Reden fürs Seelenheil

Von 
Heinz-Günther Fischer
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„Die Kinder sollen aber nicht darunter leiden.“ Mit diesem Vorsatz gehen Eltern gewöhnlich in den Prozess von Trennung beziehungsweise Scheidung. Dies gelingt häufig, aber eben nicht immer. Gründe dafür können unterschiedlicher Natur sein.

Berechtigte Sorge um das Wohl der Kinder, aber auch Enttäuschungen über das Verhalten des früheren Partners, simple Machtausübung oder einfach auch finanzielle Gründe können hierbei Triebfeder für ein Handeln sein, das in der Folge zu mannigfachen Verletzungen führt. Am Ende eskaliert die Auseinandersetzung möglicherweise im Vorenthalten der Kinder. Das „schwächste Glied der Kette“ hat in diesem Fall dann letztlich die schwerste Last zu tragen.

Wo also gemeinsame Gespräche der Sorgeberechtigten wichtig gewesen wären, herrscht Schweigen. Sprechen tun allenfalls die Anwälte. Ausgefeilte Schriftsätze tun ihr Übriges, vertiefen die Kluft der Eltern und deren Sprachlosigkeit. Überforderung der Kinder bis hin zu traumatischen Verletzungen des Nachwuchses sind die Folge. Aber auch die Entfremdung eines Elternteils, dessen Abwertung den Kindern gegenüber und dadurch ausgelöste quälende Selbstzweifel gehören zum Schreckensszenarium.

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Hier stellen sich höchste Anforderungen an die Familiengerichte sowie den beteiligten Gremien von Jugendamt, Verfahrensbeistand oder Gutachter. Eine reibungslose Zusammenarbeit ist dabei unabdingbar. Gerichtliche Entscheidungen werden von den Beteiligten verständlicherweise vor allem aus dem eigenen Blickwinkel gesehen und damit begrüßt oder abgelehnt. Hinzu kommen Hilflosigkeit und Scham, den eigenen Kindern nicht zu genügen. Vielleicht aber auch einfach nur das Gefühl versagt zu haben, eine schlechte Mutter oder auch ein schlechter Vater zu sein.

Das Gebot der Stunde heißt also: Redet miteinander zum Wohl der Kinder und dem eigenen Seelenheil.