Gärten, Parks und Streuobstwiesen. Außerdem müssen für den Nahrungserwerb der Bienen geeignete Blütenpflanzen vorhanden sein. ras

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