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Bühne

Goethes junger Werther leidet im Theater am Puls in Schwetzingen aufs Neue

Die neue Spielzeit im Schwetzinger Schauspielhaus wartet mit vielversprechenden Premieren auf – gleich am 1. Oktober geht es los. Karten gibt es im Vorverkauf zu erwerben, aber auch an der Abendkasse.

Von 
Stefan Kern
Lesedauer: 
Eine Szene aus „Die Leiden des jungen Werther“. Das Stück feiert am 1. Oktober Premiere im TaP. © Nicole Boehm

Schwetzingen. Es sind noch genau zweieinhalb Wochen bis zum Start der neuen Saison für das Theater am Puls (TaP) in Schwetzingen. Und auch wenn der Intendant Joerg Steve Mohr ein „alter Hase“ ist, so ist er doch etwas nervös. Nicht wegen den Stücken auf der Bühne, sondern wegen der Menschen im Saal. Es gebe eine Art Zurückhaltung, die dem Theater ein ordentliches Minus bei der Zahl der Zuschauer bescherte (wir berichteten). Dabei, und da ist sich Mohr mit dem Vorsitzendes Freundeskreises, Walter Imhof, und Oberbürgermeister Dr. René Pöltl, völlig einig, ist das Theater immer noch die gesellschaftliche Selbstvergewisserungsinstanz. Hier verwandeln sich Gemeinschaften zu Zivilisationen und Menschen zu Bürgern. Worte, die angesichts des Programms einiges an Gewicht erfahren.

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Programm im Theater am Puls von Oktober bis Dezember



  • Die Leiden des jungen Werther (Schauspiel): Samstag, 1. Oktober, 19 Uhr (Premiere); Samstag, 15. Oktober, 19 Uhr; Samstag, 19. November, 19 Uhr; Freitag, 16. Dezember, 20 Uhr.
  • Iwwa die Brick (Revue): Sonntag, 2. Oktober, 19 Uhr.
  • Brigitte Bordeaux (Komödie): Freitag, 7. Oktober, 20 Uhr; Sonntag, 16. Oktober, 19 Uhr; Freitag, 4. November, 20 Uhr; Samstag, 17. Dezember, 19 Uhr.
  • Der goldne Topf (Schauspielspektakel): Samstag, 8. Oktober, 18 Uhr; Samstag, 29. Oktober, 18 Uhr; Samstag, 10. Dezember, 18 Uhr.
  • Albin und Lila (für Kinder ab vier Jahren): Sonntag, 9. Oktober, 16 Uhr.
  • Schönferberei (Liederabend mit Jürgen Ferber): Freitag, 14. Oktober, 20 Uhr.
  • Die Wunderübung (Komödie): Freitag, 21. Oktober, 20 Uhr.
  • Fuck Down (musikalische Satire): Samstag, 22. Oktober, 19 Uhr; Freitag, 18. November, 20 Uhr.
  • Eine Frau, die weiß, was sie will (Operette): Samstag, 23. Oktober, 19 Uhr; Sonntag, 13. November, 19 Uhr; Freitag, 2. Dezember, 20 Uhr.
  • Fettes Schwein (Komödie): Sonntag, 30. Oktober, 19 Uhr, Sonntag, 27. November, 19 Uhr.
  • Der kleine Vampir (Schauspiel für die ganze Familie): Samstag, 12. November, 19 Uhr (Premiere), Samstag, 26. November, 18 Uhr; Sonntag, 4. Dezember, 16 Uhr, Sonntag, 11. Dezember, 16 Uhr, Sonntag, 18. Dezember, 16 Uhr, Sonntag, 25. Dezember, 16 Uhr, Freitag, 30. Dezember, 18 Uhr.
  • Der Steppenwolf (Schauspiel): Freitag, 25. November, 20 Uhr.
  • Es war einmal (Märchen für Kinder ab vier Jahre): Sonntag, 27. November, 11 Uhr.
  • Improtheater „Als Wir“: Samstag, 3. Dezember, 19 Uhr.
  • Clockwork Orange (Schauspiel): Freitag, 9. Dezember, 20 Uhr.
  • Karten gibt es im SZ-Kundenforum, Carl-Theodor-Straße 2, und unter www.theater-am-puls.de

