Ortsmitte - Marktplatz bleibt weiterhin ohne seine offizielle Einweihung / Die Nutzung ist wegen der Corona-Krise noch immer eingeschränkt / Vielleicht bei der Kerwe? Warten auf die Wasserspiele und den Markt

Von 
Benjamin Jungbluth
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Blick vom Café auf den Marktplatz: Er lädt zum Verweilen ein – doch die Corona-Einschränkungen sorgen für Leere. © Jungbluth

Ketsch. Eigentlich sollte die neue Ortsmitte von Ketsch in diesem Frühjahr groß gefeiert werden! Doch nach den jahrelangen Querelen um die Umgestaltung des Marktplatzes und den fast ebenso langen Baumaßnahmen machte die Corona-Krise die Pläne im Rathaus zunichte. „Wir hatten für den 1. Mai ein Fest geplant, bei dem der Maibaum gestellt werden sollte und wir die Ortsmitte eingeweiht hätten. Bis auf Weiteres muss der Marktplatz also ohne offizielle Inbetriebnahme auskommen. Immerhin nutzen die Bürger ihn auch ohne Festakt ausgiebig“, freut sich Bauamtsleiter Hans Keilbach. Doch genau genommen, zeigt der neue Platz noch gar nicht, was er alles kann – denn zwei wichtige Details fehlen derzeit noch.

Ketsch Ketsch: Neuer Marktplatz noch ohne Wasserspiele und Wochenmarkt

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Zum einen die Wasserspiele, die in der warmen Jahreszeit die Besucher anlocken sollen. In Richtung der Banken ist unter dem neuen Pflaster eine große Anlage verbaut worden, die das Wasser nach festgelegtem Muster im Kreislauf hochpumpen und zum Spielen einladen soll. Gerade die jüngeren Ketscher dürften an den Fontänen ihren Spaß haben – doch ob es in diesem Sommer noch etwas wird, ist unklar. „Wir hatten die Anlage schon für einen Probelauf eingeschaltet, aber wollten mit dem regulären Betrieb bis zur Einweihung warten. Wie wir jetzt damit verfahren, müssen wir noch abstimmen“, sagt Hans Keilbach.

Und auch das Thema Wochenmarkt ist noch nicht in trockenen Tüchern. Mit der Neugestaltung der Ortsmitte war die Idee aufgekommen, dort zukünftig den Verkauf von Lebensmitteln zu etablieren (wir berichteten). Doch auch hier verzögert die Pandemie die Umsetzung. Zwar seien die Märkte bei vielen Menschen wieder sehr beliebt, auch weil das Ansteckungsrisiko im Freien wesentlich geringer sei. Dennoch hätten die Markthändler mit den derzeitigen Einschränkungen zu kämpfen, sagt Hans Keilbach: „Da ist es für sie sicherer, erst einmal die bereits etablierten Märkte zu bedienen, anstatt das Wagnis einzugehen, in Ketsch einen Neustart zu versuchen. Aber wir sind weiter an dem Thema dran“, versichert der Bauamtsleiter.

Sonnensegel spenden Schatten

Bereits fertig sind hingegen die großen Sonnensegel. Seit einigen Wochen hängen sie als markante Objekte über Teilen des Platzes, um Besuchern Schatten zu spenden. Auch weil die vielen neugepflanzten Bäume noch recht klein sind, scheinen die Segel an sonnenreichen Tagen sehr begehrt zu sein.

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Das Gleiche gilt für die Außenplätze vom „Café am Markt“. Wegen der Corona-Vorgaben sind die Tische und Stühle deutlich weiter auseinandergezogen – doch dank des neuen Pflasters und der seit dem Umbau für den Verkehr gesperrten Bruchhauser Straße können die Gäste ohne Probleme ausweichen. Der Marktplatz erhält so ein wenig mehr den Charakter eines zentralen Treffpunkts. Dazu trägt auch das inzwischen gut genutzte Bücherregal bei, das Lesefreunde anlockt.

Noch lebendiger wäre es wohl durch den ursprünglich geplanten Neubau am Kreisel geworden, in den Teile der Verwaltung, Arztpraxen und ein Café mit Außenbestuhlung einziehen sollten. „Es hätte den Marktplatz städtebaulich besser gegliedert und abgeschirmt“, ist Bauamtsleiter Hans Keilbach weiterhin überzeugt. Bekanntermaßen setzte der Bürgerentscheid den Plänen dennoch ein jähes Ende. „Optisch führen wir den Marktplatz jetzt in Richtung Kreisel vor allem durch die Bepflanzungen weiter. Dafür ist noch mehrere Jahre lang die Fachfirma zuständig, die die hochwertigen Grünanlagen im Ortszentrum angelegt hat. Später wird die Pflege wohl in unsere eigene Verantwortung übergehen, so wie bei den anderen Grünanlagen im Ort“, sagt Keilbach. Je nachdem, wie es mit den Festen im Corona-Jahr weitergehen kann, soll der Marktplatz baldmöglichst seiner eigentlichen Bestimmung übergeben werden. Ob das schon bei der Kerwe klappt, ist ungewiss. „Der Weihnachtsmarkt hat immerhin schon im letzten Jahr auf dem Marktplatz stattgefunden, die Premiere haben wir also erfolgreich bestanden“, sagt der Ortsbaumeister. Und mit ein bisschen Glück könnte die offizielle Einweihung noch 2020 zelebriert werden – Platz genug für den Corona-Sicherheitsabstand wäre zumindest vorhanden.

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Info: Bilder aus der Ortsmitte unter www.schwetzinger-zeitung.de

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Freie Autorenschaft Freier Journalist für die Region Heidelberg, Mannheim und Rhein-Neckar. Zuvor Redakteur bei der Schwetzinger Zeitung, davor Volontariat beim Mannheimer Morgen. Neben dem Studium freie Mitarbeit und Praktika u.a. beim Mannheimer Morgen, der Süddeutschen Zeitung, dem SWR und der Heidelberger Studentenzeitung ruprecht.