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Hinter den Kulissen

Eher unscheinbar, aber elementar

Gregory Wiegand gestaltet Reitparcours

Von 
Johannes Blem
Lesedauer: 

Verfolgt man als Laie einen Wettkampf im Springreiten, lenkt sich der Fokus ganz von selbst vor allem auf eines: Wird das Hindernis gerissen oder nicht? Ein elementarer Aspekt des Sports, der seine Spannung und Attraktivität erst ermöglicht, kann dabei leicht übersehen werden: die Gestaltung des Parcours.

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Beim Springturnier in Schwetzingen obliegt sie Gregory Wiegand. Der 33-jährige Parcoursbauer aus Eppelheim erklärt anhand der Anfänger-Klasse, worauf es ankommt: „Bei den jungen und unerfahrenen Reitern werden anstelle von Zeit und Fehlern das gewissenhafte Reiten und ein sauberer Stil bewertet. Meine Aufgabe ist es also, einen leichten, aber in richtigem Maße fordernden Parcours aufzubauen.“ Dabei muss Wiegand das richtige Fingerspitzengefühl für die Fähigkeiten des gesamten Teilnehmerfelds beweisen. Schließlich sollen alle den Parcours bewältigen können, aber trotzdem ein spannender, fairer Wettbewerb entstehen.

Höhe, Abstände und Farben

Auf den Zentimeter genau: Parcours-bauer Gregory Wiegand überprüft die Höhe der Hindernisse. © Blem

Stellschrauben dafür gibt es zuhauf. „Höhere Hindernisse, engere Abstände oder die Färbung der Balken“, zählt Wiegand drei Beispiele auf, wie der Schwierigkeitsgrad in homöopathischen Schritten erhöht werden kann. Oberste Prämisse ist dabei immer die Sicherheit von Pferd und Reiter, Hindernisse sind von scharfen Kanten befreit und kippen leicht um.

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Eine weitere Facette des Parcoursbauens bietet die Optik. Mittels aufwändiger Dekorationen und viel Liebe zum Detail gestaltet Wiegand die Kurse ansprechend und abwechslungsreich. „Er baut extrem vielseitig und ist sehr kreativ“, lobt Turnierleiterin Corinna Lauke.

Eine sechsjährige Ausbildung inklusive schriftlicher Prüfungen und kaum ein freies Wochenende – das „Hobby Parcoursbauer“ erfordert ein Höchstmaß an Einsatz und Leidenschaft. Für Wiegand aber kein Problem: „Es macht einfach riesigen Spaß, einige Raffinessen und Feinheiten einzubauen und dafür zu sorgen, dass Pferde, Reiter und Zuschauer Spaß haben.“ Zudem kann er Mensch und Tier gezielt fordern und gleichzeitig fördern und trägt somit dazu bei, den Reitsport nach vorne zu entwickeln.

Immer wieder aufkommende Kritik in der Öffentlichkeit wegen mangelndem Tierschutz weist der Eppelheimer dabei zurück: „Wir Sportreiter tun alles für unsere Pferde. Viel Freigang, aufwändige Ernährung, maßgeschneiderte Ausrüstung – wir behandeln sie wie unsere Augäpfel.“

Auch beim Turnier in Schwetzingen wird penibel auf das Wohlbefinden der startenden Tiere geachtet, was von den Richtern auf dem Turnier- und Abreiteplatz sorgfältig überprüft wird. 

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