Gewerbegebiet - Verdi Rhein-Neckar zur Schließung der Aldi Süd Regionalgesellschaft / Optionen für Weiterbeschäftigung prüfen / Noch keinen Kontakt zum Betriebsrat Gewerkschaft von Aldi-Süd-Schließung in Ketsch „sehr überrascht“

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Marco Brückl
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Aldi Süd wickelt in Ketsch logistische Themen ab – ein Grund, warum die Regionalgesellschaft schließen wird, ist die Hochspannungsleitung, die einer Erweiterung entgegensteht. © Brückl

Ketsch. „Da hängen Menschen und Familien dran“, sagt Sabine Möller – bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi habe man die Nachricht, dass die Aldi Süd Regionalgesellschaft Ketsch mit Logistik und Verwaltung bis Mitte 2022 den Betrieb einstellen werde (wir berichteten), mit Erschrecken aufgenommen.

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Die klassischen Aufgaben des Betriebsrats am Standort seien nun, für einen Interessenausgleich zu sorgen und einen Sozialplan zu generieren, erklärt die Gewerkschaftssekretärin, die bei Verdi Rhein-Neckar in Mannheim für den Bereich Handel zuständig ist. Nachdem die Nachricht doch „sehr überraschend“ gekommen sei, könne sie dem Betriebsrat vor Ort nur empfehlen, sich mit anwaltlicher Unterstützung zu versehen. Das werde die Arbeitgeberseite ja sicherlich auch tun. Sie gehe davon aus, dass sich der eine oder andere Kollege, wenn Gewerkschaftsmitglied, demnächst meldet. Zum Betriebsrat der Aldi Süd Regionalgesellschaft in der Enderlegemeinde habe es noch keinen Kontakt gegeben.

Am besten für die rund 180 betroffenen Aldi-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sei es natürlich, die Firmenleitung davon zu überzeugen, den Standort weiterzuführen, doch die Erfahrung habe leider gezeigt, dass die Unternehmensführung nur allzu oft an ihrer Entscheidung festhalte. Ein Beispiel sei zuletzt Kaufhof in Mannheim gewesen.

Zeit sinnvoll nutzen

Simone Möller sagt, von einer Betriebsschließung unterrichtet zu werden, das haue erst mal so richtig rein. Bei Einkommen, Familie, Arbeitsplatz sei der Faktor Zeit zunächst unwichtig. Gleichwohl könne die Zeit bis zur Schließung sinnvoll genutzt werden. Von Arbeitgeberseite könne in der Umgebung nach Arbeitsplätzen geschaut und beispielsweise der Kontakt zu anderen Discountern aufgenommen werden.

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Tatsächlich informierte die Unternehmensleitung die Belegschaft in einem Schreiben davon, Optionen einer Weiterbeschäftigung in anderen Regionalgesellschaften oder anderen Aldi-Süd-Standorten zu suchen. Sie nehme Kontakt zu weiteren Unternehmen in der Region auf und begleite die Mitarbeiter während des Bewerbungsprozesses. „In Zusammenarbeit mit den zuständigen Arbeitsagenturen werden wir Schulungen und Weiterbildungen ermöglichen“, heißt es in der Mitarbeiterinformation. Viktor Felbusch, der dem Betriebsrat am Ketscher Standort vorsitzt, war am Montag nicht zu erreichen.

Ketsch, die älteste Regionalgesellschaft von Aldi Süd, sei nicht zukunftsfähig, denn es gebe einige Faktoren, die einer notwendigen Erweiterung entgegenstünden. Die Hochspannungsleitungen im Osten und Südosten sowie die unmittelbare Nähe zu Wohngebieten an der Nordseite gehörten dazu, hieß es in der Mitarbeiterinfo.

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