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Hochwasser - Scheitelpunkt bei 8,23 Metern in der Nacht zum Sonntag erreicht / Abends um 18 Uhr schon unter Acht-Meter-Marke / Schaulustige begeben sich in Gefahr / Stadt verteilt Verwarnungen

Vater Rhein tritt rechtzeitig den Rückzug an

Von 
Jürgen Gruler und Matthias Mühleisen
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Der Platz der Stadt Kursk an der Rheinpromenade ist nicht mehr trockenen Fußes erreichbar. © Brückl

Speyer. Das ist noch mal gut gegangen: Das Hochwasser ist am Pegel Speyer auf beiden Rheinseiten nicht auf den erwarteten Höchststand von 8,35 Meter gestiegen. In der Nacht zum Sonntag war gegen 4 Uhr mit 8,23 Metern der Scheitelpunkt erreicht. Der Pegel fällt seitdem kontinuierlich. Um 18 Uhr lag er bei 7,99 Metern, Tendenz weiter fallend. Offenbar hat die Polderflutung flussaufwärts geholfen.

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Das Helmut-Kohl-Ufer war das ganzen Wochenende über das Ziel Schaulustiger. Auch an anderen Stellen wollten die Menschen sehen, wie hoch der Fluss steht. Das hat den Kommunalen Vollzugsdienst (KVD) der Stadt über Gebühr beschäftigt. Die Mitarbeiter verteilten am Samstag allein im Bereich der Franz-Kirrmeier-Straße entlang des Rheindamms 250 Verwarnungen und Platzverweise.

Auf dem Deich und in überfluteten Bereichen seien Menschen spazieren gegangen, Rad und sogar Motorrad sowie Quad gefahren. Absperrungen seien überklettert worden, und es seien sogar Personen dabei beobachtet worden, wie sie auf Treibgut gepaddelt sind. „Die Menschen waren insbesondere am Samstag leider sehr unvernünftig“, sagte die Sprecherin.

Am Sonntag waren sechs Beamte des KVD im Einsatz, die feste Posten am Deich hatten – das habe die Menschen wenigstens etwas abgehalten, sodass die Situation entspannter gewesen sei. Zunächst bleiben die Schutzmaßnahmen bestehen. Der Stab will sich am frühen Montagnachmittag austauschen, wie es weitergeht.

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Straße überspült

Wegen einer Straßenüberspülung durch Druckwasser hat die Stadt am Sonntagmorgen eine Einbahnstraßenregelung im Bereich der Industriestraße/Joachim-Becher-Straße eingerichtet in Richtung Pleiad-Gelände. Der aus dem Pleiad-Gelände kommende Verkehr wird über die Joachim-Becher-Straße, Am neuen Rheinhafen und Heinkelstraße umgeleitet. Diese Regelung müsse solange bestehen bleiben, bis das Druckwasser in der Industriestraße/Höhe Joachim-Becher-Straße wieder eine Befahrung der Geradeausspur in Richtung Pleiad möglich macht.

Die Stadt hat offensichtlich Glück gehabt – das zeitweise befürchtete Jahrhunderthochwasser blieb aus. Außer einigen vollgelaufenen Polderflächen und Auwäldern gab es nur wenig Schaden. Die bekannte und beliebte Uferpromenade, die ja inzwischen nach dem früheren Bundeskanzler Helmut Kohl benannt wurde, meldet aber Land unter. Vom Wahrzeichen, dem Fahnenmast zwischen den beiden Ausflugslokalen „Alter Hammer“ und „Rentschlers“, bis zur Mündung des Speyerbachs am Alten Hafen stehen Bäume, Bänke und Blumenrabatte im Wasser und die Nilgänse, Schwäne und Enten schwimmen munter umher.

Es wirkt wie eine Idylle und ist dennoch gefährlich, denn ein paar Meter weiter zieht der Fluss in hoher Fließgeschwindigkeit Richtung Norden und bringt manchen Baumstamm mit sich, der sich in den Kreuzfahrtschiff-Anlegern verfängt oder auf dem Sand der Beach Bar „Rheinstrand“, die fast komplett abgesoffen ist, anlandet. Von den Booten, die im Yachthafen vertäut sind, kann man fast schon auf die Balkone der Hafenvillen sehen.

Die Schutzwände haben noch ein paar Zentimeter Platz, aber der Wasserstand im Hafen ist beängstigend hoch und eigentlich dürfte man hier schon nicht mehr spazieren gehen, darauf weisen jedenfalls die Schilder hin. Aber munter sind weiter Familien mit Kindern unterwegs zum Hochwasser gucken. Die Stadtverwaltung warnt eindringlich davor, inzwischen sind auch schon die Wiesen auf der Klipfelsau, der kleinen Straße, die zur Rheinpromenade führt, zu Seen geworden und alle Parkflächen am Rhein gesperrt. Wer zum Sea-Life will muss bereits auf dem Festplatz halten, der am Samastag zur Mittagszeit fast schon voll besetzt war.

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Info: Mehr Bilder vom Hochwasser: www.schwetzinger-zeitung.de

Chefredaktion Jürgen Gruler ist Chefredakteur der Schwetzinger Zeitung.

Redaktion Redakteur im Bereich Hockenheim und Umland sowie Speyer

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