„Stürmische“ Zeiten

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Zur Arbeit des CDU-Landtagsabgeord-neten Andreas Sturm schreibt uns dieser Leser seine Meinung:

Geht es um bürgernahe Politik, dann kommt man in diesen Tagen an Andreas Sturm, dem Shakespeare-Experten und CDU-Landtagsabgeordneten, nicht vorbei. Seit Wochen und Monaten ist er Dauergast in der Schwetzinger Zeitung/Hockenheimer Tageszeitung. Tenor der Berichterstattung: Der „Sturm Andi“ gibt für seine Bürgerinnen und Bürger alles.

Der in acht Landtagsausschüssen involvierte CDU-Politiker setzt sich beispielsweise ein: für Alleinerziehende, Mittelstandsinteressen, Biodiversität und Recyclinganlagen. Ehrenamt, Theaterkultur, Fachkräftemangel, Kinderschutzbund, Hockenheimring und selbst Igelkorb-Patenschaften liegen ihm am Herzen. Finanzielle Unterstützung wird allemal in Aussicht gestellt. Die im Raum gestandene Umbenennung des Schwetzinger Rokokotheaters kritisierte Sturm scharf. Unerschrocken fordert er deren sofortige Rücknahme. Wow! Was für ein engagierter Politiker, so der erste Eindruck.

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Erlaubt man sich, etwas genauer hinzuschauen, dann muss einem die geradezu obsessive mediale Omnipräsenz von Andreas Sturm, die fast schon humoristische Art des Sich-Sichtbarmachens um jeden Preis nachdenklich stimmen. Ambivalente Irritationen machen sich breit. Einerseits spricht es für den CDU-Politiker, jederzeit „Ansprech-Bar“ zu sein, sich aufopferungsvoll um Problemlösungen und finanzielle Hilfen zu bemühen und die jeweils Betroffenen mit lobenden Worten zu stärken.

Schön, so kann der Politiker Sturm nur wenig falsch machen. Er tritt damit niemandem auf die Füße. Im Gegenteil. Mit seinem opportunistisch anmutenden Wohlverhalten kann sich Sturm eines positiven Erscheinungsbildes seiner Person in der Öffentlichkeit sicher sein. Ein Schelm, wer vielleicht in Karriereabsichten den wahren Motivationsgrund für sein Engagement vermutet.

Aber sich nur auf Andreas Sturm „einzuschießen“, wäre natürlich mehr als ungerecht. Politische Akteure auch von anderen Parteien setzen in gleicher Weise oftmals auf unscheinbare Selbstinszenierungen und wohlfeile Versprechen, um sich bei der Bevölkerung „eine Stimme zu sichern“. Das ist dem Leserbrief-schreiber wohl bewusst. Die zentrale Frage ist daher, ob ein omnipräsenter Politikstil überhaupt ein vertrauensförderliches Konzept sein kann. Ein auf Opportunismus basierendes Politikhandeln ist noch jedem und jeder Abgeordneten auf die Füße gefallen. Wie mag das bei dem CDU-Politiker sein? Was unternimmt Sturm politisch nachweislich zur Umsetzung seiner Versprechen, zur Lösung existenziell bedeutsamer Themen?

Zum Beispiel in Bezug dazu: Dass junge Familien im Rhein-Neckar-Kreis in manchen Kommunen für das erste Kind in der Kita 500 Euro und mehr im Monat bezahlen müssen. Dass Sirenenwarnsysteme erneuert werden, ohne genügend Schutzräume für die Bevölkerung bereitzustellen. Dass hart arbeitende Menschen trotzdem nicht über die Runden kommen ohne zusätzliches Geld vom Amt. Dass die CDU ihre langjährige Mitverantwortung für diverse Desaster (Migrations-, Digital-, Energie-, Klimaschutz-, Pflege-, Bundeswehr-, Wohnungsbau- und Bildungsdesaster) weiter klein redet.

Wie toll wäre es, wenn der CDU-Politiker die Wirksamkeit seines politischen Handelns auf der Grundlage einer „Evaluations-Bar“ nachvollziehbar machen und viele Erfolge vorweisen könnte. Dann wähle ich den „Sturm Andi“ sofort. Ehrlich!

Dr. Roland Ullmann,

Schwetzingen