Gedenken

Zeichen der Toleranz am Volkstrauertag in Reilingen

Bürgermeister Weisbrod schlägt den Bogen zur Gegenwart

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aw
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Bürgermeister Stefan Weisbrod (hinten, li.) in der Friedhofskapelle bei seiner Rede zum Volkstrauertag, der von schrecklicher Aktualität sei. © Wühler

Reilingen. „Das bisher für uns Unvorstellbare ist eingetreten: Seit der Nacht des diesjährigen 24. Februar herrscht Krieg in Europa“, eröffnete Bürgermeister Stefan Weisbrod seine Rede zum Volkstrauertag und fasste das Entsetzen in nackte Zahlen: mehr als 30 000 getötete Soldaten, mehr als 16 000 zivile Todesopfer und Verletzte, insgesamt mehr als 14,8 Millionen. Geflüchtete teilweise im eigenen Land, überwiegend jedoch in die westeuropäischen Nachbarländer. Bis zu 140 000 Kriegsvertriebene aus der Ukraine seien bisher in Baden-Württemberg angekommen, in der Gemeinde seien seit März über 100 Menschen willkommen geheißen worden.

Zuvor hatten der Sängerbund unter der Leitung von Musikdirektor Klaus Siefert und die Musikfreunde unter der Leitung ihres Dirigenten Julian Seiler die Gedenkstunde in der Friedhofskapelle musikalisch eröffnet. Die Ehrenwache stellt die Freiwillige Feuerwehr.

Der Volkstrauertag erinnere neben dem tagesaktuellen Geschehen an die „dunkelste Zeiten unserer Geschichte, an die beiden Weltkriege und an die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten, er erinnert an immense menschliche Verluste, an ein unsägliches Leid und an ein unsägliches Grauen, für das im Grunde bis heute noch keine richtigen Worte gefunden wurden“, stellte Weisbrod fest.

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Weisbrod verwies in seiner Ansprache auf das christliche Menschenbild, das Basis der liberalen und rechtsstaatlichen Demokratie sei. Diese Werte gelte es zu schätzen, sie hochzuhalten, wie es auch wichtig sei, alle Religionen auf der Welt zu respektieren. Der Bürgermeister spannte den Bogen bis in die Gegenwart, in der sich in der Gemeinde eine herzliche Willkommenskultur entwickelt habe. „Ich bin dankbar, dass wir damit gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz auftreten und ein deutliches Zeichen der Nächstenliebe setzen. Wir sollten aber auch gerade heute den Mut haben anzusprechen, dass wir uns mit der vielbesagten Willkommenskultur auch nicht überfordern dürfen“, schickte er eine Botschaft an die Landes- und Bundespolitik, darauf zu achten, was die kommunale Ebene leisten könne.

Samantha Kühner, Jacqueline Landerer und Jolina Weik von der Schillerschule trugen anschließend Fürbitten vor, bevor der Bürgermeister zusammen mit der Feuerwehr und dem Vdk Kränze als Zeichen der Erinnerung niederlegte. aw

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