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Schlossgarten Schwetzingen

Eine schöne Reise beim Schwetzinger Lichterfest

Livemusik, Tanz, Comedy, Spiel, Sport und Spaß kombiniert mit einem Hauch von Rokoko in einem einzigartigen Ambiente: Das Lichterfest im Schlossgarten Schwetzingen verzauberte am Samstag laut Veranstalter knapp 20 000 Gäste.

Von 
Katja Bauroth und Volker Widdrat
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Stilvoll picknicken - mit echten Kerzen: Bei Stefanie und Jens aus Schwetzingen mit ihren Freunden war das beim Lichterfest angesagt. Sie haben es sich auf der Wiese vor der Hauptbühne gemütlich gemacht. © Bauroth

Schwetzingen. Und die erlebten ein unvergleichliches Spektakel: Wo sonst trifft man elffache Weltmeister im Formationsstepptanz, eine Geigenvirtuosin par excellence, in Barockkostümen gewandete Herrschaften und einen Herzblutpfälzer mit Scharfsinn an einem Abend?

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Dabei waren das Ensemble „Penguin Tappers“ mit ihrer irren Tap-Dance-Show, die fabelhafte „Voice of Violin“ Katharina Garrard (Video) mit ihrem Crossover aus Pop und Klassik, die eleganten Damen und Herren des „Churfürstlichen Hofstaats Schwetzingen“ und Comedian Christian „Chako“ Habekost nur wenige der zahlreichen Protagonisten, die in der einstigen Sommerresidenz des Kurfürsten Carl Theodor für ein unvergleichliches Spektakel für Generationen sorgten.

Kinderspaß kennt keine Grenzen

Die sonst grüne Ruheoase verwandelte sich am Samstag in ein gigantisches Erlebnisparadies. Der richtig heiße Sommer der vergangenen Tage legte glücklicherweise eine Pause ein und auch die Wolken hielten dicht, sodass bei dennoch 27 Grad Celsius etliche Gäste noch spontan die Tageskassen nutzten. Das führte zum Auftakt um 17 Uhr zu langen Schlangen etwa am Haupteingang, später am Abend gab es selbige dann hier und da vor den WC-Anlagen und Versorgungsständen.

Die Breakdance-Show begeistert. © Bauroth

Trotz des erweiterten Angebots des Öffentlichen Nahverkehrs, der mit dem Lichterfestticket gratis genutzt werden konnte, waren die Parkplätze proppenvoll, Anwohner fanden in ihren Straßen wegen Fremdparker keine Plätze mehr und auch bei der GRN-Klinik wurden die Notfallparkplätze belagert. Nach der Veranstaltung gab es entsprechend vollgestopfte Straßen. Doch damit muss – auch wenn es an dieser Stelle banal klingt – nun mal bei einer solchen Veranstaltung gerechnet werden. Der Organisator versuchte laut eigenen Aussagen im Vorfeld das „Kaufland“ zu überreden, dort die Parkflächen für den Abend zu öffnen – dafür gab es jedoch eine Absage.

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Auch wenn solche Begleiterscheinungen durchaus nerven, sollten sie die tollen Eindrücke, die das Lichterfest hinterlassen hat, nicht trüben. Die Besucher erlebten eine wunderbare Stimmung, die schöner nicht hätte sein können: Mit Einbruch der Dunkelheit leuchteten unzählige Lichter auf dem Parkareal. Große Pylone, hunderte LED-Strahler, um die 2000 kleinen Flammenschalen sowie bunte Solar-Lampione in den Blumenrabatten schufen eine atemberaubende Parkatmosphäre vor dem illuminierten Schloss.

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Schwetzingen: Impressionen vom Lichterfest im Schlossgarten Schwetzingen

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Wandelnde Stelzenläufer und Feen der Gruppe „Fairytales“ machten bereits zuvor die Magie perfekt. Viele Familien nutzten die Möglichkeit für den abendlichen Ausflug. Vor der Orangerie alberte Clown Beppo mit seinem Freund Ferdinand vom „Kakerlaki-Clowntheater“. „Die Welt ist voll Musik“, riefen die beiden Clowns den Kindern zu. Aber es gab ja auch noch die riesigen Hüpfburgen, Kinderschminken und Glitzer-Tattoos sowie Würfelspiele mit dem Fitnesspark Pfitzenmeier. Beim neuen Bungeerun galt es, nicht nur schneller als der Mitstreiter zu sein, sondern auch gegen das starke Rückzugsseil anzukämpfen. Die Gaudi war entsprechend groß, wenn das Seil gewann. Bis zum Sonnenuntergang war hier jede Menge Action angesagt.

