Bilanz

Stiftung für Brühler Bürger in Not: Schnelle und direkte Hilfe

Schnelle, unbürokratische und direkte Hilfe für Mitbürger, die von einem Schicksalsschlag getroffen wurden – das ist der Leitgedanke der Stiftung: 2022 wurde so viel wie nie zuvor ausgezahlt.

Von 
Ralf Strauch
Lesedauer: 
Zollen vor drei Jahren dem Spender des größten Einzelbetrages bisher ihren Respekt (v. l.): Gemeinratsvertreterin Heidi Sennwitz, Bürgermeister Dr. Ralf Göck, der Testa-mentsvollstrecker des Spenders Achim Fuchs, Stiftungsvorsitzender Gerd Stauffer, Helmut Kiefer, Götz Spiegel und Gerhard Stratthaus. © strauch

Brühl. Schnelle, unbürokratische und direkte Hilfe für Mitbürger, die von einem Schicksalsschlag getroffen wurden – das ist der Leitgedanke, der die Gründer der Brühler Stiftung für Menschen in Not im Jahr 2002 bewogen hat, diese private Stiftung ins Leben zu rufen. „Trotz des guten sozialen Netzes, auf das wir in Deutschland stolz sein können, ist direkte Hilfe über den Gesetzesweg im Notfall oftmals zu langwierig und zu kompliziert“, erklärt der Stiftungsvorsitzende Gerd Stauffer, „hier kann eine Stiftung vor Ort bedeutend schneller und direkter helfen“.

Der mildtätige Zweck der Stiftung ist die Unterstützung von unverschuldet in Not geratenen Personen in Brühl. Dieser Zweck wird dadurch verwirklicht, dass Personen beraten und finanziell unterstützt werden, die infolge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustands auf die Hilfe anderer angewiesen sind oder deren Bezüge bestimmten Sätze nicht überschreiten. Dann wird im jeweiligen Einzelfall vom Stiftungsrat nach eigenem Ermessen darüber entschieden, in welchem finanziellen Rahmen sich die Unterstützung bewegt.

Und solche Förderungen hat sie im vergangenen Jahr auch engagiert verteilt. So gingen 2022 laut der Bilanz der Stiftung 7430 Euro an Spenden ein, die für eine kurzfristige Verwendung gedacht sind. Geholfen wurde mit kleineren Einzelbeträgen, die sich in den vergangenen zwölf Monaten auf rund 7745 Euro summiert haben. Das ist der größte Jahresbetrag, der seit Gründung der Stiftung bislang vergeben wurde.

Mehr zum Thema

Spende

Sparkasse Heidelberg unterstützt Hockenheimer Tafelladen

Veröffentlicht
Von
Sparkasse Heidelberg
Mehr erfahren

Vergleicht man Eingänge und Auszahlung, stellt man fest, dass mit einer größeren Geldsumme geholfen wurde, als an Spenden in diesem Topf eingenommen wurden – wie ist das möglich? Die Stiftung verfügt nicht nur über Geld zur sofortigen Verfügung, sondern auch über einen Kapitalgrundstock, der inzwischen fast 1,5 Millionen Euro umfasst. Dieses Geld wird nicht für die direkte Unterstützung für Hilfsbedürftige eingesetzt, wohl aber die jeweiligen Renditen aus diesem Stiftungskapital.

Insgesamt wurden in den 20 Jahren seit Stiftungsgründung über 123 000 Euro verteilt. Da gibt es beispielsweise eine Unterstützung für die Anschaffung einer Waschmaschine eines alleinerziehenden Witwers mit drei Kindern oder eine Finanzspritze für die Stromkosten bei einem älteren Mann, der mit 80 Jahren noch arbeiten muss, weil er keine Rente bezieht. Zu Weihnachten gab es für einige Familien auch eine Beihilfe aus dem Fonds für das Fest. Die Beträge sind aber alle einmalig und sachbezogen – eine mittel- oder längerfristige Bezuschussung ist nicht vorgesehen.

Über die Geldvergabe entscheiden der Stiftungsvorstand Helmut Kiefer, Walter Pöhlandt, Gerd Stauffer, Gerhard Stratthaus, Dr. Friedrich Werner und Götz Spiegel sowie die Gemeinde Brühl, vertreten durch Bürgermeister Dr. Ralf Göck, Bernd Kieser oder dessen Vertreterin Heidi Sennwitz als Mitglied des Gemeinderates. Dem Beirat gehören Dr. Adalbert Nessel und Klaus Hermann an.

Info: Spenden können auf das Sparkassenkonto mit der IBAN DE19 6725 0020 0018 0005 39 überwiesen werden.

Autor