Für Feuerwehr und Rotes Kreuz nur das Beste

Der Neubau des Rettungszentrums in Oftersheim bietet künftig ideale Bedingungen. Die Inbetriebnahme ist noch im ersten Halbjahr geplant.

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Volker Widdrat
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Elektriker Kai Kettner (v. l.), Alexander Weber, Jens Geiß und Rüdiger Laser bei der Begehung vor Ort. © Widdrat

Oftersheim. Die Arbeiten im neuen Oftersheimer Rettungszentrum von Freiwilliger Feuerwehr und Rotem Kreuz gehen gut voran. Die Fertigstellung des Gebäudekomplexes in der Eichendorffstraße ist bereits für April geplant. Nach Herstellung der Außenanlagen und des Parkplatzes dürfte der Bezug noch im ersten Halbjahr erfolgen. Wir haben uns das Gebäude auf einer Brutto-Grundfläche von insgesamt 2300 Quadratmetern bei einem Rundgang mit Bürgermeister Jens Geiß, Kommandant Rüdiger Laser und dem stellvertretenden DRK-Vorsitzenden Alexander Weber einmal näher angeschaut.

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An der Front fallen die großen Tore der beiden Fahrzeughallen ins Auge. Für die Feuerwehr stehen fünf Stellplätze mit jeweils 12,5 mal 4,5 Metern Fläche für Einsatzfahrzeuge zur Verfügung. Nebenan befindet sich eine moderne Waschhalle mit Absaugvorrichtungen und Abgasanlage. Im rückwärtigen Bereich sind Lagerräume sowie die für den Betrieb erforderlichen Werkstatträume angeordnet. Hier werden die Schläuche nach dem Einsatz gereinigt und desinfiziert. Und die Feuerwehrleute können sich der kontaminierten Kleidung entledigen.

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Nebenan gibt einen Zugang von außen für die Anlieferung von Material. In der Atemschutzwerkstatt werden künftig die leeren Flaschen direkt wieder für den nächsten Einsatz befüllt. Im Wartungsraum sollen Mitarbeiter Reparaturen an kleineren Geräten durchführen. Die Hallentore gehen übrigens nach oben auf. Jedes Fahrzeug ist mit einer Fernbedienung ausgestattet. Eine Wand wird komplett mit Hochregalen bestückt. Alle Autos sollen – während sie stehen – mit Strom und Druckluft versorgt werden. So sind etwa Handlampen, Messgeräte und Kühlboxen immer aufgeladen.

Für den DRK-Ortsverband bietet die Fahrzeughalle auf der rechten Seite vier große Stellplätze, davon zwei mit der Möglichkeit zur Aufstellung von zwei Fahrzeugen hintereinander. Die fünf Autos und ein Anhänger sind jetzt noch in der Mannheimer Straße 5 untergebracht. Auch hier werden große Hochregale aufgebaut. Hinter der Fahrzeughalle befinden sich Lagerflächen. Mit einem Eingang von der schmalen Gebäudeseite her soll hier die Kleiderkammer des Roten Kreuzes eingerichtet werden. Der externe Zugang garantiere mehr Privatsphäre für die Kunden, sagt der DRK-Vize.

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Die Hallenböden bestehen aus stabilen Rüttelfliesen. Zwischen und hinter den Fahrzeughallen beherbergt der Gebäudeteil Funktionsräume, Umkleidebereiche und Nasszellen. In den nächsten Wochen werden die Wasseranschlüsse hergestellt und die Kabel fürs Internet verlegt. Elektriker Kai Kettner testet gerade die Innenbeleuchtung. Nachts geben die LED-Lampen in den Fahrzeughallen blaues Licht ab.

Chips zur Öffnung

Die Feuerwehrleute kommen von der Rückseite oder über den Alarmeingang an der Seite ins Gebäude. Der Zugang funktioniert mittels eines Chips. Bei Alarm ist die Tür freigeschaltet. Von hier aus gelangen die Einsatzkräfte direkt in die Umkleideräume und von dort in die Fahrzeughalle. Werkstätten, Haustechnik und Hygieneräume mit Industriewaschmaschinen und Trocknern sind im Erdgeschoss angeordnet. Unmittelbar neben dem Haupteingang befinden sich Einsatzzentrale und Besprechungsraum. Diese Einrichtungen verfügen über eine Klimaanlage.

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Im Obergeschoss beginnen demnächst die Arbeiten für den Parkettboden. Die Räumlichkeiten stehen der Verwaltung, der Bereitschaft und der Jugend zur Verfügung. Die beiden Geschosse sind neben dem mittleren Treppenhaus noch über eine interne Treppe verbunden, um den Feuerwehrleuten kurze Wege für den Tagesbetrieb zu gewährleisten. Unter der Treppe ist der Hauptkompressor untergebracht.

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Im Obergeschoss in der Mitte befindet sich der etwa 120 Quadratmeter große Schulungsraum, der bei Bedarf durch eine Trennwand von Feuerwehr und DRK unabhängig genutzt werden kann. Der Saal kann für gut 100 Personen bestuhlt werden. Das erste Stockwerk ist barrierefrei über einen Aufzug zu erreichen. Bürgermeister Jens Geiß freute sich über die Vorschläge von Freiwilliger Feuerwehr und DRK-Ortsverein für den logistischen Aufbau des Gebäudes: „Sie haben wirklich viel Zeit investiert, um sich Gedanken zu machen über ihre Bereiche.“

Der Neubau bietet Platz für die derzeit insgesamt 60 Feuerwehrleute, vier davon sind Frauen, 18 noch Jugendliche. Für sie steht ein Rückzugsraum zur Verfügung, mit Sitzgruppe und einer kleinen Küche. Es gibt zudem ein Büro mit Arbeitsplätzen für den Kommandanten, seinen Stellvertreter sowie den Kassierer und den Schriftführer.

Im DRK-Bereich werden etwa 25 bis 30 Aktive tätig sein, dazu acht Jugendrotkreuzler, für die ein eigener Raum zur Verfügung steht. „Unterricht findet im großen Saal statt“, meint der stellvertretende DRK-Leiter Alexander Weber, der das neue Gebäude jetzt auch zum ersten Mal in Augenschein nimmt. Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch an Strom installiert. An den beiden schmalen Gebäudeseiten sind die PKW-Parkplätze angeordnet. Die Erschließung des Feuerwehrbereiches erfolgt über die neue Verlängerung der Eichendorffstraße und die Verbindung zur Nansenstraße.

Gute Anbindung verwirklicht

Bei Alarm kommen die Rettungskräfte über die Nansenstraße aufs Gelände gefahren, parken dort und haben unmittelbaren Zugang zum Gebäude. Die Einsatzfahrzeuge verfügen ab Hof über eine direkte Anbindung an die Eichendorffstraße und von dort zur B 291. Die fünf Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr werden mit insgesamt 33 Einsatzkräften besetzt. Deshalb müssen halt auch 33 Pkw-Stellplätze auf dem Parkplatz nachgewiesen werden.

Am 14 Meter hohen Schlauchturm prangt bereits das Feuerwehrsignet, das die vier Grundtätigkeiten „Retten-Löschen-Bergen-Schützen“ zeigt. In und am Turm können die Feuerwehrleute künftig auch Türöffnung, Höhenrettung und Abseilen trainieren.

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