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Backfischfest ohne Backfisch und ohne Tradition

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Zu „Backfischfest ohne Backfisch“ vom 14. Juli wird uns geschrieben:

Nun ist es geschehen, in der Berichterstattung über die Backfischfest GmbH wurde mitgeteilt, dass dieses Traditionsfest jetzt ohne Backfisch in gewohnter Form auskommen muss. Ebenso wird auf die Abholung des Fischerkönigs, den Seniorenmittag der Dorfältesten, den ASV-Biergarten, das Ballonwettfliegen sowie ein Feuerwerk verzichtet. Stelle ich mir hier doch die Frage, an was es wohl liegt und warum man auf genau diese Traditionen verzichtet.

Die Begründung: Die Abholung des Fischerkönigs sei in der Vergangenheit schlecht besucht gewesen, kann ich in keiner Weise nachvollziehen. Ich durfte schon bei einigen würdigen Abholungen in der Vergangenheit als Gast und als Fahrer des Fischerkönigs oder seiner Prinzen dabei sein. Von schlecht besuchten Abholungen kann man hier nicht sprechen. Fakt ist für mich, dass diese Tradition zu einem Backfischfest dieser Größenordnung unmissverständlich dazugehört.

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Ich kann es kaum glauben, dass auch auf den Seniorenmittag mit den Dorfältesten verzichtet wird. Sind unsere Dorfältesten doch der Personenkreis, denen wir zum Teil unseren Wohlstand zu verdanken haben. Es sind die Menschen, die in der Vergangenheit am meisten unter der Pandemie gelitten haben. Es ist für sie sehr wichtig, sich wieder in der Gesellschaft zu treffen und ins Gespräch mit Freunden und Bekannten zu kommen. Mit der Ausgabe von Gutscheinen hat man es sich sehr leicht gemacht. Hier hätte ich mir mehr Feingefühl gewünscht. Für die Streichung des vereinseigenen Biergartens kann ich ein Stück weit Verständnis aufbringen. Welcher Verein hat denn keine Probleme, Mitglieder für solche Aufgaben zu begeistern. Das Ballonwettfliegen mit der Begründung der Umwelt ausfallen zu lassen, na ja, da kann man drüber streiten. Die Streichung eines Feuerwerks ist nicht mehr als zeitgemäß. Doch alles in allem kommt hier bei mir doch leicht der Gedanke auf, dass alles, was mit Kosten und Mühen verbunden ist, mit ganz banalen Ausreden einfach weggestrichen wird.

Um so mehr wird von den Verantwortlichen Wert daraufgelegt, dass eine Band für drei Tage verpflichtet wird, die einen Personenkreis anspricht, der zum Teil nicht in der Lage ist, respektvoll mit solch einer Veranstaltung umzugehen. Es entstehen hohe Kosten für die Sicherheit, im Zelt ist das Bedienen der Gäste fast unmöglich und der hohe Glasbruch ist teilweise dieser Situation geschuldet. Wenn man hier mal einen Schritt nach hinten machen würde, würde sich das bestimmt positiv auf die Veranstaltung auswirken.

Alles in allem würde ich mir wünschen, dass die angesprochenen Rückentwicklungen für die Zukunft überdacht werden. Wir sprechen von einer Traditionsveranstaltung mit einer großen Vorgeschichte, die von einer GmbH und einem großen Verein veranstaltet wird. Die Verantwortlichen sollten sich an die Wurzeln und die Anfänge dieses Backfischfestes erinnern. Profit mit aller Gewalt ist nicht alles. Wichtige Traditionen zu streichen, das geht leicht und schnell. Trotz all meiner Bedenken und Kritik wünsche ich dem Fest einen guten Verlauf und viel Erfolg.

Marco Sturm, Ketsch

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