Volkstrauertag

Hockenheim: Zeitler spricht über den Kampf für den Frieden in Europa

Oberbürgermeister Marcus Zeitler verurteilt kriegerische Handlungen der Russen bei seiner Ansprache zum Volkstrauertag scharf.

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Jakob Roth
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Fritz Rösch (vorne, v. l.) und Oberbürgermeister Marcus Zeitler führen den Zug zum Ehrenmal an. © Lenhardt

Hockenheim. Spätestens nach Wladimir Putins blutigem Einmarsch in ukrainisches Staatsgebiet sind Nachrichten über vernichtete Städte, Existenzen und Kriegstote omnipräsent. Den zahlreichen Opfern von Gewaltherrschaften, Kriegen und Terrorismus feierlich am Volkstrauertag zu gedenken, ist aus diesem Grund wohl aktueller und notwendiger denn je geworden.

In der Hockenheimer Friedhofskapelle wurde daher am Volkstrauertag in einer gemeinschaftlichen Gedenkstunde, an die zahlreichen Opfer von Gewalt aller Nationen erinnert. Nach einem kurzen einleitenden Choralspiel des Blechbläserensembles der Stadtkapelle Hockenheim, gewährte Oberbürgermeister Marcus Zeitler mit seinen Begrüßungsworten einen Einblick in seine ganz persönliche Beziehung zu Kriegsleid und Tod.

Tod im Kosovo

„Was hast du eigentlich mit dem Volkstrauertag zu tun, in Deutschland gab es doch seit 80 Jahren keinen Krieg mehr?“ Mit dieser Frage wurde Oberbürgermeister Zeitler am Wochenende durch einen guten Freund konfrontiert. In seiner Antwort begann er von seiner soldatischen Vergangenheit zu erzählen, bei der er erlebte, wie drei seiner Kameraden ihr Leben im Kosovo lassen mussten. Dieses Exempel soll mahnen und erinnere daran, dass deutsche Soldaten immer noch für den Frieden in Europa, in Gefechten und gewaltsamen Auseinandersetzungen den Tod finden.

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„Unsere Generation hat noch viel mit dem Volkstrauertag zu tun. Egal ob Somalia, Bosnien, Kosovo oder Afghanistan. Überall wo deutsche Soldaten im Einsatz sind, verlieren wir auch heute noch Freunde, Mütter, Väter, Söhne und Töchter“, macht Zeitler in seiner Ansprache deutlich.

Seit dem 24. Februar sei mit dem russischen Angriff auf die Ukraine der Krieg nach Europa zurückgekehrt, auch dies thematisierte Oberbürgermeister Zeitler in seiner Rede. „Der Krieg in der Ukraine sieht vom Sofa aus schlimm aus, wie er vor Ort aussieht, können wir uns nicht vorstellen“ meint er. „Kriegerische Handlungen sind eine einzige Tragödie“, fügte er bestimmt und wissend hinzu.

Nach weiteren musikalischen Beiträgen der Stadtkapelle Hockenheim und des Männergesangsvereins „Liedertafel“ sprach die Vorsitzende des katholischen Pfarrgemeinderates Stefanie Simons das Fürbittengebet. „Lasst uns die Hoffnung nie verlieren und die Toten nie vergessen“ mit diesen Worten leitet Simons zum „Vater unser“ über.

„Mut zum Frieden“

Nach dem sehr passend gewählten Musikbeitrag „Mut zum Frieden“ des Gesangsvereins, zogen die Besucher zum Ehrenmal, um der feierlichen Kranzniederlegung beizuwohnen. Diese übernahmen der „Volksbund Deutsche Gräberfürsorge“, der „VdK Sozialverband“ und die Marinekameradschaft „Seydlitz“.

Oberbürgermeister Marcus Zeitler sprach zum Abschluss noch das offizielle „Sprechen des Totengedenkens“, welches durch den damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss 1952 eingeführt wurde. Die Stadtkapelle Hockenheim beendete die Gedenkstunde mit dem traditionellen Lied „Der gute Kamerad“.

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