Vor der Hauptbühne ist gut was los... © Bauroth

Richtig schön: In der Dunkelheit flogen leuchtende LED-Kugeln, die die Kinder zuvor gebastelt hatten. Da staunten die VIP-Gäste von Radio Regenbogen, die gegenüber auf Picknickdecken „Tischmacher Weine“ und Raffinessen aus der Schlossgastronomie „Theodors“ zu Musik der „Akustik AG“ genossen.

Volles Haus bei „Chako“

Jazzer-Urgestein Aart Gisolf und seine Freunde passten mit chilligen Melodien perfekt in die Pfälzer Wein-Lounge am Minervatempel. Die United States Army, Europe and Africa Band & Chorus sorgte dagegen für ordentlich Wumms auf der Hauptbühne und animierte zum Hüftwackeln. Dem stand die „Asparagus Big Band“ mit flottem Swing am großen Weiher in Nichts nach. Die Swing-Formation des Musikvereins Stadtkapelle Schwetzingen unter der Leitung von Pascal Morgenstern holte die alten Zeiten zurück, nicht nur mit dem Glenn-Miller-Sound, sondern auch in Erinnerung an frühere Lichterfeste. Die Big Band musizierte unter anderem mit Sängerin Anne Diener – ein Erfolgsgespann seit knapp 20 Jahren, wie der Vorsitzende der Stadtkapelle, Simon Abraham, erzählt. Toll die gemeinsamen Titel „God bless the child“, „On the sunny side on the street“ und „Somewhere over the rainbow“ oder auch „What a wonderful world“ von Louis Armstrong mit Special Guest Manfred Kern. Bei den Instrumentalnummern kam zum Beispiel „Car Wash“ richtig gut an. Der Applaus war weithin zu hören.

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Das Festivalgelände, auf dem in diesem Donnerstag Musik im Park startet, war teilweise so gut besucht, dass die Tore kurz geschlossen wurden, bis wieder ein paar Gäste weiterwandelten. Auf der Bühne eröffnete die Hip-Hop-Performance der Jugendlichen der Tanzschule Kiefer das Abendprogramm. Das war schon recht schweißtreibend. Wohl dem, der etwas Kühles greifbar hatte: ein Glas Weißwein zum Beispiel. In der Pfalz gibt es stets eine Rettungsgasse – für den Lieferwagen der Winzergenossenschaft. Das erfuhr das Publikum von „Chako“ Habekost. Älterwerden sei so eine Sache. Verhindern könne man es nicht, da kann der 60-Jährige das Hip-Hop-Wippen noch so lange vor dem Spiegel üben. Das Publikum war einverstanden. Der Comedian schrie wie immer sein „Weeschwie’schmään?“ raus, die donnernde Antwort lautete wie immer „Ajoo!“.

"African Drums" vom Trommelpalast Mannheim in Action. © Bauroth

Zurück zur Verköstigung: Vor den Getränke- und Essensständen bildeten sich bald lange Schlangen. Mancherorts war das Bier eher lauwarm. Die Schorletrinker trafen es besser. Ein eiskalter Schoppen und dann noch im Dubbeglas – so muss das! „Me and the Heat“ musste nicht mehr vorgestellt werden. Die Band um Mike Frank setzte den fulminanten Schlusspunkt auf der Festival- und Picknickwiese. „Let the music play“ – und schon ging bis spät abends die Post ab!

Beim Rundgang machten einige Besucher auch Station am Segway-Parcours von Stadtsafari. Kinder und Erwachsene wurden perfekt angeleitet. Anfangs sieht es nicht so einfach aus, aber wenn’s läuft, macht’s Spaß.

