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Musiker im Interview

Martin Orth mit „Wolke Glas“ auf Reisen

Musiker Martin Orth hat einen neuen Song herausgebracht, der absolut Radiopotenzial hat.

Von 
Katja Bauroth
Lesedauer: 
Martin Orth ist Musiker aus Leidenschaft. © Orth

Gerade trat der Schwetzinger Musiker Martin Orth nach langer Pause mal wieder live im „Blauen Loch“ auf (wir berichteten), nächste Woche wird er dort mit der Band K’lydoscope in den Mai rocken. Im „Blauen Loch“ stellte Orth auch seinen neuen Titel „Wolke Glas“ vor, der seit 15. April auf gängigen Streaming-Portalen zu finden ist. Der Kreativkopf hat bereits viele tolle Lieder herausgebracht, „Wolke Glas“ ist in mehrerlei Hinsicht etwas Besonderes. Darüber sprachen wir mit dem Wahl-Hockenheimer.

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Martin, dein neuer Song „Wolke Glas“ ist auf den gängigen Streamingportalen zu hören – ein sehr eingängiger Titel. Was hat dich dazu inspiriert, welche Geschichte steckt dahinter?

Martin Orth: Der Song beschreibt die Reise meiner Frau und mir durch schwere Zeiten, die wir gemeinsam durchgestanden haben. Die Wolke Glas soll eine Art „safe area“ – geschützten Raum – darstellen, durch die wir beide aus sicherer Entfernung auf das Geschehen unseres gemeinsamen Lebens schauen. Wir beide haben immer noch gewisse Vorstellungen und Wünsche, wie unser jeweiliges und gemeinsames Leben aussehen könnte und dem „jagen“ wir hinterher, nicht den Schatten, die einem im Leben begegnen. Das Gitarrenriff zu Beginn hatte ich schon seit Jahren in der Schublade, wusste aber ewig nicht, was ich damit anfangen konnte. Ich kramte es wieder heraus und da ist es nun. Hat irgendwie gepasst.

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Der Titel ist für deine Verhältnisse nicht unbedingt lang.

Martin Orth: Ja, der Song ist recht kurz geraten. Eigentlich mag ich lange, aufbauende Songs, wie man auf den Streaming-Plattformen hören kann (grinst). Aber dieses Mal entschied ich mich, einen kleinen, eingängigen Song zu machen.

Wie gehst du eigentlich ans Werk, wenn du einen Song machst?

Martin Orth: Das ist total unterschiedlich. Manchmal kommt mir eine Textzeile, eine Melodie oder, wie in den meisten Fällen, eine Emotion in den Sinn. Das ist wohl die entscheidende Ebene für Singer/Songwriter. Es kommt sogar vor, dass ich auf dem Kinderstuhl meines Sohnes trommel oder auf der Spielzeuggitarre meiner Tochter ein paar Saiten zupfe – irgendwas kommt dann dabei raus. Leider habe ich nur nicht immer mein Handy in der Nähe, um die spontanen Ideen festzuhalten (lacht). Ob ich dann den Song an der Gitarre oder am Piano final schreibe, ist völlig dem Gefühl überlassen. Das passiert von alleine. Dort, wo ich mich für den Song wohler fühle.

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Wie geht es dann weiter?

Martin Orth: Sobald dann der Song arrangiert ist, produziere ich alles, was der Track benötigt, in meinem Studio selbst. Und erst wenn ich mit mir selbst zufrieden bin, dass ich den richtigen Ton gesungen oder gespielt habe, wird alles finalisiert. Die Veröffentlichung mache ich auch komplett in Eigenregie, was bedeutet, den Track in die verschiedenen Stores setzen, Bilder, diverse Links und Beiträge für die sozialen Medien vorbereiten. Das kostet zwar alles viel Zeit, aber wenn der Song dann letzten Endes veröffentlicht ist, bin ich wieder entspannt und denke an die weiteren Werke, die in der Mache sind. Und alles beginnt wieder von vorne.

Ich persönlich finde, dass „Wolke Glas“ im Radio laufen sollte. Wie kriegen wir dich dorthin?

Martin Orth: (lacht) Tja. Das ist wohl die alles entscheidende Frage. Ich hatte mal ein sehr seltsames Erlebnis mit einem bekannten Radiosender aus Frankfurt. Ich schrieb dem Sender eine E-Mail mit allen Infos zu einem früheren Song („Melody of life“) und die Frage, wie man denn in deren Rotation kommen kann. Die irrwitzige Antwort war: „Wir spielen nur aktuelle und bekannte Hits!“ Meine Anfrage wurde quasi in einem Satz abgewehrt. Da fragt man sich, wie soll ein Song bekannt werden, wenn er nicht gespielt wird? Und dass mein Song zu der Zeit völlig aktuell war, da er ja gerade released worden war, stand doch außer Frage. Klar gibt es diverse Singer- und Songwritercontests oder man schafft es irgendwie in eine Sparte im Radio mit Musik von hier, aber das ist alles mit sehr viel Glück, Eigeninitiative und Zeit verbunden. Und leider hat sich das Music Business von heute sehr geändert.

Inwiefern?

Martin Orth: Man kann die tollsten Songs schreiben – mit Aussagekraft, Gefühl oder Stärke, aber solange du dich nicht einkaufen kannst, „entdeckt“ wirst oder einfach nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort bist, ist es wirklich schwer. Vor allem, wenn man diesen Weg alleine beschreitet. Vor einem großen Publikum zu spielen ist da immer eine gute Möglichkeit, gesehen und gehört zu werden und vielleicht Kontakte knüpfen zu können. Aber diese Chance zeigt sich eher selten. Vielleicht weckt ja dieser Artikel ein gewisses, öffentliches Interesse oder ruft die „richtigen“ Leute auf den Plan.

Das hoffe ich auch, aber wenn nicht, was dann?

Martin Orth: Wenn nicht, bleibe ich mir natürlich treu und schreibe weiter meine Songs über Stärke, Freude und Traurigkeit. Das gehört einfach zu mir.

  •  Hier gibt es den Song zum Reinhören.
  • Termintipp: Martin Orth ist mit Andreas Frank, Simon Kammerer und Fabio Di Bernado alias K’lydoscope am Samstag, 30. April, ab 21 Uhr im „Blauen Loch“ zu erleben.

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Ressortleitung Katja Bauroth ist Redaktionsleiterin der Schwetzinger Zeitung/Hockenheimer Tageszeitung.

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