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CDU - Landtagsabgeordneter Andreas Sturm und neue Brühler Vorsitzende Herolinda Metaj würdigen Tag der Deutschen Einheit / Ex-Finanzminister Gerhard Stratthaus als Ehrengast

Plädoyer für einen positiveren Blick in die deutsche Zukunft

Von 
Volker Widdrat
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Die Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit an der vom CDU-Gemeindeverband gepflanzten Linde wird von der Bläserakademie (hinten) begleitet, während die Besucher gerade dem CDU-Landtagsabgeordneten Andreas Sturm (l.) lauschen. © Widdrat

Brühl. Die Feierstunde zum 31. Jahrestag der Deutschen Einheit fand an der im Gedenken an den 3. Oktober 1990 vom CDU-Gemeindeverband Brühl/Rohrhof gepflanzten Linde vor der katholischen Schutzengelkirche statt. Die neue Vorsitzende Herolinda Metaj begrüßte etwa 70 Teilnehmer, unter ihnen Bürgermeister Dr. Ralf Göck und Finanzminister a. D. und Ehrenbürger Gerhard Stratthaus. Die Brühler Bläserakademie unter der Leitung von Volker Hafner leitete den Festakt mit der Europahymne ein.

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Vor 31 Jahren habe es mit der Einheit keine zwei Hymnen, keine zwei Fahnen und keine zwei Nationen mehr gegeben, sagte Herolinda Metaj. So groß die Feierlichkeiten in der Hauptstadt auch gewesen seien, hätten sich gerade in den 1990er Jahren erhebliche Schwierigkeiten bei der Umsetzung gezeigt. Wie schwer das tatsächliche Zusammenwachsen sei, habe zuletzt die Bundestagswahl vor Augen geführt: „Ein Blick auf die Deutschlandkarte zeigt nicht zu selten die politischen Unterschiede zwischen Ost und West.“

Damals habe man die Nachbarn davon überzeugen müssen, dass ein vereintes Deutschland nicht wieder eine Gefahr für den europäischen Kontinent darstelle. Heute scheine es so, als würden die Skeptiker eher im eigenen Land anzutreffen sein. Daher gelte es heute, im gleichen Maße „von einem toleranten und offenen Deutschland im Herzen von Europa mit starken Partnern und Freunden in der Welt zu überzeugen“.

Der Optimismus und der Wille zur Einheit dürften nicht der Hoffnungslosigkeit und Ablehnung weichen, appellierte Metaj, aus der Geschichte Lehren zu ziehen: „Auch Feinden der Demokratie müssen wir entschieden begegnen, in den Parlamenten, in der Gesellschaft und auch im Internet.“

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Die Festansprache hielt der CDU-Landtagsabgeordnete Andreas Sturm. Bei Gedenkreden in Deutschland gehe es meistens um die Vergangenheit. Bei anderen Nationen drehe sich alles um die Zukunft. Die USA seien vereinigt durch Ziele und Ideale. China wolle mit einer langfristigen Strategie die führende politische Weltmacht werden. Europa und Deutschland habe dem nichts entgegenzusetzen.

Die Golden Gate Bridge in San Francisco sei in 84 Jahren nur wenige Stunden gesperrt gewesen, die Salierbrücke in Speyer dagegen wegen der Sanierung drei Jahre zu. Der neue Berliner Flughafen habe 15 Jahre bis zur Eröffnung gebraucht, in Peking sei ein Airport der Superlative in nur vier Jahren aus dem Boden gestampft worden. Der Neubau der Hochstraße in Ludwigshafen benötige 15 Jahre, die 2018 eingestürzte Morandi-Brücke in Genua sei nach nur einem Jahr wieder errichtet worden. „Wir haben keine Visionen mehr für die Zukunft – heute ist beispielsweise nichts mehr davon zu hören, dass wir Exportweltmeister bleiben wollen“, monierte Sturm. Dabei sei der Tag der Deutschen Einheit doch das Ergebnis einer Vision: „Adenauer hat immer gesagt, dass wir die Wiedervereinigung brauchen. Und Kohl hatte die Vision vom vereinigten Europa.“ Eine Vision müsse immer der Anfang sein, forderte Sturm eine Politik mit mehr Mut, auch in der wirtschaftlichen Entwicklung. „Die Politik hat ihre Chance verpasst, die Industrie hat ihren eigenen Plan und ist sehr viel weiter. In Deutschland fehlt es an klaren Ansagen“, meinte der CDU-Landtagsabgeordnete.

Die zunehmende Polarisierung der Gesellschaft in der Corona-Krise erfülle ihn mit Sorgen. Es gebe große Probleme, auf einen Nenner zu kommen. Vielleicht brauche es sogar eine „Einigung danach“. Sturm wünschte sich, im Diskurs so miteinander umzugehen, „dass wir uns danach noch in die Augen schauen können“. Dazu brauche es eine starke Wirtschaft und einen gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie „Politiker, die das auch vertreten“.

Die Vision des vereinigten Deutschlands sei die größte Vision des 20. Jahrhunderts gewesen, plädierte der Festredner dafür, positiv in die Zukunft zu schauen und sich mutig an Visionen heranzuwagen: „Behalten wir den Einheitsgedanken im Herzen.“ Zum Abschluss der Gedenkstunde wurde das Deutschlandlied gesungen.

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Freier Autor Volker Widdrat ist freier Mitarbeiter.

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