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Tag des offenen Denkmals

Außergewöhnliche Einblicke

Von den Grabplatten des Habsburgers bis zum Ausblick vom Nord-Ost-Turm

Von 
zg
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Die Besteigung des Nord-Ost-Turms des Doms, dessen Sanierung als nächste größere Baumaßnahme ansteht, erlaubte am Denk-maltag diesen seltenen Blick auf die Westkuppel dazwischen hindurch zum Altpörtel. Ein Bild mit Seltenheitswert. © Venus

Speyer. Führungen und Vorträge nahmen die Besucher am Dom zu Speyer am Tag des offenen Denkmals mit zur Spurensuche. Viele der 3600 Menschen, die an diesem Tag die romanische Kathedrale besichtigten, machten von den Möglichkeiten zur näheren Domerkundung Gebrauch. Auch wenn der Dom in seiner Monumentalität unerschütterlich scheint, so haben Zeitgeschmack und notwendige Baumaßnahmen sein Gesicht doch immer wieder verändert. Ziel des Denkmalschutzes ist es, diese Spuren freizulegen und zu erhalten, da sie wesentlich zur Geschichte eines Gebäudes gehören, so wie Falten eines menschlichen Gesichtes etwas über das Leben eines Menschen erzählen.

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Ein Gesicht stand im Fokus des Vortrags von Hermann-Josef Schwab, der sich seit Jahren mit der Grabplatte Rudolf von Habsburgs beschäftigt. Zeigt diese tatsächlich das Porträt des Königs? Was wurde über die Jahrhunderte an der Darstellung verändert? Er hielt seinen Vortrag in der Krypta, wo den Zuhörern ein seitlicher Blick auf das Grabdenkmal des Königs möglich war, das im Laufe der Zeit beschädigt und ausgebessert worden war. Schwab zeichnete minutiös nach, was er über den Urzustand und die Maßnahmen herausfinden konnte.

Ein weiterer Vortrag ging der Frage nach, wie wohl die Fenster des Doms ursprünglich ausgesehen haben und wie die heutige Fensterverglasung in den romanischen Dom passt. Die Glasmalerin und Kunsthistorikerin Dr. Anke Sommer verriet, dass der Dom von Anfang an über verglaste Fenster verfügte, die im Mittelalter eine seltene Kostbarkeit waren. Durch Zerstörungen sind jedoch nur wenige Scherben erhalten geblieben. Sommer plädierte für eine Umsetzung künstlerischer Gestaltungen, die dem Dom eher gerecht würden, als die jetzige einfache Grissaille-Verglasung.

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Wie am Tag des offenen Denkmals üblich, wurde mit dem Nord-Ost-Turm ein Bereich geöffnet, der sonst für Besucher nicht zugänglich ist. Dombaumeisterin Hedwig Drabik und Restaurator Roger Thamm informierten über Schäden und die geplanten Restaurierungsmaßnahmen. Mit einem Bauhelm ausgestattet er folgte jeweils gruppenweise die gemeinsame Besteigung des aus dem 11. Jahrhundert stammenden Turms bis zum ersten offenen Turmgeschoss.

Der Tag des offenen Denkmals am Dom zu Speyer wird traditionell vom Dombauverein gestaltet. zg

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