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Straftat oder Behördenversagen?

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Zum Großbrand bei der Delvanis-Deponie nahe Hockenheim erreicht uns folgende Zuschrift:

Ein schreckliches Déjà-vu: Es ist gerade einmal vier Jahre her, dass es bei Delvanis in Hockenheim gebrannt hat. Schon damals fand man keinen Schuldigen. Nach dem Motto „dumm gelaufen“ wurden Feuerschutzauflagen für die Zukunft erteilt, die Betriebsgenehmigung stellte niemand infrage.

Was momentan, nach dem jetzigen verheerenden Brand an nahezu gleicher Stelle, geschieht, kommt uns nur allzu bekannt vor: Alle (neuen) Auflagen wurden offenbar eingehalten, Brandstiftung wird ausgeschlossen. Also wieder keine Schuldigen in Sicht?

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Doch, möchte man da sagen. Man muss nur wissen, wo man sie zu suchen hat. Das Regierungspräsidium hat in seiner unendlichen Kompetenz nach dem Inferno von 2018 eine Reihe von Auflagen erlassen, die aber offensichtlich alle nicht geeignet waren, das, was jetzt geschehen ist, zu verhindern. Offenbar überwog einmal mehr in der Behörde die Angst, es sich mit einem Unternehmen zu verderben und stattdessen die verfassungsmäßige Pflicht der Beamtinnen und Beamten, dem Schutz unserer Lebensgrundlagen oberste Priorität einzuräumen, ganz nach vorn zu stellen.

1,5 Millionen Liter Wasser – und das in einer Situation, wo Flüsse und Bäche austrocknen und Gärten bald nicht mehr bewässert werden dürfen – und dazu der schwarze, giftige Rauch in unserer nach Sauerstoff dürstenden Atmosphäre – ja geht es denn noch?

Ich hoffe sehr, dass der Hockenheimer Gemeinderat und auch das Landratsamt meine Ansicht teilen und dafür sorgen, dass der Betrieb an dieser Stelle und in dieser Form unverzüglich beendet wird.

Manfred Kern, Schwetzingen

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