Bürgersaal

SWR-Moderatorin Patricia Küll gibt in Oftersheim Tipps für mehr Lebensfreude

Der Lebensfreude-Level verläuft in einer „U-Form“. Am Anfang ist er hoch, fällt dann immer weiter ab bis ins Tal zwischen 40 und 50 Jahren, um dann wieder zu steigen – wenn man etwas dafür tut. Und Patricia Küll zeigte den Weg.

Von 
Marco Montalbano
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Das Publikum gewinnt beim Vortrag von Patricia Küll bereits im Mitmachteil sichtlich mehr Lebensfreude. Die Autorin referiert im Bürgersaal zum Thema „Hol Dir die Leichtigkeit zurück“ und erzählt dabei auch aus ihrem Leben und ganz persönlichen Erfahrungen. © Montalbano

Oftersheim. Der Lebensfreude-Level verläuft in einer „U-Form“. Am Anfang ist er hoch, fällt dann immer weiter ab bis ins Tal zwischen 40 und 50 Jahren, um dann wieder zu steigen – wenn man etwas dafür tut. Und Patricia Küll zeigte den Weg.

Die Journalistin ist nicht nur seit Jahren ein bekanntes Gesicht des SWR, sondern auch Autorin von Sachbüchern, Romanen und diplomierte systemische Coach, unter anderem ausgebildet als Glückslehrerin am renommierten Fritz-Schubert-Institut für Persönlichkeitsentwicklung in Heidelberg. In der nun gemeinsam von der Gemeindebücherei Oftersheim und Volkshochschule Schwetzingen (VHS) organisierten Veranstaltung sprach sie mit einem interaktiven Angebot alle Sinne an.

SWR-Moderatorin Patricia Küll in Oftersheim: „Hol Dir die Leichtigkeit zurück"

Bücherei-Leiterin Annette Hörstel und VHS-Leiterin Gundula Sprenger freuten sich sichtlich, Küll willkommen heißen zu können. Daran, dass sie mit dem Vortrag „Hol Dir die Leichtigkeit zurück“ genau den Nerv in einer Zeit voller Krisen getroffen hatten, bestand kein Zweifel, war doch kein einziger Platz im Saal frei geblieben. Dass es genau der richtige Moment für positive Veränderungen sei, betonte Annette Hörstel: „Der Vollmond stellt gerade eine ganz besonders gute Voraussetzung dar, sein Leben neu auszurichten.“ Auch Sprenger unterstrich die Bedeutung der Leichtigkeit im Leben und zitierte dazu eine alte plattdeutsche Weisheit: „Kiek inne Sünn un nich in’t Muuslock – Schau in die Sonne nicht ins Mauseloch.“

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Nach Begrüßung und Vorstellung begab sich Autorin Patricia Küll energiegeladen und mit viel Charisma zusammen mit den Zuhörern auf eine ganz persönliche Reise, denn sie las aus ihrem neuesten Buch „Denn wir werden Schwestern bleiben“. Dass es sich dabei um eine Begräbnisszene handelte, mag im ersten Moment so manchen verwundert haben, aber auch das gehört zum Leben, genau, wie der Umgang damit. Drei Schwestern diskutieren über die verstorbene jüngste. Doch durch einen Zauber können sie das vergangene Jahr nochmals erleben – inklusive der Verblichenen.

Es sind auch belastende Ereignisse, die viele Menschen vor die Herausforderung stellen, nicht zu verzweifeln und sich die Lebensfreude zu bewahren oder zurückzuholen. „Das Buch trägt autobiografische Züge“, teilte Küll mit, denn auch sie sei eine von vier Schwestern, von der eine starb. Dass selbst in der größten Krise noch eine Chance steckt, dass alles einen Sinn hat, zeigte sie anhand von vielen eigenen Lebensereignissen.

So habe auch der schlimmste Tag in ihrem Leben einen Sinn gehabt, denn Ehekrise, Jobkündigung und die Nachricht vom baldigen Tod ihrer Mutter hätten zur Folge gehabt, dass sie die letzten zehn Tage mit ihr habe verbringen können mit Versöhnung mit ihrem Partner. Auch sei fast auf den Tag genau ein Jahr später ihr zweites Kind geboren worden, das sonst nicht auf die Welt gekommen wäre.

Ein Schlüsselerlebnis sei eine besondere Begegnung gewesen. „Ich traf einen Mann, der meinte, er sei ein rundherum glücklicher Mensch. Von da an fing ich an, zu recherchieren.“ So sei auch ihr Buch „Ab heute singe ich unter der Dusche“ entstanden – Untertitel: „Was Du für Deine Lebensfreude tun kannst“, in dem unter anderem die prominenten Politikerinnen Julia Klöckner und Marie-Luise Dreyer zu Wort kommen.

SWR-Moderatorin Patricia Küll in Oftersheim: Prinzen auf ihrem „Gaul“

Jeder sei selbst für seine Lebensfreude verantwortlich. „Viele warten auf die gute Fee oder Frauen auf den Prinz auf seinem ‚scheiß Gaul‘“, betonte sie humorvoll.

Doch Lebensfreude wieder zu erlangen sei „echt Arbeit, denn man muss sich bewegen“. Das sei nicht immer bequem, denn oft blase einem zuerst ein eisiger Wind ins Gesicht. „Das Leben strebt immer ein Gleichgewicht an, wie bei einem Mobile. Macht, was euch gut tut. Streicht das nicht so einfach“, forderte sie auf. Dies könne gutes, gesundes Essen, genug Schlaf, genug Bewegung und auch Mal „Nein“ zu sagen sein.

Im Vortrag konnte nicht nur viel gelacht werden, wie bei der Ermittlung des Lebensfreude-Level durch unterschiedlich lautes Summen, sondern auch bei der „Blitzentspannung“. Schnelle Bewegungen, auch im Sitzen, seien effektiver als Kaffee oder Schokolade, um wach zu werden. Genau wie das „Gorilla-Klopfen“ auf die Brust, denn dort sitze die Thymusdrüse. Auch Achtsamkeit, Dankbarkeit und Demut seien wichtig für mehr Lebensfreude. Und eine wichtige Regel: „Feiere Erfolge!“

Bärbel Geiss aus Reilingen war begeistert: „Einfach super! Sie hat das Thema mit großer Leichtigkeit vermittelt“, und ihre Freundin Petra Milde meinte: „Es war sehr inspirierend mit konkret umsetzbaren Anleitungen um positiver zu sein.“

Freier Autor Freier Journalist. Davor Pressereferent. Studium der Politikwissenschaft.

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