Urban Gardening Projekt - Begegnungsstätte für Kulturen und Generationen auf städtischen Grundstücken in der Wasserturmstraße Sie rücken dem Unkraut zu Leibe

Von 
Sabine Geschwill
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Helmut Wernz (v. l.), Siros Ahmadi, Inge Wintermantel und Abdullah Sharouk packen mit an und wollen auf den Grundstücken in der Wasserturmstraße einen Gemeinschaftsgarten anlegen. © Geschwill

Eppelheim. Jetzt wird in die Hände gespuckt und angepackt: Mit dem ersten Arbeitseinsatz startete das „Urban Gardening Projekt“ in Eppelheim. Auf den städtischen Grundstücken in der Wasserturmstraße 19 und 21 soll in den nächsten Wochen ein Gemeinschaftsgarten entstehen, der eine wichtige und zentral gelegene Begegnungsstätte für Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, Religionen und Generationen werden soll.

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Die Idee dazu wurde bei den Bürgerveranstaltungen im Zuge des geförderten Projektes „Integration durch bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft“ geboren. In Eppelheim fanden sich viele Mitstreiter, die unter dem Motto „Eppelheim gemeinsam gestalten – mit euch!“ verschiedene Ziele für ein offenes, tolerantes und nachhaltiges Zusammenleben in der Stadt und für ein respektvolles Miteinander erarbeitet haben. „Eppelheim gemeinsam gestalten“ möchte Integration durch bürgerschaftliches Engagement erreichen und Begegnungsmöglichkeiten durch Angebote und Aktivitäten schaffen. Am schnellsten umsetzen ließ sich von den gesammelten Ideen das interkulturelle Gartenprojekt „Urban Gardening“.

Gelände ist gutes Startkapital

„Das städtische Gelände ist für dieses Projekt schon mal ein gutes Startkapital“, erklärte die Integrationsbeauftragte der Stadt, Nadine Bikowski. Ein kleines Budget als Starthilfe für das Gartenprojekt stellt die Stadt auch zur Verfügung, wusste sie. Zusammen mit ihrem Kollegen Kai Enkler hatte sie den ersten mehrstündigen Arbeitseinsatz organisiert. Der Bauhof hatte Arbeitsgeräte vorbeigebracht. Ein Container für Grünschnitt stand bereit und auch für Getränke war gesorgt. „Ringsherum muss das Gebüsch gestutzt, das Unkraut gejätet und der Boden umgegraben werden“, erklärte Bikowski die ersten Maßnahmen.

Gut 20 Engagierte waren gekommen, um mit Rebschere und Spaten einen Gemeinschaftsgarten entstehen zu lassen. Michaela Escher-Eisel war genauso dabei wie Inge Wintermantel, Ersi Xanthopoulos, Helmut Wernz, Erich Zahn und Meryem Ari, die ursprünglich aus der Türkei kommt. Shanjida Akan aus Bangladesch hatte ihre beiden Kinder mitgebracht, die sich schon sehr auf den Gemeinschaftsgarten freuten. Siros Ahmadi flüchtete mit seiner Familie aus dem Iran und lebt nun in Eppelheim. Er freute sich auf die Gartenarbeit, weil er in seiner Heimat schon einen Garten hatte.

Ehrenamtliche Helfer

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Auch Abdullah Sharouk aus Syrien gehörte zu den Helfern, die ehrenamtlich das Gelände auf Vordermann brachten und alles Störende entfernten, damit in naher Zukunft Beete angelegt, Obst und Gemüse angepflanzt werden können. Aufgabe der „Urban-Gardening-Gruppe“ sei es dann, einen Bepflanzungsplan und Regeln für die Gartennutzung zu erstellen, erklärte Nadine Bikowski. Der Wunsch aller, die beim ersten Arbeitseinsatz vor Ort waren, war es, dass der Gemeinschaftsgarten eine Begegnungsstätte für alle Generationen und Kulturen werden soll. Nicht nur gemeinsam gärtnern soll auf dem Gelände möglich sein, sondern es soll ebenfalls Grillabende geben und Feste gefeiert werden. Geplant sei auch, für Kinder eine Spielmöglichkeit einzurichten.

Freie Autorin Ich bin seit 1995 als freie Journalistin und Fotografin für die Schwetzinger Zeitung im Einsatz und betreue dabei hauptsächlich den Lokalbereich Eppelheim.