Heilsbringer, Blender und Luftnummern

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Denk ich an Deutschland in der Nacht – dieser Leser kritisiert mangelhafte Informationspolitik von Firmen wie GeoHardt und der großen Politik.

Vor 250 Jahren erforschte Alexander von Humboldt die Zusammenhänge in der Natur. Der Begriff Klimawandel kam als erstes aus seinem Munde, wie auch folgender Satz: „Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung jener Leute, die die Welt nie wirklich angeschaut haben.“

Vor 50 Jahren warnte Hoimar von Ditfurth in seinen Publikationen und im TV vor den Folgen unseres exzessiven Ressourcenverbrauchs und wegen des CO2 – speziell von Kohle und Erdöl. Ranga Yogeshwar, Mojib Latif und Dirk Steffens blasen seit vielen Jahren ins gleiche Horn.

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Die Politik reagierte bisher darauf überwiegend mit Luftnummern. Ich erinnere nur an den Segeltörn einer 30-köpfigen Bundestagsdelegation bei Neuseeland, um das Ozonloch zu erkunden. Oder das Umherschippern von „Miss Merkel mit dem Gespür für Schnee“ auf dem Schiff „Smilla“ vor Grönlands Eispanzer, um das Klima zu retten.

Klappernde Teller, vibrierende Gläser und in ihren Betten durchgerüttelte Menschen, die sich wie im Film „Der Exorzist“ wähnten, versetzten diese Woche Bewohner von Oftersheim derart in Panik, dass diese verängstigt auf die Straße rannten und in ihrer Not an die Schwetzinger Zeitung wandten.

Im Artikel von Redakteur Joachim Klaehn erfahren die Leser, was passiert, wenn die GeoHardt GmbH mit ihren schweren Vibrationsfahrzeugen unterwegs ist, um mittels „künstlicher Erdbeben“ seismologisch den Untergrund für geothermische Zwecke zu erforschen. Und er kommentierte auch den Mangel an Kommunikation. Apropos, wo wir grade dabei sind: Wer hat eine Woche vor Heiligabend den Kopf frei für eine Infoveranstaltung von GeoHardt.

Eines ist klar: Die Versorgung von Strom allein mit Windkraft und Solarpanel wird nicht funktionieren. Ob allerdings die Tiefengeothermie das Gelbe vom Ei ist, darf bezweifelt werden.

Dass die Stromversorgung auf wackligen Füßen steht, erfuhren die Menschen dieser Tage aus den Medien. E-Autos sollen ab 2024 nur maximal drei Stunden am Tag geladen und Wärmepumpen nur eingeschränkt genutzt werden, ließ die Bundesnetzagentur jetzt verlauten.

Zunächst fördert man also den Ausbau von Ladesäulen, damit die Leute sich E-Autos kaufen und wenn dies passiert ist, stehen die Leute vor dem Dilemma, dass sie ihre E-Kisten nicht mehr richtig geladen kriegen, weil es das Netz gar nicht hergibt.

Was immer mehr auffällt, ist der mangelnde politische Sachverstand. Und wenn ich den Spruch seitens der Grünen höre „Geschlecht geht vor Kompetenz“, weil Kanzler Olaf Scholz einen Mann, statt eine Frau ins Verteidigungsministerium berief, dann fällt mir dazu nur Heinrich Heine ein: „Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.“

Herbert Semsch, Brühl