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Bilder helfen beim Erinnern: Central Kino zeigt Film passend zum Weltalzheimertag

Im Ketscher Central Kino wird seit einigen Jahren eigens zum Weltalzheimertag ein zum Thema ausgewählter Film gezeigt, diesmal fiel die Wahl auf „Dear Memories“ – eine Reise mit dem Magnum-Forografen Thomas Hoepker.

Von 
Caroline Scholl
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Nicole Blem vom Generationenbüro Schwetzingen (l.) mit Ute Walter vom Seniorenbüro Oftersheim und Michaela Issler-Kremer vom Seniorenbüro Ketsch. Hier finden betroffene Familien Beratung. © Scholl

Ketsch. Alzheimer – ein Schicksal, welches weltweit etwa 55 Millionen Menschen betrifft und dies mit steigender Tendenz. In diesem Jahr hat die deutsche Alzheimer Gesellschaft den Weltalzheimertag unter das Motto „Demenz – verbunden bleiben“ gestellt. Beim Weltalzheimertag geht es darum, auf die Situation der etwa 1,8 Millionen Demenzerkrankten und ihre Familien hinzuweisen. Noch ist die Erkrankung nicht heilbar, jedoch kann durch medizinische Behandlung, soziale Betreuung, Beratung und fachkundige Pflege den Kranken und deren Angehörigen geholfen werden. Im Ketscher Central Kino wird seit einigen Jahren eigens zum Weltalzheimertag ein zum Thema ausgewählter Film gezeigt, diesmal fiel die Wahl auf „Dear Memories“ – eine Reise mit dem Magnum-Forografen Thomas Hoepker. „Mich interessiert dieses Thema sehr, denn ich habe im Bekanntenkreis leider einige Betroffene. Einer erkrankte bereits mit 50 Jahren“, erklärte eine Kinobesucherin aus Hockenheim.

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Immer mehr Erkrankte

Aus der Tagespflege Kurpfalzpark in Plankstadt bestätigte die Pflegedienstleiterin Rebekka Condic, die mit ihrem Team ins Kino kam, dass die Anzahl der Betroffenen in den letzten Jahren stetig zunehme. Doch wie ist es, wenn ein Mensch nach und nach sein Erinnerungsvermögen verliert? Können Bilder oder gar das Bereisen von Wirkungsstätten der Vergangeheit helfen, Erinnerungen wieder lebendig werden zu lassen? Diesem Thema nimmt sich der Film „Dear Memories“ an. In dieser Dokumentation wird einer der besten deutschen Fotojournalisten, Thomas Hoepker auf seiner Reise quer durch die USA begleitet. Bereits mit 27 Jahren machte Hoepker, der später in den Kreis der Magnum-Fotografen aufgenommen wurde und über 40 Jahre mit seiner Kamera durch die Welt reiste, diese Reise durch die USA, wobei unzählige bewegende Bilder entstanden.

Humorvoll und beeindruckend

Nachdem im Jahr 2017 bei Hoepker Alzheimer diagnostiziert wurde, begibt sich der Fotograf mit seiner Frau Christine Kruchen auf einen Roadtrip auf der Suche nach neuen Motiven und mit der Idee, Erinnerungen wieder aufleben zu lassen. Seiner Krankheit begegnet er humorvoll auf der einen Seite, jedoch auch zutiefst beeindruckend. Seine Motivation für seine Art des Fotografierens scheint unerschöpflich. Fast ironisch mutet es an, dass ein Mann, dessen Bilder zum kollektiven Gedächtnis der Welt gehören, allmählich sein eigenes Gedächtnis verliert. Trotz widriger Reiseumstände, da der Roadtrip inmitten der Corona-Pandemie stattfindet, erreicht das Ehepaar schließlich San Francisco.

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Im Film wird an vielen Stellen auch die Härte dieser Krankheit gezeigt, wenn Erinnerungen an Wegbegleiter oder wichtige Ereignisse einfach nicht mehr abrufbar sind. Doch Thomas Hoepker selbst verzweifelt nicht an diesen Momenten, sondern hat schon wieder das nächste Motiv vor der Linse. Auch der Umgang mit der Alzheimererkrankung durch seine Frau wird im Film sehr gut dargestellt, denn sie ist es, die immer wieder Kurs hält, in dem sie mit vielen Gesprächen den Geist von Hoepker animiert.

Hilfe für Betroffene

Unterstützung für Betroffene und deren Familien hier in der Region gibt es durch Nicole Blem, Inklusions- und Seniorenbeauftragte im Generationenbüro in Schwetzingen. Beratend stehen ebenso Michaela Issler-Kremer vom Seniorenbüro Ketsch und Ute Walter vom Seniorenbüro Oftersheim zur Seite, die gemeinsam den Film für diesen Abend ausgewählt hatten und zu Gesprächen nach der Vorstellung verfügbar waren.

Freie Autorin Freie Journalistin für die Region Rhein-Neckar

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