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Gewölberaum

Im Rausch der Farben

Bei der Vernissage zur Ausstellung „Wohlfühlbilder“ präsentiert Künstlerin Stephanie Kolb ihre leuchtenden und auffälligen Tiermotive

Von 
Maria Herlo
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Kennen sich seit einigen Jahren: Bürgermeister Jens Geiß (r.) stellt die Künstlerin Stephanie Kolb, Lehrerin an der Theodor-Heuss-Schule, den Gästen vor. © Herlo

Oftersheim. Ob es die kräftigen Blau-, Rot- oder Gelbtöne sind, oder die Tiere, die von den Wänden auf die Besucher herabblicken, wenige Ausstellungen können ihre Gäste derart mit Farben und Kunstfertigkeit beeindrucken. „Wohlfühlbilder“ betitelte die Künstlerin Stephanie Kolb die Ausstellung, die am Freitagabend im Verwaltungsgebäude der Gemeinde, im Gewölberaum, eröffnet wurde. Den Kern der Sache hätte auch das Motto „Farbenrausch“ getroffen, wie Bürgermeister Jens Geiß in seinem Grußwort sagte, oder auch „Faszination Tierwelt“, denn hier befindet man sich in bester Gesellschaft mit einem Dalmatiner, Jaguar, Elefanten, einer Kuh, einem Affen, Lama und Löwen, einer Ziege, dem bunten, fröhlichen Kolibri, dem Wiedehopf und vielen anderen exotischen Geschöpfen.

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Den Betrachtern schienen sie auf jeden Fall viel Vergnügen zu bereiten. Zunächst aber stellte Bürgermeister Jens Geiß die Künstlerin vor, deren Biografie eng mit der Entdeckung der Kunst als kreative Kraftquelle verbunden ist. In der Region sei sie keine Unbekannte, sagte er, ihre Arbeiten waren schon in Schwetzingen, in Walldorf, in Oberhausen-Rheinhausen und in Plankstadt zu sehen, wo sie auch das Wahrzeichen der Gemeinde, den Wasserturm, für das Plakat zur 1250-Jahr-Feier gemalt hat.

Er persönlich kenne sie schon seit einigen Jahren als Lehrerin an der Theodor-Heuss-Schule. Hier unterrichtet sie unter anderem auch Kunst.

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Geboren und aufgewachsen sei sie aber in Hamburg. Erste Malkurse nahm sie im dortigen Ernst-Barlach-Haus, später studierte sie in Gießen für das Lehramt mit dem Hauptfach Kunstpädagogik Schon in der Schule entschied sie sich für Kunst als Leistungskurs und war von Salvador Dalí, René Magritte, Frida Kahlo und ihren naturgetreuen Malen in surrealen Kontexten fasziniert. Lange Zeit malte sie im Wechsel abstrakt und gegenständlich. Wirklich zufrieden fühlte sie sich nicht, die Folge war eine fünfzehnjährige Malblockade. Diese überwand sie schließlich, so dass sie 2019 gleich mehr als neunzig Bilder malte, „einen Teil davon können Sie in dieser faszinierenden Ausstellung bestaunen“, so der Bürgermeister.

In die Ausstellung führte die Künstlerin selbst ein, nicht ohne dem Bürgermeister für die Möglichkeit, hier ihre Arbeiten zeigen zu können, zu danken, sowie Ute Walter für die kompetente Vorbereitung der Vernissage. Danach konfrontierte sie die Besucher mit Fragen, die sie sich auf der Suche nach einem eigenen Stil immer wieder selbst stellte: „Darf Kunst schön sein? Sind schöne Bilder Kunst? Sind Bilder, die gefällig, ausgewogen, harmonisch sind, banal und oberflächlich? Ist Kunst, die sich einem sofort erschließt, die keine versteckten Botschaften enthält, wertvoll oder nur Dekoration? Ist ein Bild, das meine Wohnumgebung verschönt, in mir wohlige Gefühle auslöst, schlechte Kunst?“

Es gibt objektive Kriterien, die das Schöne definieren, trotzdem, so Stephanie Kolb, „liegt die Schönheit im Auge des Betrachters“. Ihr tut es einfach gut, sagte sie, ein für sie schönes Bild zu malen, das ist das einzige Kriterium, das für sie im Schaffensprozess zählt. „Und wenn es am Schluss andere Menschen anspricht, sei dies ein besonderes Geschenk.“

Es wird oft behauptet, dass der Künstler durch die Werke sein Seelenleben offenbart. Wenn das stimmt, „wäre mein Innenleben eine einzige fröhliche Party, denn meine Bilder sind farbenfroh und fröhlich“. Doch hat auch sie oft schlechte Laune, gestand sie, Ängste und ist nicht immer so optimistisch. „Aber die Arbeit mit meinen knallbunten Farben hat heilende Wirkung auf mich, sie löst Glücksgefühle in mir aus, wenn ich bestimmte Farbkombinationen benutze.“ Weiter führte Kolb aus, wie wichtig es für sie war, ihren eigenen Stil, ihre eigene Handschrift zu finden, um nicht in der Masse der Malenden unterzugehen. Den Stil hat sie gefunden, denn Freunde sagen heute zu ihr: „Das Bild sieht nach dir aus, das ist dein Stil, das bist du!“

Die Ausstellung im Gewölberaum hat sie „Wohlfühlbilder“ genannt, denn seitdem sie die Malblockade überwunden hat, fühle sie sich wohler, freier, selbstbewusster. In dieser Schau präsentiert sie ausschließlich neuere Tierporträts. Tieren fühle sie sich besonders nah, erzählte sie, der Kontakt zu Tieren war ihr von klein auf wichtig, in ihrer Nähe finde sie bis heute Trost.

Am „warmen Bauch einer Kuh“

„Einer der größten Träume meiner Kindheit war, an dem warmen Bauch einer Kuh zu liegen, ihren Atem, ihre Mächtigkeit und sich gleichzeitig beschützt zu fühlen.“ Dieses Gefühl kommt im Bild „Alpenrose“ sehr schön zum Ausdruck, es deutet auf etwas hin, das auf ihrem tiefsten Seelengrund liegt und sehr persönlich ist. Vermutlich ist es auch deshalb unverkäuflich.

Beim Rundgang durch die Ausstellung zogen nicht nur die Bilder den Betrachter in den Bann, sondern auch Pia, die elfjährige Tochter der Künstlerin. Für das Wohlbefinden der Gäste sang sie sehr berührend, passend zum Thema, die Lieder „Elefant“ und „Cover me in Sunshine“.

Freie Autorin

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