Ballerinas verzaubern Publikum

Das Lichterfest kam einer schönen Reise gleich – einmal in die Vergangenheit und zum anderen in die weite Welt: Zwischen dem afrikanischen Trommelwirbel des „Afrodrums Trio“ entführte der „Historische Tanzkreis Bensheim“ mit seinen eleganten Schrittfolgen in die Zeit des Kurfürsten. Apropos Eleganz: Die bewiesen die Tänzerinnen und Tänzer des Ballettstudios von Barbara Benkeser aus Schwetzingen (Video), die sich unter Apollos Augen grazil bewegten – dafür gab es immer wieder eine Menge Applaus.

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Ein Klangerlebnis allererster Güte bot an dieser Stelle auch Geigenvirtuosin Katharina Garrard alias „Voice of Violin“. Mit ihrem Crossover riss sie die Zuhörer mit und holte Kinder auf die Rasenbühne. „Applaus für die besten Kinder der Welt“, rief sie. Dann trauten sich auch einige Mamas, die Lust bekommen hatten, irisch zu tanzen. Übrigens: Die Symbiose vor Ort passte. Denn Katharina Garrard war früher selbst gerne in der Ballettschule. Das Tanzen rühre sie immer noch zu Tränen, verriet sie. Die Violinenmusik und das klassische Ballett vor dem Apollotempel hätte auch Kurfürst Carl Theodor und seinem Hofstaat gefallen. „Das ist Abwechslung für die Seele“, meinte eine begeisterte Seniorin.

2023 wieder in der Spargelstadt

Wie im Orient fühlten sich die Besucher in der Umgebung der Moschee. Die „Dahlia Showgirls“ hatten vier Showblocks vorbereitet. Abwechselnd im Innenhof oder auf der Bühne vor der Moschee verzauberten sie mit Schleiertänzen und Einlagen aus Tausendundeiner Nacht. Die Damen können neben orientalischem Tanz aber auch Bollywood Dance, Hawaiian Hula und Flamenco. Eine Augenweide! Die World Dance Academy aus Mannheim mit Chefin Nina Teza hat immer großen Spaß. „Komm als Gast, geh als Freund“ ist das Motto der „Friends Shisha Lounge“ in der Schwetzinger Kronenstraße. Jetzt wurde die Gastfreundschaft ins Beduinenzelt vor der Moschee verlegt, ganz entspannt bei türkischem Tee und Cocktails, Döner und Köfte und den Wasserpfeifen für jeden Geschmack. Herrlich, so beim Sonnenuntergang am Wasser zu sitzen.

Die Ballerinas der Ballettschule von Barbara Benkeser bekommen viel Applaus für ihre Vorführungen. © Bauroth

Das dachten sich auch viele jüngere Semester, die in den Seepferdchengarten abtauchten: Hier trafen Fans der Elektrobeats auf den Mannheimer DJ Coshi und groovten bei House- und Clubmusik in die lauschige Nacht, die mit einem atemberaubenden Feuerwerk beim Lichterfest gekrönt wurde.

Und das gibt es auch im nächsten Jahr an gleicher Stelle wieder zu erleben, wie Andreas Roth vom Veranstalter Yellow Concerts verrät: „Da wir wegen Corona aus unserem Zweijahresrhythmus, was Schloss in Flammen und das Lichterfest angeht, geflogen sind, wird es ausnahmsweise im nächsten Jahr wieder ein Lichterfest im Schlossgarten Schwetzingen geben.“ Schloss in Flammen findet 2023 in Mannheim statt. Und in 2024 soll dann wieder alle zwei Jahre der gewohnte Wechsel greifen.

Bis dahin laben wir uns an den schönen Erinnerungen an einen Abend mit Livemusik, Tanz, Comedy, Spiel, Sport und Spaß kombiniert mit einem Hauch von Rokoko in einem einzigartigen Ambiente.

Der "Historische Tanzkreis Bensheim" entführt mit Tänzen in die Zeit des Kurfürsten Carl Theodor. © Bauroth
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Ressortleitung Katja Bauroth ist Redaktionsleiterin der Schwetzinger Zeitung/Hockenheimer Tageszeitung.

Freier Autor Volker Widdrat ist freier Mitarbeiter.

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