Öffentlicher Personennahverkehr

Null-Euro-Ticket: In Schwetzingen gilt’s jetzt – aber mit Regeln

Mit der Einführung des kostenlosen Busverkehrs geht Schwetzingen einen weiteren Schritt in Richtung Mobilitätswende

Von 
Henrik Feth
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Der Stadtbus fährt ab 2023 kostenlos. © Lin

Schwetzingen. Es ist ein altbekanntes Szenario: Man möchte schnell in die Stadt, Besorgungen oder einen Amtsgang erledigen. Dabei wird eine eigentlich kleine Aufgabe schnell zum Stressfaktor, wenn die Parkplatzsuche schon mehr Zeit als das eigentliche Vorhaben in Anspruch nimmt und die Kosten für eine kurze Parkdauer dem Geldbeutel wehtun. Die Stadt Schwetzingen bietet nun den idealen Ausweg aus dieser Misere: Das Null-Euro-Ticket, mit dem der innerstädtische Busverkehr fortan kostenlos zur Verfügung steht.

Der Stadtbus hält am Schlossplatz. © Strauch

Während die Nation schwärmerisch auf das Neun-Euro-Ticket zurückblickt und auf dessen 49 Euro teueren Nachfolger wartet, wird in Schwetzingen gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) die Mobilitätswende mit insgesamt drei Buslinien zum Nulltarif vorangetrieben. Entstanden ist das neue Angebot nach einem einstimmigen Beschluss des Gemeinderats aus dem vergangenen März.

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Mit den beiden Stadtbuslinien 715 und 716 sowie der VRN-Linie 711 deckt das neue Angebot alle Fahrten im Schwetzinger Stadtgebiet ab. „Einfach einsteigen und kostenlos und nachhaltig mobil sein“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Doch Vorsicht gilt vor allem bei der VRN-Linie 711, die von Schwetzingen bis nach Neckarau fährt und somit nicht nur das innerstädtische Gebiet betrifft. Hier sind nur die Fahrten zwischen dem Stadtteil Hirschacker und dem Schwetzinger Bahnhof gratis und natürlich umgekehrt. Mit dem Verlassen des innerstädtischen Gebiets erlischt dann das kostenlose Angebot. Für den Rest der Strecke muss bezahlt werden.

0-Euro-Ticket in Schwetzingen: Gratis sitzenbleiben verboten

Der VRN teilt in diesem Zusammenhang mit, dass hier auch die Mitarbeit des Fahrgastes von Nöten sei – „einfach kostenlos sitzenbleiben, das ist nicht erlaubt“. „Unsere Fahrer werden ein Auge darauf haben. Selbstverständlich wird es auch Kontrollen geben, Wer ein Null-Euro-Ticket hat, der muss in den ausgewiesenen Bereichen aussteigen“, lässt die VRN-Pressestelle verlauten – oder eben für die übrige Strecke nachlösen. Die Linie 711 bietet insgesamt zehn Haltestellen im kostenlosen Gebiet. Die Stadtbuslinien 715 (Bahnhof-Schälzig-Bellamar-Bahnhof) und 716 (Bahnhof-Nordstadt-Oststadt-Bahnhof) sind mit weiteren Stationen vertreten. Oberbürgermeister René Pöltl freut sich über die neue Möglichkeit: „Das kostenlose Angebot ist attraktiv und nachhaltig und bietet unseren Bürgern und Gästen einen echten Mehrwert. Gerade im Hinblick auf die gestiegenen Kosten durch Inflation und teure Kraftstoffpreise ist das ein echter Anreiz, das Auto im Stadtgebiet stehenzulassen und auf den Bus umzusteigen.“ Die Stadt möchte das Angebot noch erweitern: So laufen Gespräche über die S-Bahn, die zwischen dem Haltepunkt Hirschacker und Schwetzingen Hauptbahnhof gratis sein soll.

Im April 2023 soll der nächste Schritt in der Mobilitätswende folgen: Die Linien 715 und 716 werden dann mit E-Stadtbussen bedient und fahren emissionsfrei und klimafreundlich durch das Stadtgebiet. Ursprünglich bereits zum Jahreswechsel angedacht, kam es hier zu leichten Verzögerungen aufgrund von Lieferschwierigkeiten des Herstellers, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt heißt. Die Fahrzeiten und Stationen sind unter www.schwetzingen.de zu finden.

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