Volkstrauertag

Brühl gedenkt Kriegstoten und Menschen in der Ukraine

Gedenken und Mahnungen auf dem Rohrhofer Friedhof haben den Ukraine-Krieg zum Thema

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Bundeswehrsoldat a. D. Karl Beck (v. r.), Pfarrerin Melanie Börnig und Bürgermeister Dr. Ralf Göck vor der Kapelle. © Widdrat

Brühl. Die Brühler Gedenkfeier zum diesjährigen Volkstrauertag fand am Sonntagmittag auf dem Friedhof Rohrhof statt. Die Chorgemeinschaft Brühl Baden unter der Leitung von Matthias Tropf sang zum Auftakt der Veranstaltung in der Friedhofskapelle das Kirchenlied „Sancta Maria“. Der Musikverein Brühler Bläserakademie unter der musikalischen Leitung von Tobias Nessel spielte die Stücke „Wie sie so sanft ruhn“ und „Wir sind nur Gast auf Erden“.

Pfarrerin Melanie Börnig hatte noch wie viele andere Menschen die Nachrichten und Bilder von Ende Februar aus der Ukraine vor Augen: Zerstörte Gebäude, verzweifelte Menschen, lange Autokolonnen Richtung Grenze.

Damals habe sie eine E-Mail des Schuldekanats erreicht, der Vorschläge zum Umgang mit dem Thema „Krieg“ im Unterricht mit den Kindern angehängt gewesen seien. Neben Entsetzen und Schock sei bei den Schülern auch eine diffuse Angst präsent gewesen, ob der Krieg jetzt auch zu ihnen kommt. „Wo gestern noch alles seinen gewohnten Gang ging, ein gewöhnlicher Alltag war, die Kinder zur Schule und die Erwachsenen zur Arbeit gingen, war plötzlich Krieg – von einem Tag auf den anderen“, habe sie erkennen müssen, „wie zerbrechlich ein Leben im Frieden doch ist. Wie schnell es doch ganz anders sein kann“.

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Der Volkstrauertag sei wichtig. „Wenn wir an den Denkmälern zusammenkommen, dann erinnern wir uns an die Namen und Ereignisse, die niemals in Vergessenheit geraten dürfen. Wir führen uns den Schrecken des Krieges vor Augen, all das Leid, das er über die Familien brachte, und lernen dabei den Frieden neu zu schätzen“, sagte Pfarrerin Börnig. Doch ein friedvolles Zusammenleben könne auch im Kleinen gefährdet sein: „Krieg beginnt im Herzen.“ So beginne auch der Frieden in unseren Herzen und damit bei uns selbst.

Im Bibelvers „Suchet Frieden und jaget ihm nach“ klinge die Flüchtigkeit des Friedens mit, meinte die Pfarrerin und erzählte eine kurze Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Ein alter Mann traf ein paar Kinder, die Krieg spielten. Er bat sie, das nicht zu tun. Die Kinder hielten inne, dann kam der Kleinste von ihnen auf den alten Mann zu und fragte: „Wie spielt man eigentlich Frieden?“.

Vor der Kapelle spielte der Musikverein das Lied „Ich hatt’ einen Kameraden“, bevor Bürgermeister Dr. Ralf Göck den Kranz niederlegte. Der frühere Berufssoldat Karl Beck zitierte aus dem Totengedenken des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Am Volkstrauertag werde an die Opfer von Krieg und Gewalt erinnert und gleichzeitig zu Versöhnung, Verständigung und Frieden gemahnt.

Pfarrerin Melanie Börnig sprach zum Schluss der Gedenkveranstaltung das gemeinsame Gebet: „Im Angesicht von Krieg und Leid bitten wir dich, Gott: Mache uns zu Werkzeugen deines Friedens, dass wir Liebe üben, wo man sich hasst, dass wir verzeihen, wo man sich beleidigt, dass wir uns verbinden, da wo Streit die Herzen regiert, dass wir ein Licht der Hoffnung entzünden, wo Finsternis ist.“

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