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Evangelische Gemeinde - Die finanziellen Sorgen der Landeskirche sorgen für ungewöhnliche Kooperationen / Essen für die Schüler

Neue Mieter fürs Gemeindehaus in Plankstadt

Von 
Volker Widdrat
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Die Kirchensteuer wird weniger, die Corona-Krise hat das noch verschärft. Die evangelische Landeskirche reagiert mit dem Liegen-schaftsprojekt auf die Herausforderung, deshalb müssen Räumlichkeiten im Gemeindehaus vermietet werden. © Widdrat

Plankstadt. Informationen über die veränderte Bezuschussung durch die Landeskirche sowie zur aktuellen Vermietung des Gemeindehauses standen am Sonntag im Mittelpunkt einer kurzen Versammlung der evangelischen Kirchengemeinde. Vorsitzende Heidrun Engelhardt-Geiß begrüßte zwei Dutzend Gemeindemitglieder zur Diskussion. Pfarrerin Christiane Banse erläuterte das Liegenschaftsprojekt der Landeskirche. Die Synode möchte ihre Ausgaben bis 2032 Schritt für Schritt um 20 Prozent verringern. Neben der Reduzierung der Ausgaben müssten weitere zehn Prozent umgeschichtet werden. Durch den demografischen Wandel und Kirchenaustritte habe man weniger Kirchensteuermittel zur Verfügung.

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Die Corona-Krise habe die finanzielle Lage noch verschärft. Die Landeskirche müsse dem begegnen. Das Liegenschaftsprojekt sei eine Reaktion auf die finanzielle Herausforderung, so Banse. Der Kirchengemeinde würden zukünftig die Gemeindehausflächen je nach Kirchengliederzahl zugestanden. Das heißt, nur für diese Fläche erhalte die Kirchengemeinde bei baulichen Veränderungen noch finanzielle Unterstützung. Außerdem stiegen die Substanzerhaltungskosten, die jede Kirchengemeinde für solche baulichen Veränderungen zurücklegen müsse. Nach aktuellem Stand betrage die Höhe aufgrund der immensen Größe des Gemeindehauses derzeit rund 55 000 Euro.

„Wir haben uns Gedanken gemacht, dass die Gruppen bleiben können und wir uns als Kirchengemeinde weiter entfalten können“, versicherte die Pfarrerin. Die Kommune brauche Platz, die Kirchengemeinde könne so in eine stärkere Vermietung gehen. Für beide bedeute das eine Win-win-Situation. Die Gemeinde mietet neben Räumlichkeiten im Untergeschoss nun auch Teile des Erdgeschosses für die Kinderbetreuung an (wir berichteten). Der große Saal soll als Mensa für die Friedrichschule genutzt und der bereits angemietete Raum im Untergeschoss zur Schulkindbetreuung umfunktioniert werden.

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Das Gemeindehaus hat eine Nutzfläche von 965 Quadratmetern. Von der Landeskirche werden künftig nur noch 56 Prozent davon mitfinanziert. Manfred Kester vom Bauausschuss der evangelischen Kirchengemeinde stellte die künftige Raumnutzung vor. Ziele seien der Erhalt des Hauses „in möglichst vollem Umfang für die Kirchengemeinde“, der „Ausgleich der finanziellen Konsequenzen“ aus dem Liegenschaftsprojekt und die „Realisierung besserer Nutzungsmöglichkeiten“ der vorhandenen Infrastruktur.

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Die Mensa bringt Leben ins Haus

Der Mensabetrieb soll für rund 200 Kinder eingerichtet werden. 80 Kinder kommen von der Friedrichschule. Geplant ist eine Vermietung an die evangelische Bezirksjugend im Obergeschoss. Die Kernzeitbetreuung der Friedrichschule im Untergeschoss gibt es schon. Die bestehenden Vermietungen, etwa für die Chorgemeinschaft und die Tanzgruppe, sollen bleiben. Der Mensabetrieb im großen Saal im Erdgeschoss erfolgt durch einen Dienstleister, jeweils montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr. Für die große Küche wird es wegen der strengeren Hygienevorschriften keine gemischte Nutzung durch den Betreiber und die Kirchengemeinde geben.

Der abgetrennte kleine Saal bleibt für die Kirchengemeinde reserviert. Die Theke wird für die Bewirtung von kleinen Gruppen bis zu 40 Personen umgebaut und mit Herd, Dunstabzugshaube, Spülmaschine und Geschirr ausgestattet. Die Kostenschätzung beläuft sich auf rund 20 000 Euro, wovon die politische Gemeinde maximal 10 000 übernimmt. Im Untergeschoss wird der große Jugendraum bereits für die Kernzeitbetreuung der Friedrichschule genutzt. Die Kirchengemeinde behält ihren Billardraum. Der Zugang führt über eine Außentreppe und den Abstellraum.

Im Obergeschoss werden Lagerraum, Frauenzimmer und Diakonsbüro an die Bezirksjugend vermietet. Aber auch die anderen Räume im Erdgeschoss dürfen mitbenutzt werden. Männerstübchen und Jugendraum bleiben für Aktivitäten der Kirchengemeinde, etwa den Konfirmandenunterricht, reserviert.

Der Mietvertrag läuft ab 1. September und ist zunächst auf drei Jahre begrenzt. Beide Seiten streben aber eine längere Laufzeit an. Der Mietpreis beträgt 3250 Euro im Monat sowie eine Nebenkostenvorauszahlung. Die politische Gemeinde übernimmt die Erweiterung der Wasser- und Elektroanschlüsse und beschafft Mobiliar für den Mensabetrieb. Für Elektro-, Maler- und Sanitärarbeiten sowie Schallschutz und Küchenausbau hatte der Gemeinderat bereits 70 000 Euro genehmigt. Die Kosten für die Einrichtung betragen 20 000 Euro.

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Der Vorsitzende des Kirchengemeinderats Dr. Michael Layer sprach von einer „besten Lösung finanzieller Art“. Pfarrerin Christiane Banse sah eine „große Veränderung, die aber vielleicht auch eine Chance birgt“. Die Kirchengemeinde will nun schauen, wie es ab Herbst in den nächsten drei Jahren läuft. „Tragen Sie das Konzept nach außen, damit wir etwaige Ängste abbauen können und keine Unsicherheiten entstehen“, appellierte Heidrun Engelhardt-Geiß.

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Freier Autor Volker Widdrat ist freier Mitarbeiter.

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