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Ehrenamt: Mitglieder des Bürgerbusvereins fahren ihre Plankstadter Mitbürger durch die Gemeinde und die familiäre Atmosphäre im Verein begeistert Schriftführerin Gaby Wacker ganz besonders.

Plankstadter Bürgerbus - ein Stück Heimat auf vier Rädern

Von 
Catharina Zelt
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Gaby Wacker steht im neuen Bürgerbus. Immer mittwochs fährt sie damit die Plankstadter durch die Gemeinde. Bild: Zelt © Zelt
Die Tour startet am Rathaus. Über die Haltestellen Friedhof, Vogelpark und Brauereistraße geht es weiter zum Westende, der Humboldtschule, dem Altenheim – um nur einige Stationen zu nennen – und dann zurück zum Rathaus. Jeden Wochentag und immer samstags steuern ehrenamtliche Fahrer den Bürgerbus durch die Gemeinde Plankstadt, fahren Senioren zum Arzt, Kinder in den Kindergarten oder Mütter zum Einkaufen. Es ist ein ehrenamtliches Angebot vom Bürgerbusverein für die „Plänkschter“. Und das wird super angenommen.

Plankstadt. Zwar fährt der Bürgerbus erst seit rund fünf Jahren, die Idee, ein Angebot abseits von Linienbussen auf die Beine zu stellen, gibt es aber schon viel länger. Gaby Wacker, Schriftführerin des Vereins, war von Beginn an begeistert, als sie in einem Magazin über den besonderen Bus gelesen hat. 2013 gab es nach der Genehmigung des Gemeinderates bereits eine Gründungsversammlung, aber als niemand gefunden wurde, der die Betriebsmeisterschaft – eine Ausbildung bei der Handelskammer – hatte oder antreten wollte, lag das Vorhaben erst einmal auf Eis.

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Ein Plankstadter Bürger, der im Nahverkehr arbeitete, war schließlich die Rettung: Er übernahm die Betriebsmeisterschaft und hat sie auch bis heute inne. Dann ging alles Schlag auf Schlag: 2015 gründeten Ehrenamtliche den Verein, suchten und fanden Fahrer, bestellten den Bus und im März 2016 ging es dann richtig los. Schon im Mai stieg der 1000. Gast ins Fahrzeug.

Noch heute erinnert Gaby Wacker sich an den ersten Arbeitstag von Bürgermeister Nils Drescher – er ist damals nämlich mit dem Bürgerbus zum Rathaus gefahren. „Er hat uns immer unterstützt“, erklärt Wacker, die immer mittwochs hinterm Steuer des Busses sitzt. Das sieht man auch an der Ehrung, die das komplette Team des Vereins erst im Sommer bei der Ehrungsmatinee der Gemeindeverwaltung entgegennehmen durfte.

Eine große Dankbarkeit zu spüren

Besonders stolz ist Wacker auf die familiäre Atmosphäre – unter den Fahrgästen, aber auch unter den Fahrern. „Es hat noch keiner aufgehört, weil er keine Lust mehr hatte“, betont Wacker. „Ich habe schon viele Ehrenämter gemacht, aber keines mit so viel Spaß. Man bekommt einfach so viel zurück und spürt die Dankbarkeit.“ So werden die 22 Fahrer von ihren Fahrgästen super verpflegt, bekommen Schokolade, Brezeln oder Kaffee mitgebracht.

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Viele Stammgäste fahren mit dem Bürgerbus, der sie zum Arzt, zum Einkaufen oder einfach nur zur nächsten Bushaltestelle des öffentlichen Personennahverkehrs bringt. Dabei wird sich unterhalten, ausgetauscht und vor allem viel gelacht. Kindergartenkinder schlafen manchmal auf der Heimfahrt ein, Älteren wird beim Ein- und Aussteigen geholfen. „Einige fahren auch nur mit, um etwas Gesellschaft zu haben“, berichtet die Schriftführerin.

„Für die Menschen ist es etwas besonderes – ein Stück Heimat“, meint sie. Ein Alleinstellungsmerkmal der Gemeinde, ein Ort der Begegnung und vor allem etwas, das Plankstadt ausmacht. Der Bürgerbusverein geht dabei immer auf die Wünsche und Bedürfnisse der Fahrgäste ein. Ab Dezember wird die Route beispielsweise umgestellt, weil dann der neue Edeka-Supermarkt eröffnen soll. Eine Haltestelle wird deshalb direkt am Vollsortimenter errichtet. Wenn das Straßen- oder Ortsmittefest ansteht, gibt es außerdem Sonderfahrpläne.

Ein wichtiger Partner ist auch die Filiale der Bäckerei Kias am Rathaus, weil die Fahrer dort selbst nach Geschäftsschluss am Abend den Busschlüssel abgeben können und die Verkäuferin ihn am nächsten Morgen wieder an den diensthabenden Fahrer aushändigt.

Ziel des Bürgerbusvereins ist es, so viele Fahrer wie möglich für das Ehrenamt zu begeistern. Die fahren dann täglich rund 40 bis 50, manchmal sogar 70 Gäste von A nach B. So ist der Bürgerbus zu einer festen Größe in der Gemeinde geworden – und die „Plänkschter“ lieben ihr Bussl. Es ist so zu einem Stück Heimat auf vier Rädern geworden.

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Volontariat Jungredakteurin der Schwetzinger Zeitung

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