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Interview zum Jazzfrühschoppen

Stephan Kirsch über die SAP Big Band: Da steckt so viel Potenzial drin

Im Gespräch mit dieser Redaktion macht Stephan Kirsch Lust auf den Jazzfrühschoppen mit der SAP Big Band am Sonntag auf den Kleinen Planken.

Von 
Jürgen Gruler
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Die SAP Big Band ist ganz in ihrem Element. Jedes Jahr üben sie ein komplett neues Programm ein. © Lutz Schmidt/Frank Schindelbeck

Schwetzingen. Hoffentlich spielt das Wetter mit, dann wird es ein wirklich schöner Sonntag für Schwetzingen. Los geht’s auf den Kleinen Planken, wo um 11 Uhr, direkt nach dem Gottesdienst der evangelischen Kirchengemeinde auf der Bühne der Jazzfrühschoppen der Sparkasse Heidelberg und der Schwetzinger Zeitung beginnt (Eintritt frei). Bis 14 Uhr unterhält hier die SAP Big Band die Besucher Open Air (Bei Regen im Lutherhaus), für Bewirtung sorgen der Kindergartenförderverein und die umliegenden Lokale. Und ab 13 Uhr sind dann zum Mozartsonntag überall in der Stadt die Geschäfte geöffnet – mit tollen Angeboten und Aktionen zum Herbstbeginn.

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Wir haben im Vorfeld des Jazzfrühschoppens mit Stephan Kirsch gesprochen, der seit 2019 die SAP Big Band leitet.

Sie hatten gerade die Big Band übernommen und dann kam Corona – wie schwierig war das für Sie und den Zusammenhalt im Orchester?

Stephan Kirsch: Der Zusammenhalt in dieser tollen Band war und ist sehr gut. Dem konnte auch Corona nicht entgegenwirken. Dennoch war es schwierig, die Probenarbeit aufrecht zu erhalten. Anfänglich, als das Proben mit Blasinstrumenten in geschlossenen Räumen gänzlich verboten war, wurde im Sommer im Freien geprobt. Später, nachdem das Proben in Präsenz wieder erlaubt wurde, haben wir einen tollen Saal gefunden, in dem das Proben unter den üblichen Sicherheitsauflagen gestattet war. Aktuell proben wir, wie seit über 20 Jahren, wieder in Räumlichkeiten bei der SAP.

Ziel ist ja immer, dass sich die Big Band jedes Jahr ein komplett neues Programm erarbeitet – warum eigentlich?

Kirsch: Das ist erstmal dem jährlichen Mitarbeiterkonzert bei der SAP geschuldet. Einerseits wollen wir uns bei diesem Highlight nicht wiederholen, zum anderen laden wir uns jährlich neue „Stargäste“ ein, die ihre eigenen Programme mitbringen. Und nicht zuletzt: Die Band ist so gut, dass sie sich immer neuen Herausforderungen stellen will. Alles andere wäre auf dem aktuellen Niveau der Band zu langweilig. Da ist so viel musikalisches Potenzial in der Gruppe vorhanden, das einfach gefördert und gefordert werden möchte.

Was bekommen wir am Sonntag in Schwetzingen von der SAP Big Band zu hören?

Kirsch: In diesem Jahr haben wir uns viel mit Film- und Vokalmusik auseinandergesetzt. Das Programm wird durch Big-Band-Klassiker aus verschiedensten Jahrzehnten abgerundet. Für jeden wird etwas dabei sein: Swing, Rock und Pop – rein instrumental und mit Gesang. In Schwetzingen möchten wir das Publikum mit gut gemachter Musik unterhalten. Und wenn es funktioniert, dann haben Musiker und Zuhörer eine Menge Spaß. Denn das ist das Wichtigste: In die Musik abtauchen und den Alltag für diese Zeit vergessen.

Was machen Sie, wenn ein Mitglied der Big Band beim Auftritt nicht dabei sein kann?

Kirsch: Dann verstärken wir uns mit Musikern aus der Metropolregion Rhein-Neckar, oft auch aus dem Profilager. Auch diesen Sonntag sind einige tolle Vertretungen dabei.

Zur Person: Stephan Kirsch

Dem Start im Posaunenchor folgte der Sprung in Jugendorchester und Bigbands. Studien der Orchestermusik und Musikerziehung sowie sein Konzertdiplom schloss Kirsch mit Auszeichnung ab.

Anfänglich war er als Solobassposaunist des BGS-Orchesters Hannover tätig. Die Entscheidung, als freier Musiker und Lehrer tätig zu sein, lag auf der Hand. Es folgten Ballettproduktionen am Nationaltheater Mannheim sowie der Staatsoper Stuttgart. Aufnahmen mit John King, Erwin Ditzner und Nicola Hein resultierten daraus.

Seit 2019 leitet Stephan Kirsch die SAP Big Band. jüg

Wo waren Sie dieses Jahr schon unterwegs? Haben Sie auch bei den großen Festveranstaltungen zum SAP-Jubiläum gespielt?

Kirsch: Wir haben nach zwei Jahren und vielen Corona-bedingt stornierten Konzerten im Juli 2022 unsere Konzerttätigkeit wieder aufgenommen. Beim internen Sommerfest zum 50-jährigen Firmenjubiläum der SAP durften wir uns den Mitarbeitern und deren Familien wieder mit unserem ganz neuen Programm präsentieren.

Was macht für Sie den typischen Big-Band-Sound aus?

Kirsch: Den typischen Big-Band-Sound gibt es für mich nicht. Jede große Big-Band hatte und hat ihren eigenen Sound. Aber es gibt natürlich Prägungen, die mich seit meiner Jugend sehr beeinflusst haben: Count Basie, Frank Sinatra, Terry Gibbs. In neuerer Zeit Bob Mintzer oder Les Hooper. Alle Bands haben gemeinsam, dass sie „grooven“ und handwerklich meisterhaft spielen. Das sind hohe Ziele, die auch wir erreichen möchten.

Welche Pläne gibt es für die nähere Zukunft für das Orchester und was hoffen Sie für den Winter?

Kirsch: Die Zeit bis November steht ganz im Zeichen der Vorbereitung auf unser nächstes Mitarbeiterkonzert bei der SAP. Dafür haben wir auch schon zwei besondere Gäste und Solisten verpflichtet, deren Namen wir aber natürlich noch nicht verraten. Für 2023 ist unsere nächste Studioaufnahme geplant, für die wir unter anderem mit dem ehemaligen Posaunisten der NDR Bigband, Joe Gallardo, im Gespräch sind. Und ansonsten hoffen wir auf möglichst viele tolle Auftritte wie den jetzt in Schwetzingen und, dass Corona uns dabei nicht wieder in die Quere kommt.

Chefredaktion Jürgen Gruler ist Chefredakteur der Schwetzinger Zeitung.

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