Los geht es am Samstag, 1. Oktober, mit „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang von Goethe. Ein Stück, an dem Mohr enorm viel liegt. Immerhin hat er sechs Wochen daran gearbeitet, um aus dem legendären Briefroman einen Dialog zu formen. Insofern ist eine gewisse Verbundenheit zu erwarten. Und seine begeisterte Erzählung zu diesem Werther in der Pressekonferenz am Dienstag war ansteckend: Es geht um drei Figuren, die alle in ihre Konflikte verstrickt sind, etwas zu erzählen haben und das alles in der grandiosen Sprache Goethes. Dabei, betonte Mohr, haben er kein Wort hinzugefügt. „Das ist alles Goethe.“ Mohr ist sich sehr sicher, dass das Stück auch 190 Jahre nach dem Tod des großen Dichters zünden wird.

Wenn der Verein einen Grill kauft

Am Samstag, 12. November, findet mit „Der kleine Vampir“ die zweite Premiere der Spielzeit statt. Dieses Mal mehr für Familien, die sich ein Wohlfühlprogramm wünschen und auf Tiefgang nicht verzichten wollen.

Im Februar geht mit „Mephisto“ die dritte Premiere über die Bühne. Und auch hier verfällt Mohr in einen Reigen der Superlative. Das Stück, ausgearbeitet vom Berliner Ensemble, ist dann im Theater am Puls zu sehen. Und es könnte aktueller kaum sein: „Es geht um das Ausloten der Grenzen zwischen Verantwortung, Widerstand und Anpassung.“ Sprich: Wann sei ein Ja angezeigt und wann muss es ein Nein sein.

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Und auch mit der letzten Premiere der Saison 2022/2023, dem Stück „Extrawurst“, das im April aufgeführt wird, geht es als Komödie verkleidet um Brandaktuelles. Zur Geschichte: In einem Tennisverein wird die Anschaffung eines Grills diskutiert. Aber muss dann für das muslimische Mitglied ein Extra-Grill angeschafft werden? Es ist der Beginn einer herrlichen Debatte rund Klischees, Vorurteile und das Gutgemeinte. Dem Spielplan erhalten blieben zudem beliebte Stücke wie „Der Steppenwolf“, „Der goldene Topf“, „Brigitte Bordeaux“, „Fettes Schwein“, „Iwwa die Brick“ mit Titeln von Joy Fleming, die Operette „Eine Frau, die weiß was sie will“ und „Fuck Down“. Letzteres ist eine Neuauflage der Satire „Weißes Rössl 2020“.

Eine Schatzkammer der Kultur

Am Samstag, 3. Dezember, steigt das Improtheater „Männerschnuppen“ und am Freitag, 9. Dezember, gastiert das Stück „Clockwork Orange“, ein Gastspiel der KiTZ-Theaterkumpanei nach dem Roman von Anthony Burgess. Hinzu kommen noch die schönen Märchenstunden à la „Es war einmal“ und neue Abenteuer von „Albin und Lila“ für Kinder.

Es sei alles bereitet, das Programm berge Schätze für jeden. Man müsse sich nur aufmachen und die Schätze bergen. Nichts ist schlimmer als unentdeckte Schätze. Das gilt sowohl für das zivilisatorische Gefüge, als auch die individuelle Verfasstheit. Und ganz egal, was passiere, dass Theater bleibe warm. Ist es doch, so Oberbürgermeister Dr. René Pöltl in Bezug auf die Energiepreis- und -spardebatten, an die Fernwärme angeschlossen. Und so brauche es am Ende lediglich etwas Zuversicht und die Lust auf Kultur. So, dass hofften zumindest Pöltl und Imhof, würden die 95 Plätze endlich wieder einmal besetzt werden.

Freier Autor Stefan Kern ist ein freier Mitarbeiter der Schwetzinger Zeitung.

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