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Festival Kulturbeutel: Von erlösenden Liedern zu meisterlicher Komik

Das Festival Kulturbeutel geht im Alten Stadtsaal mit viel Musik und Improvisationstheater auf die Zielgerade. Von Liedermachern über Beatboxer bis zu Konzertakrobaten reicht das Programm.

Von 
Matthias Mühleisen
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Nur mit Mund und Mikrofon: Die vier Beatboxer von „The Razzzones“ zaubern faszi-nierende Töne aus ihren Stimmen. © Sven A. Hagolani

Speyer. Das Festival Kulturbeutel im Alten Stadtsaal geht in den Endspurt: Bis Sonntagabend präsentiert das Kinder- und Jugendtheater noch fünf abendfüllende Gastspiele, zwei vormittägliche Schulvorstellungen, zwei Familienvorstellungen am Nachmittag sowie ein „Frühstückspicknick für eine offene Gesellschaft“ am Sonntag, 10. Oktober, um 10 Uhr.

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Musikalisch geht es am Mittwoch, 6. Oktober, um 20 Uhr, im Alten Stadtsaal zu. Das Liedermacherduo Simon & Jan vermeldet: „Alles wird gut“. Bei ihnen sind alle richtig, die es satthaben, ihrer eigenen Spezies beim Versagen zuzusehen, sich aufregen, dass wir uns bei all den Herausforderungen in der Welt immer noch mit dieser Nazikacke abgeben müssen und einfach nur warme Wollsocken und mit ihrem Buch ins Bett wollen. Wer auf die 40 zugeht und darüber nachdenkt, zurück zu den Eltern zu gehen, ist nicht allein – Simon & Jan werden helfen.

„Wir finden langsam unsere innere Ruhe und dann machen wir gemeinsam kaputt, was uns kaputtmacht“, lautet ihre Ankündigung. Sie sind gekommen, uns zu retten, jodeln gegen ungezähmten Fleischkonsum und begleiten die menschliche Spezies vor das letzte Gericht.

In den 1980er Jahren suchte er die „Rosen im Asphalt“ und coverte Bruce-Springsteen-Klassiker: Wolf Maahn (kleines Bild). Er gilt als einer der einflussreichsten und beständigsten Musiker des Landes, seit er 1982 sein Solo-Debütalbum „Deserteure“ veröffentlichte. Einem größeren Publikum wurde er 1985 durch seinen Liveauftritt als erster deutscher Künstler in der ARD-Eurovisionssendung „Rockpalast“ bekannt.

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Die Songtexte des Wahlkölners wirken dabei oft so frisch am Puls der Zeit, als hätte er sie gerade erst geschrieben. So wie die auf seinem jungsten Studiowerk „Sensible Daten“, wo er zwischen betörenden Lovesongs wieder bissige Zeitkommentare serviert. Seit einigen Jahren geht Maahn zwischen seinen Bandkonzerten auch solo auf Tour. Eine Gitarre, ein stampfender Fuß – dann ertönt seine unverwechselbare Stimme. So wird es auch am Donnerstag, 7. Oktober, um 20 Uhr im Alten Stadtsaal sein.

Alles ist möglich – und improvisiert

Bei „Drama Light“ ist jede Vorstellung einmalig: Alles ist möglich, nichts vorhersehbar. Das Improvisationstheater nutzt die ganze Bandbreite des Genres, spielt mit Themen, Charakteren, Stilen und Emotionen. Es gastiert am Freitag, 8. Oktober, um 20 Uhr beim Kulturbeutel. In ganz unterschiedlichen Szenen gibt das Ensemble besondere Einblicke in das Leben, sucht nach den Geschichten, die berühren und das Leben lebenswert machen. Dafür brauchen die Akteure keine Kostüme, kein Bühnenbild und keinen Regisseur. Was sie brauchen, sind die Vorgaben ihres Publikums, die sie zu immer neuen Bühnengeschichten inspirieren.

Musik, aber keine Instrumente: Das ist die Spezialität von „The Razzzones“ – vier Beatboxern, die faszinierende Töne aus ihren Stimmen zaubern. Nur mit Mund und Mikrofon erzeugen sie Geräusche, Songs und ganze Klangwelten. Sie überraschen mit einer stimmlichen Variationsfülle, die kaum vorstellbar ist. „The Razzzones“ verstehen es, verschiedenste Musikrichtungen miteinander zu verbinden und ihre Zuhörer in ihren Kosmos aus Geräuschen, Songs und Beats zu entführen. Das wollen sie am Samstag, 9. Oktober, um 20 Uhr unter Beweis stellen.

Zum Festivalabschluss erwartet am Sonntag, 10. Oktober, um 20 Uhr die herrlich groteske und umwerfend komische Welt der Konzertakrobaten „Gogol & Mäx“ das Publikum. Was die meisterlichen Komiker darbieten, ist schlichtweg atemberaubend. Zwei prall gefüllte Stunden des Lachens und Staunens über die akrobatische und musikalische Kunstfertigkeit und die schier unbegreifliche Instrumentenvielfalt sind angesagt. Und wenn im „Finale grande“ die Pianisten-Ballerina im rosafarbenen Tutu auf filigranem Stahl balanciert, hat es den Anschein, als könne sich selbst die auf dem Klavier thronende Bachbüste vor Lachen kaum mehr auf ihrem Sockel halten.

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Als Familienvorstellungen zeigt der Kulturbeutel am Samstag, 9. Oktober, um 15 Uhr „Mein Freund Charlie“ vom Theater Sturmvogel und am Sonntag, 10. Oktober, um 15 Uhr „Rotkäppchen und der Wolf“ vom Allgäuer Märchentheater. Picknicktreffpunkt am Sonntag ist der Alte Stadtsaal. Bild: Angelika Maahn

Info: Reservierungen unter Telefon 0 62 32/2 89 07 50 oder E-Mail reservierung@theater-speyer.de

Redaktion Redakteur im Bereich Hockenheim und Umland sowie Speyer

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