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Gemeinderat

Widerstand gegen Schulerweiterung

Fraktionen sprechen sich gegen einen Neubau in der Ortsmitte aus

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aw
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Auf dem freien Platz vor dem Gebäude A (rechts) soll der Neubau entstehen. Ein Vorhaben, dem der Rat am Donnerstag grund-sätzlich zustimmen soll. © Wolfgang Schwindtner

Neulußheim. Auf seiner Juli-Sitzung soll der Gemeinderat am Donnerstag über einen Antrag des Trägerkreises der Freien Christlichen Schule Neulußheim entscheiden: Der Verein möchte auf dem Schulgelände in der Ortsmitte ein neues Schulhaus errichten. Kein unumstrittenes Vorhaben, wie bei einem Pressegespräch Monika Schroth (Grüne), Ingeborg Bamberg (WfN) und Renate Hettwer (SPD) vorab mitteilen – sie wollen dem Antrag auf keinen Fall zustimmen.

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Noch lieber wäre es dem Trio allerdings, das zum überwiegenden Teil auch für seine Fraktionen spricht, wenn über den Punkt erst gar nicht entschieden würde. Denn, so Ingeborg Bamberg, die Sitzungsvorlage gleiche einem Blankoscheck, sei nebulös statt präzise. „Wir fühlen uns überfahren“, fügte Renate Hettwer hinzu und erinnert an die kurze Vorlaufzeit. Erst Anfang des Monats habe man von den Plänen erfahren, keine Zeit gehabt, ein Stimmungsbild bei der Bevölkerung einzuholen. Erst seit Mitte des Monats, als die Tagesordnung im Netz stand, habe man öffentlich über den Punkt sprechen dürften, betont Monika Schroth, die gleichfalls festhält, Vertreterin aller Bürger zu sein und deren Meinung hören zu wollen.

„Fühlen uns überfahren“

Wie Hettwer hinzufügt, würden schon Flugblätter in der Nachbarschaft verteilt, die auf das Vorhaben hinweisen und allenthalben für Entsetzen sorgen. Mit einem weiteren Schulbau, so die Befürchtung, würde der Elternverkehr weiter ansteigen, die Behinderungen für die Bewohner in der neuen Ortsmitte zunehmen. Schon länger, so Bamberg, sei die Verkehrsproblematik bekannt, unternommen worden sei nichts und nun soll es noch schlimmer kommen? Alle drei Gemeinderätinnen bekräftigen, dass sich ihr Nein nicht gegen die Markusschule richte, sondern gegen den Standort. Für die Markusschule habe man immer ein offenes Ohr, so Hettwer, die an den Ringtausch im vergangenen Herbst erinnerte, als der Point ins Turmuhrenmuseum umzog, wo auch der Heimatverein und die Bücherei Platz finden sollen. Der Markusschule wurden die frei gewordenen Räume überlassen – ein Plus von gut 200 Quadratmetern.

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Nun noch einen Neubau zu errichten würde nicht nur die Verkehrsproblematik erhöhen, sondern auch die Fußläufigkeit von der St.-Leoner-Straße zum Alten Messplatz unterbinden. Und da auch der Johannes-Kindergarten noch einige Zeit auf dem Gelände ein Ausweichquartier habe, stelle sich die Frage nach dem Pausenraum für die Kinder. Besser wäre es, die Schule komplett zu verlagern, betont das Trio, das sich ein Grundstück beim Haus der Feuerwehr vorstellen kann, wo die Elterntaxis nicht zu Behinderungen führen. Zumal das Gros der Kinder von außerhalb kommt, was einen regen Bring- und Holverkehr erfordere.

Von Tagesordnung absetzen

Unabhängig davon stört sich Bamberg an der Sitzungsvorlage, in der weder ein entsprechendes Grundstück angeführt werde, noch die Bedingung der Erbpacht. So könne man dem Tagesordnungspunkt auf keinen Fall zustimmen. Zumal Schroth argwöhnt, dass mit dem Beschluss einer möglichen Dreizügigkeit der Schule Vorschub geleistet werde.

Keinen Hehl machen Schroth, Bamberg und Hettwer aus ihrer Meinung, dass das Schulgelände besser für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum geeignet sei. Diese Chance sei bei der Zeppelinstraße verpasst worden, nun öffne sich eine neue Tür. Denn am jetzigen Standort seien für die Markusschule die Grenzen erreicht, eine weitere Expansion nicht vorstellbar. Weshalb Wohnraum die bessere Alternative wäre: „Wir müssen an die Familien denken, die hier wohnen“, hält Hettwer fest und Bamberg fürchtet, dass die Jugend den Ort verlässt, wenn sie sich Neulußheim nicht mehr leisten kann.

Wohnraum schaffen, die Schule verlagern, das können sich Hettwer, Schroth und Bamberg vorstellen, jedoch auf keinen Fall eine Erweiterung der Markusschule am jetzigen Standort. Vorstellungen, über die sie mit den Bürgern diskutieren wollen. Weshalb die drei dafür plädieren, den Punkt erst gar nicht zu behandeln, zunächst die Pläne einmal mit der Bevölkerung zu diskutieren. Denn, fügt Bamberg hinzu, immer mehr Angelegenheiten würden im Rat per Kampfabstimmung entschieden, statt sie im Vorfeld zu diskutieren. aw

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