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Runder Geburtstag

Die MusicHall Oppau: Discokult seit 40 Jahren

Die MusicHall Oppau feiert Anfang Oktober den 40. Geburtstag. Der maskenfreie Tanz dank 2G-plus-Regel ist für die Veranstalter das schönste Geschenk.

Von 
Katja Bauroth
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Ludwigshafen/Oppau. Als die Music-Hall Oppau am 2. Oktober 1981 zum ersten Mal ihre Türen öffnet, wirbelt die Deutsch-Rock-Band „Camilla Motor“ über die Bühne. Vor dem Eingang stehen sich die Partyhungrigen die Beine in den Bauch. Wegen des großen Andrangs muss damals gewartet werden und heute, weil Impfnachweise und Testergebnisse überprüft werden müssen. So ändern sich die Zeiten.

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Doch etwas hat sich nicht geändert: „Wer dann die Hall betritt, erkennt sein zweites Wohnzimmer sofort wieder, ob er vor 40 Jahren dort war oder heute“, beschreibt es Daniel Barchet, der seit 23 Jahren als DJ Daniel im Wechsel mit seinen DJ-Kollegen an den Turntables steht. So wie er empfinden es viele Stammgäste, die der Kultdisco über die Jahrzehnte die Treue gehalten haben und heute sogar mit den eigenen Kindern auf der Tanzfläche stehen. Die Räumlichkeiten der Hall sind einmalig und wurden nur behutsam über die Jahre verändert.

Die MusicHall in Oppau – hier ein Bild aus Zeiten vor Corona – wird 40 Jahre alt: DJ Daniel steht an den Turntables, er legt seit 23 Jahren mit Kollegen auf. © Bauroth

Alles begann mit der ehemaligen Discothek „Sort Stop“, die in das vorherige Union Lichtspielhaus einzog, das mit bescheidenen Mitteln notdürftig renoviert worden war. An der Musikanlage wurde aber damals wie heute nicht gespart. Damit begann das erste Problem der MusicHall. Es stellte sich heraus, dass die Schallisolierung für die Lage mitten im Ortskern von Oppau nicht ausreichend war. Nach den Auftritten von „Extrabreit“, „Nena and the Stripes“, „Missus Beastly“ und vielen regionalen Bands hagelte es Anwohnerproteste und Bußgelder. Aus dem ursprünglich geplanten Live-Musikclub wurde deshalb daraus nach kurzer Zeit ein Tanzschuppen.

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Von
db/bubm
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New Wave, Neue Deutsche Welle und Independent – mit diesem Musikrezept wurde die Hall schnell zum angesagtesten Club im Rhein-Neckar-Raum. Mitte der 1980er Jahre hielten Rap, Hip Hop und House Einzug. Erneut führten Anwohnerproteste 1988 zu einer Einschränkung der Öffnungszeiten.

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Die MusicHall rettete sich in die Kulturszene und veranstaltete neben dem regulären Tanzbetrieb auch Ausstellungen, Filmvorführungen, Multi-Media-Shows, Theater, Kabarett, Pantomime und vieles mehr. Positiv-Schlagzeilen auf den Kulturseiten hatten zur Folge, dass ein anspruchsvolleres und reiferes Publikum den Weg in die MusicHall fand. Dadurch wurde die Hall in den 1990ern bis heute zur Ü-30-Discothek der Region. Teenies sind nach wie vor erwünscht, müssen sich aber an die bestehenden Gepflogenheiten anpassen: kein übermäßiger Alkoholkonsum, keine Aufdringlichkeiten, keine Diskriminierung. Die Hall steht für Toleranz.

Die Hall hat viel erlebt: von neuen Discotheken Konkurrenten bis hinzu neuen Brandschutzvorgaben, die den Geldbeutel der Hall schwer belasteten. Und dann kam Corona. Doch auch eine Pandemie kann die Hall nicht stoppen. Neben den Hilfen des Staates waren es die Stammgäste, die der Kultstätte unter die Arme gegriffen haben. Es wurde gespendet und es konnten Gutscheine erworben werden. Dazu gab es als Dankeschön einen persönlichen Clubausweis als Reminiszenz an die 1980er Jahre, als der Andrang so groß war, dass Ausweise ausgegeben werden mussten. Gemeinsam wurde mit United We Stream, einer Aktion der Clubcommission Berlin, während des Lockdowns ein Abend mit Hall-DJs, Cocktail-Mixkurs und Tanzperformances übertragen. Auch hier war die Resonanz überwältigend und die Hall profitierte von der Ausschüttung.

Gratisgetränk als kleiner Dank

Mit der 2-G-plus-Regel in Rheinland-Pfalz kann die Hall jetzt ihr Jubiläumswochenende angemessen feiern. Trotz des hohen ehemaligen Kinoraumes und einer sehrguten Lüftungsanlage verzichtet die Hall freiwillig noch auf die komplette Publikumskapazität. Deshalb wird nicht nur am Jubiläumstag, Samstag, 2. Oktober, gefeiert, sondern bereits auch am Freitag, 1. Oktober, und dann geht es noch mal in Verlängerung mit dem Rock-Kult-Mittwoch am 6. Oktober. Am Freitag und Samstag stehen von Pop über Funk, Soul und House bis zu aktuellen Dance-Hits auf dem Programm, aber auch die Musik der Gründerzeit wird natürlich nicht vergessen. Die Gäste begeben sich auf Musik-Zeitreise durch 40 Jahre MusicHall. Dazu gibt es ein Gratisgetränk als kleines Dankeschön für die tolle Unterstützung an die Haller. Und die wissen alle „Macher“ der MusicHall sehr wohl zu schätzen. Denn wenn es nach ihnen und den Stammgästen geht, wird hier auch noch getanzt, wenn der Kultclub sein „Rentenalter“ erreicht hat . . . 

Sicher mit der MusicHall feiern – so geht’s:

Eine Anmeldung für Freitag, 1. Oktober, Samstag, 2. Oktober, und Mittwoch, 6. Oktober, ist notwendig und funktioniert per E-Mail an reservierung@meine-hall.de

Folgende Angaben sind notwendig: Name, Straße, PLZ, Wohnort (bei Clubmitgliedern der Name undMitgliedsnummer), Telefonnummer (von allen), Angabe zum 3-G-Status (von allen).

Geimpft: vollständiger Impfschutz, die letzte erforderliche Impfung muss mindestens 14 Tage alt sein

Genesen: Der Genesenen-Nachweis beziehungsweise ein positiver PCR-Test als Nachweis, dass die Erkrankung vorlag. Die Erkrankung muss mindestens 28 Tage her sein und nicht länger als sechs Monate.

Getestet: Nicht-Immunisierte benötigen einen negativen Testnachweis nicht älter als 24 Stunden (zugelassener PoC-Antigen Test oder PCR-Test).

Es ist nur eine geringe Anzahl von Nicht-Immunisierten (nicht geimpft, nicht als Genesene geltend) zugelassen. Diese Anzahlrichtet sich nach der aktuellen Warnstufe und den Vorgaben in der dann gültigen Corona-Verordnung.

Der gewünschte Besuchstag muss ebenfalls angegeben werden. kaba

Ressortleitung Katja Bauroth ist Redaktionsleiterin der Schwetzinger Zeitung/Hockenheimer Tageszeitung.

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