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Politik - Grünen-Bundestagskandidatin Nicole Heger zu Gast bei Bürgermeister Geiß / Verwaltung wünscht sich für Zukunftsaufgaben mehr Unterstützung von Bund und Land

An die kommenden Generationen denken

Von 
zg
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Die Grünen-Bundestagskandidatin Nicole Heger ist zu Besuch im Oftersheimer Rathaus und spricht mit Stadtrat Patrick Alberti (l.) und Bürgermeister Jens Geiß. © Heger

Oftersheim. Beim Besuch der Grünen-Bundestagskandidatin Nicole Heger bei Bürgermeister Jens Geiß wurde gleich zu Beginn darüber diskutiert, wie Jugendliche aktiv in der Gemeinde beteiligt werden können. Heger lobte dabei, dass Oftersheim einen Jugendgemeinderat habe und gleich mehrere Personen die Jugendarbeit betreuten.

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„Das ist längst nicht in jeder Gemeinde der Fall“, betonte Heger. Ein Wunsch des Gemeinderats Patrick Alberti war aber auch der Ausbau der Beteiligung: „Die Beteiligung muss wachsen, damit Jugendliche von Anfang an bei allen sie betreffenden Maßnahmen involviert werden. Das ist auch in Oftersheim noch ausbaufähig.“

In diesem Zusammenhang betonte Alberti auch, wie wichtig die gute Vereinsarbeit in Oftersheim ist. „Gerade die Vereine sind eine tragende Säule des Zusammenhalts und der Jugendarbeit in Oftersheim – das hat sich auch durch deren Engagement in der Pandemie gezeigt.“ Es zeigte sich schnell, dass die Corona-Pandemie vielfältige Auswirkungen hatte, auch auf den Schulalltag. So wurde zwar die Digitalisierung an den Schulen ein Stück weiter vorangebracht, aber noch immer gibt es große Lücken, denn gerade schnelles Internet muss noch in alle Klassenzimmer kommen. „Die Haushaltsmittel sind da, aber bisher konnte seit einem Jahr kein Wlan in den Klassenräumen installiert werden“, bedauert Alberti.

Zugleich gab es auch Positives aus den örtlichen Schulen zu berichten: Um sie im Herbst offen halten zu können, wurden Luftfilter und Kohlendioxid-Ampeln angeschafft. „Ich freue mich da sehr über den Antrag der Grünen-Gemeinderatsfraktion, die sich frühzeitig sehr dafür engagiert haben, dass die Filter zeitnah angeschafft werden“, so Heger.

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Auch Bauen war großes Thema beim Besuch. Jens Geiß setzt in der Gemeinde auf Innenraumverdichtung. „Es ist wenig erstrebenswert, auch noch die wenigen Außenbereiche bis hin ins Naherholungsgebiet zuzubauen.“ Nicole Heger erinnerte im Gespräch daran, dass es nicht nur darum gehe, günstig zu bauen, sondern auch klimafreundlich und Gemeinden klimafest zu machen.

Wunsch nach Verkehrswende

„Der Verkehr nimmt stetig zu – das ist ärgerlich für die Einwohner, schlecht fürs Klima und die Umwelt. Darum wünsche ich mir eine echte Verkehrswende“, so Heger. Dazu gehöre zum einen der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Heger, Geiß und Alberti waren sich einig, dass eine direkte Zugverbindung nach Heidelberg eine optimale Lösung wäre, um die beinahe täglichen Staus nach Heidelberg zu vermeiden. Als passionierte Radfahrerin liegt Heger ebenfalls eine deutliche Verbesserung der Radwegsinfrastrukur am Herzen. „Und Carsharing-Angebote können dazu beitragen, dass nicht alle Menschen in Oftersheim ein eigenes Auto benötigen.“ So könne die Verkehrswende auch vor Ort spürbar werden.

Bürgermeister Jens Geiß betonte im Verlauf des Gesprächs ebenso, dass für Oftersheim mehr getan werden muss beim Lärmschutz, insbesondere beim Bahn- und Verkehrslärm. „Wir benötigen dringend eine Betrachtung des Gesamtlärms, bei der Planung neuer Straßen und Eisenbahntrassen“, so Heger. Denn bisher würden alle Maßnahmen nur einzeln betrachtet. „Das führt aber meistens nicht zu einer Lärmentlastung der Bürger.“

Gewässer aus Korsetts befreien

Die geplante Renaturierung von Leimbach und Landgraben war ebenfalls Thema. Hier werden die beiden begradigten Flüssen zusammengelegt und in einem Gewässerökologieprojekt wieder aus ihrem geraden Korsett befreit. Ein Gewinn für die Oftersheimer, die von der natürlichen Bachlandschaft profitieren und ein Gewinn für die Tier- und Pflanzenwelt.

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Auch das belastete Gelände des ehemaligen „Rod & Gun Clubs“ war Thema des Gesprächs. „Durch den jahrzehntelangen Betrieb des Schießstandes befinden sich dort Unmengen an Blei und anderen giftigen Stoffen im Boden. „Eine tickende Zeitbombe für das Grundwasser“, so Patrick Alberti. Eine bloße Renaturierung ohne das Abtragen des belasteten Materials komme daher überhaupt nicht in Frage. Nicole Heger fasste zusammen: „Einfach Gras über die Sache wachsen zu lassen, ist keine grüne Politik, wir müssen auch daran denken, wie wir den nachfolgenden Generationen diese Welt hinterlassen.“ Dafür fordert der Bürgermeister Unterstützung von Bundesebene, denn für das Gelände sei das Bundesamt für Immobilienangelegenheiten zuständig.

„Wollen Kommunen entlasten“

Geiß gab der Kandidatin noch mit auf den Weg, dass die Gemeinden für die Zukunftsaufgaben wie Kinderbetreuung, Schulen und auch kommunaler Klimaschutz auch Unterstützung von Bund und Land benötigen. Nicole Heger berichtet, dass das Grünen-Wahlprogramm genau das vorsehe. „Wir wollen die Kommunen entlasten und diese wichtigen Aufgaben mit ihnen gemeinsam angehen. Dafür müssen und wollen wir die richtigen Weichen auf allen politischen Ebenen stellen“, gab Heger schon direkt die Antwort.

Heger versprach zum Abschluss des Besuchs, auch als Abgeordnete regelmäßig in den Rathäusern zu Gesprächen vor Ort zu sein, um zu hören, welche Unterstützung aus Berlin im Wahlkreis benötigt werde und wie der Bund die Kommunen unterstützen könne. zg

Info: Am Freitag, 10. September, ist Nicole Heger ab 14 Uhr zu Marktgesprächen vor Ort.

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