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Vernissage

Volker Jean Rahn stellt seine Fotografien in Oftersheim aus

Der preisgekrönte Fotograf Volker Jean Rahn stellt zurzeit Werke aus etwa 50 Jahren Arbeit im Verwaltungsgebäude der Gemeinde aus. Zentral ist in seinen Bildern eine Lebensnähe.

Von 
Maria Herlo
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Der Künstler Volker Jean Rahn steht vor seinen Bildern, die im Gewölberaum ausgestellt sind. © Herlo

Oftersheim. Darf man Armut in dieser Schönheit zeigen? Man darf, wenn man es kann, wie Volker Jean Rahn es kann. In seinen Kubabildern zeigt er, dass trotz der offensichtlich materiellen Armut, trotz der maroden Bausubstanz, die Bewohner reich sind an Lebensfreude, an Musik und Rhythmus. Die Art und Weise, wie er die Menschen dort, ihren Lebensraum, in einer nicht zu wiederholenden Sekunde festhält, bestechen und berühren den Betrachter, insbesondere durch die Schönheit der Komposition und Intensität der Gefühle.

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Fotos zu machen, die auf selten verdichtete Weise Stimmung und Bewegung einfangen, ist eine komplexe Kunst. Zu Recht werden Fotografen, welche das beherrschen, mit der gleichen Wertschätzung bedacht wie Bildhauer oder Maler. Und zu Recht hat Volker Jean Rahn, Jahrgang 1947, zahlreiche nationale und internationale Preise und Auszeichnungen erhalten.

Die Ausstellung unter dem Motto „Magie des Moments“, die am Freitagabend in Anwesenheit des Bürgermeister Jens Geiß und zahlreicher Besucher eröffnet wurde, umfasst Bilder, die in den letzten gut fünfzig Jahren entstanden sind. Sie deckt nicht nur eine große Bandbreite an Themen ab, wie Geiß in seinen einführenden Worten betonte, sondern zeigt Arbeiten, die tatsächlich erlebte Augenblicke festhalten, zudem Porträts von besonderer Kraft und Ausstrahlung. Die Ausstellung ist passend benannt, denn „es sind in der Tat zauberhafte Augenblicke, die der Künstler hier eingefangen hat, das ist etwas ganz Besonderes, für die Freude und den Genuss, sie betrachten und bestaunen zu dürfen, sind wir ihm sehr dankbar“, sagte der Bürgermeister. Und dann holte er sein privates Familien-Fotoalbum hervor, in dem sich zwei Aufnahmen des Fotografen Rahn befinden.

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Wie kam es dazu? „Weil ich mit seinem Sohn Steffen zusammen im Kindergarten war und er uns dort fotografiert hat“, verrät er, „somit befinden sich vierzig Jahre alte Originalfotos Rahns in meinem Besitz, darauf bin ich sehr stolz.“ Und Volker Jean Rahn, der einige Grußworte an die Vernissagebesucher richtete, gestand, dass er das Fotografieren bis heute mit der gleichen Leidenschaft wie eh und je praktiziere, es sei wie eine Droge. An die Besucher trat er mit dem Wunsch heran, sich die Bilder in Ruhe anzusehen und sich dazu eine Geschichte auszudenken, „denn bei mir hat jedes Bild eine Aussage, im Hintergrund steht immer eine Geschichte, die ich natürlich nicht verrate. Schließlich verrate ein Maler ja auch nicht, was er mit seinen Bildern sagen will“, verwies Rahn darauf, dass seine Werke die Fantasie der Betrachter herausfordern.

Kunst durch Vertrauen

Was in Rahns Schau zu sehen ist, ist mehr als bemerkenswert. Die Ausstellung scheint die Suche nach dem perfekten Bild auf den Punkt zu bringen. Kuba bereise er schon seit vielen Jahren, sagte er im Gespräch. Das Land lasse ihn nicht los. Nicht wegen der Traumstrände und anderer Sehenswürdigkeiten reise er immer wieder dahin, sondern wegen der Menschen dort, ihrer Herzlichkeit, ihrer Fähigkeit zu improvisieren, ihren oft schwierigen Alltag zu meistern, sich über unscheinbare Dinge zu freuen. „Sie zu fotografieren besteht nicht zuletzt aus der Kunst, ihr Vertrauen zu gewinnen“, erzählt Rahn. Mit seiner Art der Annäherung, sich anspruchslos zu kleiden und zu leben, kommt er Menschen nahe. Sie gewähren ihm Einblicke in ihre Wohnung, in ihr Leben, in ihren Freundeskreis. Daraus sind Aufnahmen von einmaliger Schönheit entstanden: Trostlosen Menschen gibt er ein Gesicht, einer schönen Frau eine Bühne, auf der sie unter ihren Landsleuten ein Star sein darf. Hinreißend ist ihm das Porträt eines Straßenmusikers in Köln von 1969 gelungen oder die „Bauernstube“ und das „Taglöhnerhaus“ um 1800, aufgenommen im Freilichtmuseum. Seine Schwarz-Weiß-Aufnahmen leben aber nicht nur von der Inspiration, Rahn kennt sich auch in der Technik der Fotografie gut aus, er weiß, wie dieser eine Moment umzusetzen ist. Das gelingt ihm übrigens auch bei den ausgestellten Farbfotos. Dadurch erhöht sich die kontrastreiche Wirkung dieser sehenswerten Ausstellung.

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