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Jugendprojekt

Jugendliche verschönern Wasserhebewerk in Brühl mit Graffiti

Jugendliche verschönern das Wasserhebewerk auf Kosten der Gemeinde mit Graffiti. Sprayen ist hier ausdrücklich erwünscht - Profi Florian Feigenbutz leitet an.

Von 
Laura Kaltschmidt
Lesedauer: 
Bei der Graffiti-Aktion wird die Halfpipe im Mauer-Design gestaltet – zwischenzeitlich helfen bis zu 16 Jugendliche mit. © Kaltschmidt

Brühl. Graffiti – eine Kunst, die normalerweise auf Abweisung stößt. Meistens sind es unerlaubte Schmierereien aus Sprühfarbe, welche öffentliche Wände verunstalten. Brühl bekam nun ein Graffiti, welches nicht nur erlaubt, sondern sogar schön und erwünscht war. Der Gemeinderat beschloss in der vergangenen Gemeinderatssitzung, dass eines ihrer Gebäude dringend eine Verschönerung braucht: das Wasserhebewerk neben der Halfpipe und dem Basketballplatz.

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„Die Idee kam von der Gemeinde selbst, weil hier vorher immer unerlaubt gesprüht wurde und das graue Gebäude direkt an der Durchfahrtsstraße ist, sodass es jeder sehen kann,“ berichtet Lea Giese. Giese, als Leiterin der Jugendarbeit Brühl und Ketsch, ist eine der Verantwortlichen beim dreitägigen Projekt. Von Donnerstag bis Samstag, immer ab 13 Uhr bis in den Abend hinein, konnten alle Jugendlichen ab 14 Jahren kommen und mitsprühen, solange sie Lust hatten.

Eine Voranmeldung war nicht notwendig. „Die meisten sind tatsächlich bekannte Gesichter aus dem Juz,“ so Eva Wolfgang, ebenfalls eine Mitarbeiterin der Jugendarbeit in Brühl. Dort und in den sozialen Medien habe man erfolgreich auf das Projekt aufmerksam gemacht. Am ersten Projekttag seien sogar 16 Jugendliche vorbeigekommen. Am letzten Tag des Projekts ließ sich Bürgermeister Dr. Ralf Göck nicht entgehen, auch vorbeizukommen und zu begutachten, was die Jugendlichen auf die Beine gestellt haben.

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Das gesamte Projekt wurde schließlich von der Gemeinde finanziert und unterstützt. Um das Sprayen zu vereinfachen, sorgte die Gemeinde nicht nur für eine Toilette am Ort des Geschehens, sondern ließ sogar ein Gerüst an die Wand des Gebäudes montieren. „Was gesprüht werden soll, wurde zuvor im Gemeinderat besprochen,“ erklärt Giese. Es sei ein Wunsch der Gemeinde gewesen, dass das Hufeisen, genau wie man es vom Wappen der Gemeinde kennt, im Graffiti auftaucht. Dieser Wunsch wurde selbstverständlich umgesetzt.

Unterschriften und Naturelemente

Zudem sollte ein Basketball sowie ein Basketballkorb das Gebäude zieren. Die Halfpipe, welche nur noch als Sitzplatz dient, wurde in einem mauerartigen Design gestaltet und beschriftet. „Eine kleine Fläche lassen wir frei, damit man trotzdem mal noch mit dem Edding kritzeln kann,“ lacht Wolfgang. Die übrigen Flächen sollten überwiegend in Grüntönen und der Natur möglichst nahe gestaltet werden. Die Naturelemente sollen dafür sorgen, dass sich das Gebäude mehr in die Umgebung einbindet und dem angrenzenden Naturschutzgebiet nicht vollkommen den Glanz nimmt.

Am Ende gibt es selbstverständlich auch einen Platz für die Unterschriften aller Beteiligten, auf dem man sich und seine Arbeit verewigen kann. Damit die Umsetzung auch professionell verläuft, organisierte man sogar eine Unterstützung: den professionellen Sprayer Florian Feigenbutz. „Ich arbeite schon seit vielen Jahren mit Jugendlichen im Raum Heidelberg zusammen,“ berichtet Feigenbutz. Es sei zwar auch eine Herausforderung, weil die Arbeitszuweisung nicht immer klappe und der Materialverschleiß höher sei, „aber es macht immer wieder Spaß“. Nicht ganz einfach sei die Materialbeschaffung gewesen, welche durch den Krieg in der Ukraine stark beeinflusst sei. „Der Untergrund der Wände macht Details zwar nicht so einfach, aber wir haben eine riesige Fläche zur Verfügung“, so Feigenbutz über das Sprayen am Wasserhebewerk. Auf diese Weise ist das Werk ein echter Hingucker geworden und hat sich in ein künstlerisches Gebäude verwandelt. Bleibt zu hoffen, dass die Wände von nun an von unerlaubten Graffitis verschont bleiben, sodass sich die zeitintensive Arbeit dauerhaft gelohnt hat.

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