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Historischer Ratssaal - Konzertlesung mit Lyrikerin Sonja Viola Senghaus und Pianist Rolf Verres

Konzertlesung in Speyer mit Sonja Viola Senghaus und Rolf Verres

Von 
Daniela Geis
Lesedauer: 
Pianist Rolf Verres unterbricht seine vortreffliche Begleitung bei der Konzertlesung „Zwischen Tag und Traum“ im historischen Ratssall einmal für ein verschlafenes Schnarchen – eine humorvolle Wendung beim entsprechenden Gedicht. © Venus

Speyer. Wie viele andere ergriffen auch Lyrikerin Sonja Viola Senghaus und Pianist Rolf Verres die Chance, die ursprünglich für 2020 geplante Konzertlesung im historischen Ratssaal in Speyer nachzuholen. „Zwischen Tag und Traum“ ist der fünfte Gedichtband der Autorin, erschienen 2019 im Azur Verlag, und sollte im Mittelpunkt des Abends stehen, den die beiden abwechselnd mit Klängen und mit Worten füllten. Auch Verlegerin Gerlinde Kraus und die Speyrer-Künstlerin Gerdi König, Urheberin des Titelbildes, sitzen im Publikum.

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„Meinen inneren Raum flute ich mit lichten Worten“, beschreibt das lyrische Ich in einem der Gedichte. In einem anderen heißt es „Hinter seiner Stirn ist alles Klang“.

Mit diesen poetischen Worten ließen sich auch die Akteure auf der Bühne beschreiben. Zu den sensiblen kurzen Gedichten der in Speyer ansässigen Sonja Senghaus improvisierte Rolf Verres , der neben der Musik auch als Psychologe und Fotograf tätig ist, kraftvolle Stücke am Klavier, deren Töne mal wie gemächliche Schritte und ein anderes Mal wie ein wilder Galopp daherkamen.

Die Geschichte ihres Kennenlernens erzählte die mehrfache Autorin dem Publikum gleich zu Beginn: Während einer Klavierdarbietung am Seniorennachmittag habe sie ein Gedicht zu seinem Spiel geschrieben, welches sie ihm anschließend zukommen ließ. Daraus entstand bald die Zusammenarbeit.

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Wiederkehrende Motive

Da jedoch ihre Erzählung noch von einigen Problemen mit dem Mikrofon begleitet wurde, legte sie diese letzte Barriere zwischen sich und dem Publikum ab, bevor das erste Gedicht begann. Wiederkehrende Motive zogen sich durch ihre Verse und schufen einen roten Faden für die Zuhörer: Musik, als verbindendes Element zwischen zwei Menschen, Sehnsucht in Form von Möwen, der Zustand Melancholie, der Tag und die Nacht. Gerade der immer wiederkehrende Bezug zur Musik in den Worten schuf ein harmonisches Zusammenspiel zum begleitenden Klavier.

Bildhaft, feinfühlig und wortgewandt bewegten sich die Gedichte durch zutiefst menschliche Erfahrungen und Gefühle, die von Liebe bis zur Erkenntnis der Vergänglichkeit des eigenen Seins reichten. Mit wenigen Worten entführt Sonja Viola Senghaus die Zuhörer und Zuhörerinnen in einen träumerischen Schwebezustand.

Erst als Rolf Verres ein Gedicht über einen verschlafenen Morgen im Bett humorvoll mit Schnarchen, statt mit dem Klavier untermalte, wurden sie für einen Moment aufgeweckt und lachten, bevor sie erneut still und leise in der Klang- und Wortlandschaft abtauchten, die in dem historischen Saal geschaffen wurde.

Als das letzte Gedicht thematisch mit der Melancholie schloss, mit der der Abend ja schon begonnen hatte, fand der Gedichtvortrag einen gelungenen Abschluss. Ein letztes Lied erklang.

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Schließlich überreichte man Blumen und lud alle Gäste an den Büchertisch sowie zu einem kleinen Essen in einem nahegelegenen Restaurant ein, um diesen Zeitpunkt zwischen Tag und Nacht noch nicht enden zu lassen.

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