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Mobilität

In der Rikscha durch die Stadt

Gemeindeschwester Alexandra Mally organisiert einen tollen neuen Service für Senioren

Von 
Susanne Kühner
Lesedauer: 

Speyer. Alexandra Mally ist eine aktive Frau. In ihrer Tätigkeit als Gemeindeschwester plus, die sie vor zwei Jahren in Speyer aufgenommen hat, hat sie ihre Erfüllung gefunden. Seit einigen Wochen begeistert sie in der Domstadt mit einem Angebot, das Senioren ohne Anstrengung in Bewegung bringt.

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Es war im November vergangenen Jahres, als Mally zum ersten Mal mit dem Thema Rikscha in Verbindung kam. Online, bei Workshops zu Seniorentagen, ist sie diesem begegnet. Dabei stieß die Gemeindeschwester auch auf den Verein „Radeln ohne Alter“, der von zwei jungen Frauen aus Bonn ins Leben gerufen wurde und das Rikscha-Fahren in der Bundesstadt etabliert hat.

Die Gemeindeschwester und eine Mitfahrerin © Susanne Kühnert/Alexandra Mally

„Ich habe Kontakt zu ihnen aufgenommen und gesagt, dass ich das Projekt auch gerne in Speyer starten würde“, erzählt Mally. Gefackelt hat sie nicht lange. Bereits Anfang 2022 verschickte sie E-Mails an Speyerer Geschäftsleute mit der Bitte um Spenden. Grünes Licht für die Anschaffung einer Rikscha hatte sie bereits vom Arbeitgeber aus der Stadtverwaltung erhalten. Zur Finanzierung musste sich Mally jedoch selbst etwas einfallen lassen angesichts der klammen Haushaltslage.

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In einem großen Chemieunternehmen und aus Privatvermögen wurden der ambitionierten Frau stattliche Summen zugesagt. Damit konnte sie die 13 000 Euro teure Rikscha erwerben. Ein Problem musste Mally noch lösen – die Suche nach einem Stellplatz. „Ein Geschäftsmann hat mir einen Platz in einer Tiefgarage zur Verfügung gestellt“, ist sie froh über die Freundlichkeit, die ihr bei der Umsetzung des Projekts entgegenschlug.

Den Akku der elektrounterstützten Rikscha lädt Mally bei sich zu Hause auf. Acht Ehrenamtliche hat sie zwischenzeitlich gefunden, die sich für das Chauffieren von Senioren zur Verfügung stellen. Altenheime oder auch Privathaushalte sind Anlaufstelle der Gemeindeschwester. Kostenlos dürfen die Frauen und Männer dann auf dem bequemen Sitz der Rikscha Platz nehmen. „Wir haben aber eine Spendendose angebracht. Das Geld ist für die Ehrenamtlichen, damit diese sich auch mal was zu trinken oder ein Eis holen können“, lässt Mally wissen.

Bis zu eineinhalb Stunden dauert dann die Fahrt mit der Rikscha quer durch die Stadt. Mit einer Akkuladung kommt sie gut 30 Kilometer weit. „Wir haben schon einen zweiten Akku bestellt“, informiert Mally. Geld dafür ist noch im Topf. Deutlich herauskristallisiert hat sich bereits die Lieblingsstrecke der Senioren. Die führt durchs Altpörtel über die Maximilianstraße auf eine Runde um den Dom und am Historischen Museum vorbei gen Rheinufer. Mit einem Bewohner des Altenheims Mausbergweg sei ein Ehrenamtlicher auch schon mal im Binsfeld gewesen. Der Wald sei ebenfalls bei vielen beliebt. „Die Rückmeldungen der Menschen sind ganz toll“, ist Alexandra Mally begeistert, dass das Angebot so gut ankommt. Ein großer Vorteil der Rikscha sei, dass sie an viele Stellen komme, die mit dem Auto nicht erreichbar sind – das ist natürlich für mobil eingeschränkte Personen ein großes Plus.

2000 Kilometer hat die Rikscha bereits auf dem Tacho seit ihrem ersten Einsatz Mitte Juli. „Da sind allerdings die Übungsstunden dabei“, merkt Mally an. Die sind für die Ehrenamtlichen notwendig, um sich an die Maße des Gefährts zu gewöhnen.

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