Unterschriftenaktion

SPD fordert Erhalt des Kaufhofs

Schon 741 Bürger haben unterzeichnet

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zg
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Speyer. Walter Feiniler als Vorsitzender des SPD-Stadtverbands, Philipp Brandenburger als Fraktionschef und die Bundestagsabgeordnete Isabel Mackensen-Geis fordern die Konzernspitze von Galeria Karstadt Kaufhof dazu auf. den Standort Speyer zu erhalten und eine schnelle Entscheidung zu treffen. Das teilten Sie am Dienstag in einer Presseerklärung mit.

Vor mehr als 50 Jahren eröffnete das Kaufhaus in Speyer und gilt seither als prägender Dreh- und Angelpunkt der innerstädtischen Versorgung. 2020 mussten die Mitarbeitenden in Speyer schon einmal um ihre Arbeitsplätze bangen und starten nun, nachdem der Kaufhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof Insolvenz angemeldet hat, mit erneuter Unsicherheit ins neue Jahr. „Für die Speyerer, aber ebenso für viele Menschen von außerhalb, ist das Kaufhaus eine Institution, die aus der Innenstadt nicht wegzudenken ist“, betont Isabel Mackensen-Geis, Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Neustadt-Speyer, die zentrale Bedeutung. „Ich bin froh, dass die Mitarbeitenden des Speyerer Standorts mit Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler, der Stadtratsfraktion und dem SPD-Stadtverband starke, engagierte Unterstützer an ihrer Seite haben“, so die Abgeordnete.

Unverzichtbarer Anker in der Stadt

Schon 2020, als die Zukunft des Standorts ungewiss war, sei die zentrale Bedeutung des Kaufhauses für Speyer mehr als deutlich geworden. Damals waren Bundestagsabgeordnete Mackensen-Geis und Oberbürgermeisterin Seiler zu einem Gespräch mit der Geschäftsführerin der Filiale vor Ort. Auch drei Jahre später sei das Kaufhaus aufgrund seines breiten Sortiments für die Sozialdemokraten ein für alle unverzichtbarer Anker: „Der Kaufhof ist der Schlüssel für eine gut frequentierte, lebendige Innenstadt. Unser Ziel muss es sein, den Standort zu erhalten“, positionieren sich Walter Feiniler und Philipp Brandenburger. Die SPD stehe an der Seite der Mitarbeitenden und kämpfe für zukunftssichere Arbeitsplätze, denn eine Schließung des Kaufhauses würde in erster Linie die Beschäftigten hart treffen, heißt es im Schreiben.

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„Aber auch für andere Einzelhandelsunternehmen würde der Wegfall des Kaufhof-Standortes einen Einschnitt bedeuten“, so die Speyerer SPD. Mit Aktionen auf dem Wochenmarkt am Berliner Platz und direkt vor der Kaufhof-Filiale auf der Maximilianstraße habe der SPD-Stadtverband 741 Unterschriften gesammelt, die nun übergeben werden könnten. „Es ist schön zu hören, dass einige Menschen nur wegen unserer Unterschriftenaktion nach Speyer gekommen sind, um ihre Unterstützung auszudrücken“, zieht Stadtverbandsvorsitzender Feiniler ein positives Resümee der Aktion.

Appell an die Verantwortlichen

Zur Wahrheit gehöre aber leider auch, dass die Entscheidung über die Zukunft der Kaufhauskette nicht in Speyer getroffen werde. Hier geht der Appell ganz klar an die Verantwortlichen des Konzerns, mit den Akteuren vor Ort zu sprechen. Natürlich habe sich das Einkaufsverhalten der Menschen stark verändert, eine sichere Versorgung und vor allen Dingen der Erhalt von Arbeitsplätzen in der Stadt, müsse dennoch oberstes Ziel sein.

Eine weitere finanzielle Unterstützung des Konzerns hält Mackensen-Geis für nicht zielführend: „Es geht auch um die Frage, wie sinnvoll es ist, einen alten, kranken Mann künstlich weiter am Leben zu halten. Wenn die Mitarbeitenden in zwei Jahren wieder vor derselben Unsicherheit stehen, ist das nicht nachhaltig. Der Einzelhandel muss auf das veränderte Einkaufsverhalten der Menschen reagieren, dazu braucht er konkrete Unterstützungsmaßnahmen.“ Es gehe darum, nachhaltige Alternativen zum Kaufhauskonzern zu finden: „Die Menschen, die dem Kaufhof zum Teil seit mehreren Jahrzehnten treue Mitarbeiter sind, brauchen eine Zukunftsperspektive“, fordern die SPDler. zg