AdUnit Billboard
Reaktion

Eingreifen in Natur als Störfaktor

Peta teilt Ansichten unseres Autors zum Fleischkonsum nicht

Von 
peta
Lesedauer: 

Für unsere von Journalist Stefan Kern verfasste Betrachtungsreihe zu gesellschaftlichen und nachhaltigen Themen erhält die Redaktion viele Reaktionen. Auf den Artikel „Wie der Verzicht auf Fleisch einen natürlichen Kreislauf zerstört“ (SZ vom 22. August 2022) meldet sich Peta, Deutschlands größter Tierschutzorganisation, die sich für die Rechte aller Tiere einsetzt. Sie schreibt:

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

„Ihren Artikel ,Wie der Verzicht auf Fleisch den natürlichen Kreislauf zerstört‘ haben wir gelesen und freuen uns, dass Sie sich mit diesem Thema kritisch auseinandersetzen.

© SZ

Danke, dass Sie darin auch den Zusammenhang zwischen dem Konsum tierischer Produkte und Tierleid herstellen und die dramatische Auswirkung der ausbeuterischen Tierwirtschaft auf unseren Planeten erläutern.

Mehr zum Thema

Sommer-Essays

Wie der Verzicht auf Fleisch einen natürlichen Kreislauf zerstört

Veröffentlicht
Von
Stefan Kern
Mehr erfahren

Uns Menschen ist es wahrscheinlich schon seit Urzeiten ein starkes Bedürfnis, zusammenzukommen und gemeinsam zu essen. Dass in unserem Kulturkreis dabei häufig tote Schweine, Rinder oder Wildtiere auf den Teller kommen – aber keine Hunde und Katzen, hat allerdings weniger mit einem vermeintlich naturgegebenen Kreislauf zu tun, sondern ist lediglich die Folge von Speziesismus. Diese Diskriminierung von fühlenden Lebewesen aufgrund ihrer Artenzugehörigkeit ist tief in der Gesellschaft verankert.

Speziesismus bildet die Grundlage, Tiere in essbar, nützlich und niedlich einzuteilen, sie der Ausbeute und dem Tod freizugeben oder sie zu lieben und als Familienmitglied anzuerkennen. Dabei tragen alle den Wunsch nach einem unversehrten Leben in Freiheit in sich, verfügenüber eine einzigartige Persönlichkeit und individuelle Bedürfnisse, empfinden Leid und Freude.

Ihre Ausführung, Menschen, die kein Fleisch essen, zerstören die natürliche Nahrungskette, können wir nicht nachvollziehen. Längst hat sich der Mensch über die Natur und ihre Kreisläufe erhoben, hat zu Lebzeiten keine natürlichen Feinde und kann demnach nicht mehr als gleichwertiger Teil dieses Zyklus betrachtet werden. Maßgeblich sein Eingreifen in die Natur zerstört jedwede Nahrungsgrundlage. Die natürliche Nahrungskonkurrenz wird ausgeschaltet, Meere werden leergefischt, Wildtiere bejagt und damit wichtige Ökosystemkreisläufe ruiniert. Die Tierindustrie beansprucht große Landflächen, verdrängt dadurch die Natur, zerstört Lebensräume und verringert die Artenvielfalt, kurzum: Kein Fleisch zu essen, zerstört keine Kreisläufe, vielmehr ist die pflanzenbasierte Ernährung große Hoffnungsträgerin, um unseren Planeten erhalten zu können.

Auch die vermeintliche Sorge um die individuelle Versorgung mit Vitamin B12 teilen wir seitens Peta nicht. In einer Wohlstandsgesellschaft wie der unseren ist es ein Leichtes, dieses Vitamin synthetisch herzustellen und zu substituieren. In der Tierwirtschaft wird im Übrigen genauso verfahren, da Vitamin B12 und andere Nährstoffe der Tiernahrung beigemischt werden.

Wir würden uns freuen, wenn Sie dieses tierschutzrelevanten Aspekte in künftigen Artikeln berücksichtigen könnten.“ peta

Info: Die Essays zu Phänomenen unserer Zeit gibt’s unter schwetzinger-zeitung.de/leben

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1