Gesetzliche Regelung

Leinenpflicht für Hunde in Oftersheim: Tiere und Passanten schützen

Eine Anleinpflicht für Hunde ist innerorts verbindlich und behördlich festgelegt, was einige Halter leider immer wieder missachten.

Von 
Dahnah Rudeloff
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Teilweise besteht sogar Anleinpflicht im Erholungswald: Shepherd „Toni“ folgt hier brav an der Leine von Frauchen.

Oftersheim. Hunde müssen an die Leine – das gilt innerorts der Gemeinde. Wie schon beim Thema Hundekot ist die Regelung in der Polizeiverordnung gegen umweltschädliches Verhalten verankert. In Paragraf 11 „Gefahren durch Tiere“, Absatz drei heißt es: „Im Innenbereich (§§ 30-34 Baugesetzbuch) sind auf öffentlichen Straßen und Gehwegen Hunde an der Leine zu führen. Ansonsten dürfen Hunde ohne Begleitung einer Person, die durch Zuruf auf das Tier einwirken kann, nicht frei umherlaufen.“ In Absatz eins steht außerdem, dass Hunde so beaufsichtigt werden müssen, dass sie niemand gefährden. Auch hier wird sich jedoch nicht immer an die Regeln gehalten.

In den Wäldern und Feldern gibt es keinen Leinenzwang, lediglich in Landschafts-, Natur- und Vogelschutz- oder Natura-2000-Gebieten. In Oftersheim betrifft dies etwa den Dünenlehrpfad und den ehemaligen Trimm-dich-Pfad. Während der Balz-, Brut- und Aufzuchtzeit zwischen 1. Februar und 31. August herrscht eine generelle Anleinpflicht im Oftersheimer Erholungswald. Die Problematik ist laut Hundebesitzerin Tanja Wiegand allen bekannt, die dem Lesen und Schreiben mächtig sind. Bei Anmeldung ihrer Hunde hat sie ein Informationsschreiben bekommen. Auch im Gemeindeblatt wird darauf aufmerksam gemacht. „Die Leute halten sich eher daran, aber auch hier gibt es beratungsresistente Menschen“, so Wiegand. Sie findet es nicht gut, wenn Menschen ihre Hunde in der Stadt umherlaufen lassen. Denn nicht jeder will von einem fremden Hund begrüßt werden, einige haben Angst davor.

Leinenpflicht für Hunde in Oftersheim: Rotzfreches Verhalten

„Keiner kann die Hand für seinen Hund ins Feuer legen“, meint sie. Gerade nicht, wenn dicht nebeneinander vorbeigelaufen wird. Wenn sie Passanten darauf anspricht, werden diese „rotzfrech“, was dazu führt, Abstand davon zu nehmen. „Ich kann es nicht verstehen“, meint Wiegand. „Es gibt so wenig Regeln und die Besitzer können ihren Hund die meiste Zeit frei im Wald laufen lassen. Da ist es wirklich nicht nötig, dies im Ortskern zu tun, noch dazu kann es gefährlich für den Hund werden durch Faktoren wie beispielsweise fahrende Autos.“

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Wenn der Vierbeiner durch Nicht-Angeleint-Sein einen Unfall verursacht, haftet der Halter. Auch Beatrice und Peter Heid, Hundebesitzer aus Oftersheim, bestätigen, dass die meisten Bürger sich an die Anleinpflicht halten. Circa 80 Prozent schätzen sie. „Man muss schon einen super guten Hund haben, der perfekt hört, aber auch da kann es für alle gefährlich werden, wenn der Hund auf die Straße rennt.“ Außerdem sei es ihnen selbst als Hundebesitzer unangenehm, unangeleinten Hunden zu begegnen, da die Hunde immer aufeinander reagieren.

Auf dem Feld verteilt es sich besser. Nur auf sehr beliebten Strecken kommt es mal zu Engpässen. Im Wald aber weniger. Heids Hund muss auch im Wald zu ihr kommen, wenn Menschen vorbeilaufen, da viele ängstlich oder gereizt reagieren. Manche freuen sich aber auch. Ein neues Problem sind laut den Hundebesitzern die E-Biker, die mit hoher Geschwindigkeit durch den Wald rasen, deshalb bevorzugen sie nun ruhigere Wege.

Bei Missachtung können Bußgelder drohen, aber auch bei dieser Thematik sind Kontrollen nicht stemmbar. Bei Meldung frei laufender Hunde werden innerorts Gemeindevollzugsbedienstete geschickt. Häufig sind die Hunde jedoch dann schon wieder weg. Wenn es bestimmte Hunde sind, die immer wieder auffallen und von anderen beschrieben werden können, wird der Sache nachgegangen, versichert das Ordnungsamt.