Entenpfuhl - Drei Bürgerinitiativen setzen sich für Waldfläche ein „Kampf kennt keine Grenze“

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zg
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Der Wald soll erhalten bleiben: Deshalb wollen jetzt drei Bürgerinitiativen in der Region gemeinsam Aktionen planen. © Brückl

Schwetzingen/Ketsch. Die Vorstände von drei Bürgerinitiativen aus der Region haben sich im Restaurant „Blaues Loch“ getroffen, weil sie alle dasselbe Ziel verfolgen: Den Hardtwald in seinem jetzigen Ausmaß zu erhalten, heißt es in einer Pressemitteilung der Bürgerinitiative „Rettet den Entenpfuhl“.

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Die Vertreter von „Rettet den Entenpfuhl“ aus Schwetzingen und Ketsch, „Pro Stadtwald C4“ aus Hockenheim und die „Pro Waldschutz“ aus Sandhausen tauschten ihre Erfahrungen aus und konnten schnell feststellen, dass der Kampf zum Erhalt der Waldflächen keine Gemeindegrenzen kennt und sie viel gemeinsam haben.

Da die Anliegen der Bürgerinitiativen eng miteinander verbunden sind, wurde gegenseitige Unterstützung bei Aktionen beschlossen sowie die Planung gemeinsamer Aktivitäten in einem „Aktionsbündnis 70 Hektar“, denn so groß ist die Waldfläche etwa, die in den drei Gemeinden insgesamt gerodet werden soll. Gesunde Wälder sind der beste Klimaschutz.

Schutz als oberste Priorität

Gerade im dicht besiedelten Rhein-Neckar-Raum müsse der Schutz des hier noch vorhandenen Waldes somit oberste Priorität genießen, was mit Daseinsvorsorge gleichzusetzen ist, „denn auch die, die nach uns kommen, haben ein Recht darauf, saubere Luft zu atmen, sauberes Wasser trinken zu können und ebenso darauf, auch in Zukunft vor Lärm geschützt zu sein. Denn auch an letzterem mangelt es in unserer dicht von Autobahnen und Schnellstraßen durchzogenen Metropolregion nicht“, schreibt die Bürgerinitiative. zg

Thema : Gewann Entenpfuhl

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    Klaus-Günther Voigtmann, Landtagsabgeordneter im Wahlkreis Schwetzingen, Leiter des Fraktionsarbeitskreises „Umwelt, Klima, Energiewirtschaft“ und energiepolitscher Sprecher der AfD-Landtagsfraktion hat die Landesregierung in einem 15 Fragen umfassenden und mittlerweile auf der Homepage des Landtags veröffentlichten Antrag mit den Problemen konfrontiert, die zulasten von Mensch, Natur und Landschaft entstünden, falls den Kiesabbauplänen im Gewann „Entenpfuhl“ auf Schwetzinger Gemarkung nachgegeben und das Projekt genehmigt würde, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Büro des Landtagsabgeordneten. Seiner Meinung nach könne es nicht akzeptiert werden, dass in der Metropolregion Rhein-Neckar als einer der in Europa am dichtesten besiedelten Regionen eine rund 42 Hektar große und der Bevölkerung als Erholungswald dienende Waldfläche geopfert und zugunsten von Sand- und Kiesabbau in einen nach Ansicht vieler Bürger völlig überdimensionierten Baggersee umgewandelt werde. Neben den irreparablen und daher nicht tolerierbaren Eingriffen in die Natur weist er auf die mit der Umwandlung verbundenen Risiken hinsichtlich einer möglichen Kontaminierung des Grundwassers hin, wodurch auch die langfristige Versorgung der Bürger durch die dort vorhandenen Ressourcen an Trinkwasser negativ tangiert sein könne. Der langfristigen Trinkwasserversorgung zugunsten der Allgemeinheit sei eine höhere Priorität einzuräumen als den Kiesabbauplänen eines einzelnen Unternehmens. Pachtvertrag kündigen Daher unterstütze er die ablehnende Haltung des Regierungspräsidiums Karlsruhe und des Wasserrechtsamts beim Rhein-Neckar-Kreis. Mit seinem Antrag fordere er BW Forst als einer dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz unterstellten Anstalt des öffentlichen Rechts auf, den Pachtvertrag über die im Eigentum des Landes stehende Fläche zu kündigen, nachdem der Vorhabensträger eine erhebliche Vergrößerung der mit 24,5 Hektar ursprünglich viel kleineren Pachtfläche gefordert habe, heißt es abschließend. zg

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