Eine Herzensangelegenheit

Martin Hirning: Oftersheims neuer Klimaschutzmanager im Portrait

Martin Hirning hat als neuer Klimaschutzmanager in der Gemeinde Oftersheim angefangen und lebt dies auch im persönlichen Bereich mit Überzeugung vor.

Von 
Svea Thüning
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Neuzugang im Rathaus und voller Ideen in Sachen Klimaschutz: Martin Hirning an seinem Arbeitsplatz. Der gebürtige Oftersheimer ist seit rund 32 Jahren in verschiedenen Funktionen aktiv. © Pfeifer-Wiest

Oftersheim. Lange wurde jemand für diesen Posten gesucht und unlängst gefunden. Martin Hirning besetzt offiziell seit dem 9. Dezember das Amt als Klimaschutzmanager im Rathaus. Der gebürtige Oftersheimer merkte schon in jungen Jahren, dass Umweltschutz wichtig ist und er sich engagieren wollte. Sachbücher in der Grundschule weckten mit ihren Bildern über industrielle Szenen sein Interesse.

„Ich kann das mit meinem Gewissen nicht vereinbaren“, erinnert sich Hirning an seinen Entschluss in der Kindheit. Ihn habe das hemmungslose Verfeuern von fossilen Energien entsetzt.

Eine von vielen Herausforderungen: Eichennaturverjüngung ist im Wald nur an wenigen Stellen zu sehen, da hier nur wenige Alteichen wachsen. Die Naturverjüngung wird aber entsprechend gepflegt. © Schweigler

Der 57-Jährige ist seit 1990 im Klimaschutz aktiv und betätigte sich vor seinem Amt im Rathaus in diversen Berufen im gleichen Bereich. In Schönau hielt er einige Vorträge über die persönliche Energiewende. Er selbst hat sein Haus komplett auf erneuerbare Energien umgestellt.

Oftersheims Klimaschutzmanager Martin Hirning: Verzicht auf fossilen Brennstoff

Doch auch seinen Arbeitsweg hat der gebürtige Oftersheimer nachhaltig umgestellt. Da Hirning in Schönau im Schwarzwald wohnt, kann er seine Strecke zum Oftersheimer Rathaus nicht mehr, wie bei seiner vorherigen Arbeitsstelle, mit dem Fahrrad bewältigen, dafür aber mit seinem Elektroauto und verzichtet somit auf fossilen Brennstoff. Die Hardtwaldgemeinde von fossilen Energien wegzubringen: Das ist zugleich sein Ziel.

Dadurch, dass Geld eingespart werden kann, hofft Martin Hirning auf Hellhörigkeit der Bewohner. „Klimaschutz ist wertvoll für einen selbst“, meint er. „Aktiv praktizierter Klimaschutz durch die eigene persönliche Energiewende hin zu kostenlosen erneuerbaren Energien macht sich im eigenen Geldbeutel sehr deutlich bemerkbar.“ So habe er mit seiner vollzogenen Energiewende für Wärme, Mobilität und Strom pro Jahr nur 100 Euro Energiekosten, sagt Hirning weiter.

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Um den Umweltschutz innerhalb der Gemeinde anzukurbeln, möchte er den intensiven Dialog mit der Bevölkerung suchen. Geplant ist hierfür eine wöchentliche Veranstaltung, in der sich Leute im Klimaschutz engagieren können, denn er müsse zu 98 Prozent von der Bevölkerung geleistet werden. Die Bürger sollen somit zum Mitmachen animiert werden, immerhin seien sie die wichtigsten Akteure. Nebenbei muss zudem ein 250 Seiten umfassendes Klimaschutzkonzept aufgesetzt werden.

Oftersheims Klimaschutzmanager Martin Hirning: Geschützte Arten im Garten

Um für privates Engagement in der Oftersheimer Gemeinde zu werben, ist Hirning das beste Beispiel. Neben seinem auf erneuerbare Energien umgestellten Haus und Elektroauto hat Hirning noch weiteres getan. Bevor er die Stelle als Klimaschutzmanager angenommen hatte, beschäftigte ihn ein größeres privates Bauprojekt: eine Trockenmauer. Besondere Fauna-Flora-Habitat (FFH)- Tiere fand Hirning auch in seinem Garten auf, die besonders geschützt werden müssen – zum Beispiel Nachtkerzenschwärmer und Schlingnattern. Als ehemaliger Vorstand des Naturschutzbundes (Nabu) in Heidelberg kennt er sich diesbezüglich aus.

Die Hardtwaldgemeinde kann gespannt sein, was Martin Hirning im Umweltschutz für das Jahr 2023 alles vorhat. „Ich weiß, dass ich hier etwas Sinnvolles tue“, sagt Hirning. Der Klimaschutz sei nämlich seine Herzensangelegenheit.

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