Fritz-Mannherz-Hallen

Dach der Fritz-Mannherz-Hallen Reilingen: Für Photovoltaik ungeeignet?

Klimaschutz und Energiewende sind die großen Herausforderungen der Zeit, der sich auch die Gemeinden zu stellen haben. Bürgermeister Weisbrod will eine Erneuerung der Dachlandschaft der Hallen prüfen lassen.

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jd
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Architekt Eberhard Vögele überprüft ge-meinsam mit weiteren Sachverständigen das Kalzip-Dachsystem. © Gemeinde

Reilingen. Klimaschutz und Energiewende sind die großen Herausforderungen der Zeit, der sich auch die Gemeinden zu stellen haben. Sie sind gefordert, für ihre kommunalen Immobilien zukunftsfähige Lösungen zur Deckung des Primärenergiebedarfs zu finden, die Energieeffizienz zu steigern, sich zugleich ein stückweit von der Energieversorgung und steigenden Strompreisen unabhängig zu machen. Könnten beispielsweise die Dachflächen der Mannherz-Hallen in Reilingen umfassend mit Solarzellen einer Photovoltaikanlage bestückt werden, ließe sich mit jährlich bis zu 281 000 Kilowattstunden ein enormer Energieertrag generieren, errechneten Energieexperten. Bei einem Autarkiegrad von 47 Prozent müssten nur noch etwa 97 600 Kilowattstunden pro Jahr zugekauft werden, so deren optimistischen Annahmen.

Ernüchterndes Energie-Audit in Reilingen

Doch so einfach, wie es die Hersteller derartiger Anlagen vollmundig in ihrer Werbung suggerieren, lässt sich das nicht immer bewerkstelligen. Diese betrübliche Erfahrung musste auch die Gemeindeverwaltung machen, die sich schon einige Zeit mit der Thematik beschäftigt. Noch im Juli war die Zuversicht groß, demnächst eine großflächige Photovoltaikanlage auf dem Hallendach in Betrieb nehmen zu können. Das im Dezember öffentlich gewordene Fazit eines Energie-Audits konfrontierte Gemeinderat und Verwaltung jedoch mit einer unangenehmen Wirklichkeit.

Fachingenieure und Architekt kamen in ihrem Gutachten übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass die aktuellen baulichen und statischen Verhältnisse der Dachkonstruktion eine Photovoltaikanlage nicht zulassen.

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„Die Dachlandschaft des Hallenkomplexes besteht aus einem Stehfalzsystem aus Aluminium (Kalzip)“, erläutert Bürgermeister Stefan Weisbrod. Eine derartige Eindeckung erfülle nicht die beim Aufbringen von Solarmodulen zwingend zu berücksichtigende Windlast. Die Module könnten durch den bei entsprechenden Windverhältnissen von der Luftströmung hervorgerufenen Unterdruck wegfliegen.

„Wir stehen jetzt wieder am Anfang und müssen unser Vorgehen neu überdenken“, so die desillusionierende Einschätzung von Bürgermeister Stefan Weisbrod. Er könne sich vorstellen, die auf eine Lebenszeit von etwa 40 Jahren ausgelegte Bedachung der 1992-1994 wieder aufgebauten Mehrzweckhalle vorzeitig zu erneuern und diese zugleich energetisch zu ertüchtigen. Um allerdings ein derartiges Projekt angehen zu können, müssten zunächst die finanziellen Rahmenbedingungen geschaffen und insbesondere geklärt werden, ob Landesmittel aus den Sportförderprogrammen generiert werden können.