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Friedhof - Gedenken an die Toten am Volkstrauertag / Coley Klein spricht als Vertreter des Jugendbeirates / Gräberfeld als stille Gedenkstätte

Tafel zum Totengedenken auf dem Ehrenhain in Plankstadt enthüllt

Von 
zg
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Ulrich Kobelke (v. l.), Archivar der Gemeinde, Bürgermeister Nils Drescher und Pfarrerin Christiane Banse enthüllen die Gedenktafel. © Picasa

Plankstadt. Vor 50 Jahren wurde das Gräberfeld als stille Gedenkstätte errichtet, um an die Toten der Kriege, besonders des Zweiten Weltkrieges zu erinnern – jetzt ist auf dem Ehrenhain des Friedhofs eine neue Ehrentafel enthüllt worden. Sie zeigt die Inschriften der Gräber auf dem Ehrenhain, wo nicht nur Soldaten ihre letzte Ruhe gefunden haben, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde.

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Zunächst aber fand unter Mitwirkung von Musikverein, Deutschem Roten Kreuz, der Freiwilligen Feuerwehr sowie des Jugendbeirats die Gedenkfeier zum Volkstrauertag unter der geltenden 3G-Regel mit Besuchern auf dem Friedhof statt. Bürgermeister Nils Drescher freute sich in seiner Begrüßung besonders, dass die Gedenkfeier zum Volkstrauertag wieder in diesem Rahmen mit zahlreichen Teilnehmern feiern zu können. In seiner Ansprache betonte er, dass der Volkstrauertag für die Erinnerung an die beiden Weltkriege und den offenen Umgang mit unser aller Vergangenheit stehe.

„Wir gedenken heute den Millionen Opfern unter den Soldaten, der Zivilbevölkerung in Europa, den getöteten und verfolgten Minderheiten sowie den Menschen mit Behinderungen, die abscheulich behandelt und systematisch getötet wurden. Wir schließen in unsere Gedanken sechs Millionen Menschen ein, die in deutschen Konzentrationslagern vernichtet wurden. Das gemeinsame Gedenken am Volkstrauertag ist tief in unseren Traditionen in Plankstadt verwurzelt. Es handelt sich dabei um einen unverzichtbaren Anlass, der einen herausragenden Platz in unserem Leben in Plankstadt hat.“

Drescher unterstrich, dass erst das gelebte Bekenntnis zur Vergangenheit uns zu dem mache, was wir heute wären und die Vergangenheit uns zeige, wie zerbrechlich Frieden und wie wertvoll unsere Demokratie wären. Leider seien viele dieser Erinnerungsorte nach sieben Jahrzehnten verschwunden. Manche wären überwuchert von Gras, Büschen und Bäumen. Gerade deshalb sei es wichtig, dieses sichtbare Vergessen zu verhindern, dem Anlass zu gedenken und die Denkmäler zu erhalten.

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Als Vertreter des Jugendbeirates der Gemeinde sprach Coley Klein über die Bedeutung und das Ankommen des Volkstrauertages in der heutigen Welt der Jugendlichen. Pfarrerin Christiane Banse von der evangelischen Kirchengemeinde betonte in ihrer Gedächtnisansprache, dass man bei der Feier an alle denken solle, die durch Kriege gestorben sind oder durch Gewaltherrschaften zu Opfern wurden. Sie hoffe, dass alle Menschen sensibilisiert seien, nie wieder Umstände zu provozieren oder zu fördern, die zum gewaltsamen Tod von Menschen führten. Insbesondere dürfe man nicht schweigen, wenn man Zeuge von Unrecht werde. „Trauer hat so viele Gesichter wie es Menschen gibt“, diese Botschaft gab sie an diesem Morgen weiter. An den Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge gerichtet, dankte sie, auf dem Friedhof einen Ort zu haben, um sich zu erinnern und das Andenken mit in den Alltag nehmen zu können.

Denkmal im Eingangsbereich

Ergänzend zu den Ansprachen erwähnte Bürgermeister Nils Drescher, dass in Plankstadt die Denkmäler an die Weltkriege in den vergangenen beiden Jahren saniert wurden. Das Denkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs fand sichtbar im Eingangsbereich der Trauerhalle einen neuen Platz. Er dankte den ausführenden Firmen und dem Gemeinderat, der durch seine Beschlüsse die Sanierung ermöglicht hatte. Zusammen mit der Umgestaltung des Eingangsbereichs und der Erweiterung des Friedhofgeländes wurden über 200 000 Euro bereitgestellt. Zum ersten Mal legte auch die Freiwillige Feuerwehr im Anschluss zu den Klängen der Europahymne einen Kranz am großen Mahnmal nieder.

Im Anschluss an das ehrende Gedenken zum Volkstrauertag wurde auf dem Ehrenhain die neue Ehrentafel enthüllt. Nachdem das große Mahnmal vor rund einem Jahr in den Eingangsbereich des Friedhofs versetzt wurde, ist die Tafel zur Erinnerung an die im Bereich des Ehrenhains Bestatteten und deren Familien installiert worden, damit sie nie in Vergessenheit geraten. Auch die Menschen heute sollen sich erinnern, da sich derartige Ereignisse nicht wiederholen dürfen. Das Andenken gilt allen, die durch Krieg, Vertreibung, Terror und Gewalt ihr Leben verloren haben.

Nach einer kurzen Rede des Bürgermeisters hob Ulrich Kobelke, Archivar der Gemeinde, in seiner Ansprache die Bedeutung des Ehrenhains hervor und berichtete über Ereignisse und Personen im Kontext des Krieges in Plankstadt: „Der eine oder andere war damals zur falschen Zeit am falschen Ort und wurde von Soldaten erschossen oder bei einem Angriff verletzt. Manche der hier Beigesetzten sind zu Hause oder durch Bombenangriffe auf ihre Arbeitsstätte in Mannheim-Rheinau, Ludwigshafen oder im Reichsausbesserungswerk Schwetzingen ums Leben gekommen oder wieder andere sind nach schweren Verletzungen in Lazaretten der näheren und weiteren Umgebung gestorben.“

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Im Herzen tragen

Die Anwesenheit des Jugendbeirats der Gemeinde durch Coley Klein zeigte, dass die Erinnerung und Ehrung der Kriegsgeschehnisse bei der heutigen Jugend angekommen ist, auch in dieser Generation eine Rolle spielt, somit weitergetragen wird. Pfarrerin Christiane Banse sprach, dass die Erinnerung nicht nur an diese Stelle gehöre, jeder für sich solle sie als Teil seiner selbst mitnehmen und in seinem Herzen tragen. Sie schloss die Veranstaltung mit einem Segen ab.

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