Palais Hirsch

Verlauf der Bahntrasse in der Region Schwetzingen steht bis Ende 2023

Wie sehen die Streckenvarianten für die neuen Güterzuggleise in der Region aus – ein Überblick

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zg
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Dr. Stefan Gewecke (l.) als Projektleiter der Deutschen Bahn Netze AG beim Symposium mit Herbert Brenner (r.), dem Vorsitzender der Bürgerinitiative Bahnlärm. © BI

Schwetzingen. Die Bürgerinitiative gegen Bahnlärm und die Stadtverwaltung hatten Donnerstagabend zum zweiten Bürgersymposium im Palais Hirsch eingeladen. Dabei stellten Herbert Brenner von der Bürgerinitiative gegen Bahnlärm (BI) und Dr. Stefan Gewecke, Projektleiter der Deutschen Bahn Netze AG für den Abschnitt Mannheim-Karlsruhe, die besonderen Herausforderungen enorm steigender Güterzugzahlen und die möglichen Streckenalternativen für eine neue Trasse den Interessierten vor, heißt es in einer Pressemitteilung der BI.

Weit mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger besuchten die Informationsveranstaltung. Unter ihnen einige offizielle Vertreter aus den Rathäusern, so der Schwetzinger Oberbürgermeister Dr. Renè Pöltl und der Bürgermeister Matthias Steffan, der Oftersheimer Bürgermeister Pascal Seidel sowie der hieisge Landtagsabgeordnete der Grünen und Staatssekretär im Umweltministerium, Dr. Andre Baumann. Aufmerksame Zuhörer waren auch die Vorstandsmitglieder der Bürgerinitiative „Stille Schiene“ aus Hockenheim mit Lothar Gotthardt und Konrad Sommer.

Herbert Brenner zeigte auf, wie drastisch die Anzahl der Güterzüge allein bis ins Jahr 2030 zunehmen wird. Bereits jetzt fahren durch die Gemeinden Oftersheim und Schwetzingen im Jahr mehr als 40 000 Güterzüge und mehr als 20 000 Nahverkehrszüge. Dabei sind die Güterzüge üblicherweise verstärkt in den Nachtstunden unterwegs – also in der besonders lärmsensiblen Zeit. Jeder kann für sich selbst ausrechnen was es bedeutet, wenn sich das Transportaufkommen für die Schiene bis 2030 und darüber hinaus mindestens verdoppeln sollte, wie derzeit prognostiziert.

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Denn abgesehen von der Traverse Rotterdam-Genua, die hier ja gestärkt werden soll, wollen ja alle auch möglichst, dass der Lkw-Verkehr sich von der Straße mit aller Macht endlich auf die Schiene verlagert.

Schon heute 12 000 Betroffene

Mehr als 12 000 Einwohnerinnen und Einwohner in Oftersheim und Schwetzingen sind schon heute ständig einer Lärmbelastung durch vorbeifahrende Züge von 55 bis zu 75 Dezibel ausgesetzt. Lern- und Konzentrationsstörungen, gerade bei Kindern, sind schon ab einem Pegel von 40 Dezibel zu erwarten. Ab dem Pegel von 60 bis 70 müssen die Anwohner mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen rechnen, führt Brenner aus.

Die Konsequenz könne seiner Ansicht nach nur sein, das Güterzugaufkommen deutlich zu reduzieren. Das heißt, dass diese Verkehre entweder um die Gemeinden herumgeleitet oder aber durch einen Tunnel geführt werden sollten, so Brenner.

Überlegungen, auch das zukünftige Aufkommen einfach auf den Bestandsstrecken – also mitten durch die Gemeinden – zu leiten, könne nicht ernsthaft diskutiert und dürfe auf keinen Fall weiterverfolgt werden, forderte der Vorsitzende der Bürgerinitiative im Palais Hirsch.

Dr. Stefan Gewecke von der Deutschen Bahn Netze AG stellte in seinem Vortrag den Hintergrund und die Bedeutung des Projektes einer Neu- und Ausbaustrecke von Mannheim nach Karlsruhe vor. Neben dem Vorgehen bei der Planung erläuterte er anschaulich den aktuellen Planungsstand und die verbliebenen möglichen Trassenvarianten für unsere Region.

Demnach verbleiben zum aktuellen Stand die drei Varianten „Brühl“, „Schwetzingen“ und „Plankstadt-Eppelheim“. Es wurde erklärt, welche Auswirkungen die Zielsysteme Umwelt, Raumordnung sowie Verkehr und Wirtschaft auf das Planungsverfahren hätten und welche Grundlagen für den Variantenvergleich heranzuziehen seien.

Im laufenden Jahr 2023 werden noch vier weitere Beteiligungsforen und darüber hinaus weitere Arbeitskreise stattfinden, kündigt Gewecke an. Mit dem Ziel, bis zum Jahresende eine Antragsvariante zu entwickeln, die dann planerisch bis zum Baubeginn weiterverfolgt werden könne, so der Trassenexperte der Bahn.

Das Bürgersymposium endete mit einer lebhaften Diskussion zu den Vorträgen und den Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Projekt der geplanten Neu- Ausbaustrecke von Mannheim nach Karlsruhe. zg