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Wer kann helfen

Gemeinde sucht Wohnraum für Geflüchtete

Unterbringung von Menschen aus der Ukraine scheitert in der Gemeinde am Mangel von Wohnraum

Von 
Vanessa Schwierz
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Ketsch. Vor über einem halben Jahr begann der Angriffskrieg Russlands auf den Nachbarstaat Ukraine. Menschen flüchteten aus ihrer Heimat in angrenzende Länder Europas – auch nach Deutschland. Noch immer kommen täglich Menschen in der Bundesrepublik an. Nun sucht die Gemeinde Ketsch nach Wohnraum für Geflüchtete aus der Ukraine, denn die Kapazitäten werden immer geringer.

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Vom Kreis wurden der Enderlegemeinde für 2022 insgesamt 153 Geflüchtete zur Aufnahme angekündigt. Aufgrund der weiterhin stark steigenden Flüchtlingszahlen sei jedoch davon auszugehen, dass die tatsächliche Zahl der Zuweisungen eventuell noch nach oben korrigiert werden müsse.

„Derzeit leben 86 Geflüchtete aus der Ukraine in Ketsch. Davon sind 16 in gemeindlichen Unterkünften untergebracht. 70 Geflüchtete leben in Privatunterkünften“, teilte Bürgermeister Timo Wangler auf Nachfrage dieser Zeitung mit. Mehr als 125 000 Geflüchtete aus der Ukraine haben bislang in Baden-Württemberg Zuflucht gefunden, informierte Migrationsstaatssekretär Siegfried Lorek (CDU) am Donnerstag, 8. September, in Stuttgart.

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Allgemein sei die Situation auf dem Wohnungsmarkt in Ketsch sehr angespannt. „Es ist deshalb auch sehr schwierig, Wohnungen für Geflüchtete zu finden“, betonte der Bürgermeister. Die Gemeinde verfüge aktuell noch über Kapazitäten für die Unterbringung von etwa 20 Geflüchteten. Daher sei es notwendig, weiteren Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Verlässliche Mieten

Doch die Gemeinde muss nachjustieren und bittet daher die Bevölkerung mit einem Aufruf um Mithilfe. Wer über eine leerstehende Wohnung oder sogar ein Haus verfügt, soll sich bei der Gemeinde melden. Auch um die Mieten müssten sich die Privatleute keine Sorgen machen: „Sie bekommen verlässliche und garantierte Mieteinnahmen durch die Gemeinde“, heißt es im Aufruf.

Und wieso dieser Aufruf wichtig ist, zeigt die Zahl 50. Denn so viele Geflüchtete muss die Gemeinde Ketsch nach aktuellem Stand unterbringen – und für diese steht derzeit kein Wohnraum zur Verfügung. „Um die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften zu vermeiden, ist die Gemeinde deshalb darauf angewiesen, dass möglichst weiterer privater Wohnraum bereitgestellt wird“, erklärt Bürgermeister Timo Wangler, dass der Mangel an Wohnraum somit auch das größte Problem darstelle.

Integrationsbüro koordiniert Hilfe

Der Bürgermeister weist aber auch darauf hin, dass die Bürger auf andere Weise ebenfalls helfen können. Im Integrationsbüro wird die Hilfe koordiniert. Wer sich einbringen möchte, kann sich an die Mitarbeiter wenden.

Autor Redakteurin für Print und Online in Hockenheim, Altlußheim, Neulußheim und Reilingen

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